Ortstermin
„St. Pölten Hauptbahnhof; Reisende zur Mariazellerbahn wechseln bitte zu den schmalen Gleisen, Anschluss nach Wien auf der Westbahn.“
Der Bahnhof St. Pölten, Westbahn-Knoten und Start der Mariazellerbahn
→ Ein Ortstermin in Niederösterreich.
Lesezeit: 9 Minuten · Schalter: Ortstermin
Kurz gesagt
Der St. Pöltner Hauptbahnhof ist ein großer Durchgangsbahnhof an der Westbahn und ein Knoten zahlreicher Strecken. Von hier fährt man in rund 25 Minuten nach Wien, und hier beginnt die schmalspurige Mariazellerbahn.
Wer in St. Pölten ankommt, erreicht die jüngste Landeshauptstadt Österreichs an einer der ältesten Hauptstrecken des Landes.
Der Bahnhof liegt an der Westbahn, die schon 1858 eröffnet wurde.
Von hier zweigen gleich mehrere Strecken ab, darunter die schmale Mariazellerbahn in die Berge.

Der große Knoten an der Westbahn
Der St. Pöltner Hauptbahnhof ist ein Durchgangsbahnhof und ein wichtiger Bahnknotenpunkt in Niederösterreich.
Er liegt an der Westbahn, die im Jahr 1858 eröffnet wurde.
Insgesamt gibt es in der Stadt zwölf Bahnhöfe, von denen der Hauptbahnhof der größte ist.
Von ihm gehen zahlreiche Strecken in alle Richtungen aus.
Damit ist der Bahnhof das Rückgrat des Verkehrs in der Region.

Der Spatenstich von 1856
Schon 1851 wurde der Bau der Kaiserin-Elisabeth-Westbahn beschlossen.
Am 9. September 1856 erfolgte in St. Pölten der Spatenstich für den neuen Hauptbahnhof.
Für die Stadt bedeutete das einen tiefen Einschnitt in ihr Bild.
Zuerst musste das Kremsertor weichen, bald darauf wurde die ganze Stadtmauer geschleift.
An ihrer Stelle entstand die heutige Promenade, und schon 1858 rollten die ersten Züge.

Gut zu wissen
Der St. Pöltner Hauptbahnhof liegt an der 1858 eröffneten Westbahn; der Spatenstich war bereits 1856.
Das heutige Aufnahmegebäude entstand ab 1887; von St. Pölten fährt man heute in rund 25 Minuten nach Wien.
Hier beginnt außerdem die schmalspurige Mariazellerbahn, die seit 1907 bis nach Mariazell führt.
Immer mehr Strecken
Nach der Westbahn kamen rasch weitere Linien hinzu.
1877 ging die Traisentalbahn von Leobersdorf über Kaumberg nach St. Pölten in Betrieb.
Acht Jahre später folgten die Strecken nach Krems und nach Tulln.
Mit jeder neuen Linie wuchs die Bedeutung des Bahnhofs.
Bald war das erste Gebäude für den vielen Verkehr zu klein geworden.

Das Aufnahmegebäude ab 1887
Ab dem Jahr 1887 entstand in zweijähriger Bauzeit das heutige Aufnahmegebäude.
Es erhielt eine Durchfahrt zur Kremser Landstraße.
Im Laufe der Zeit wurde der Bahnhof immer wieder umgebaut und erweitert.
Nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde er wieder aufgebaut.
So blieb der Bahnhof über mehr als anderthalb Jahrhunderte in Bewegung.

Der Start der Mariazellerbahn
Ab 1898 war der Bahnhof zugleich Ausgangspunkt der späteren Mariazellerbahn.
Diese schmalspurige Bahn wurde 1907 bis in den Wallfahrtsort Mariazell verlängert.
Wenige Jahre später wurde sie elektrisch betrieben.
Noch heute startet die beliebte Strecke in die Berge am St. Pöltner Bahnhof.
1911 kam außerdem eine eigene Straßenbahn in der Stadt hinzu.

Nach Wien in 25 Minuten
Die Westbahn ist bis heute die wichtigste Linie des Bahnhofs.
Nach dem Ausbau der Strecke fährt man in nur rund 25 Minuten bis nach Wien.
St. Pölten ist zudem die Endstation mehrerer Nebenbahnen.
Dazu zählen die Leobersdorfer Bahn und die Strecke durch das Tullnerfeld nach Krems und Tulln.
So laufen in St. Pölten Fern- und Nahverkehr eng zusammen.

Eine der ältesten Städte
St. Pölten erhielt bereits 1159 das Stadtrecht durch den Bischof von Passau.
Damit gilt es, wenn auch umstritten, als eine der ältesten Städte Österreichs.
Schon in der Römerzeit bestand an dieser Stelle eine Siedlung.
Später wuchs der Ort rund um ein altes Kloster heran.
Viele Spuren dieser langen Geschichte finden sich noch in der Altstadt.

Die barocke Altstadt
Berühmt ist St. Pölten vor allem für seine barocke Baukunst.
Die Baumeister Jakob Prandtauer und Joseph Munggenast prägten die Stadt im 18. Jahrhundert.
In ihrem Mittelpunkt liegt der weite Rathausplatz, der früher Breiter Markt hieß.
Ganz in der Nähe erhebt sich der alte Dom der Stadt.
Durch St. Pölten fließt der Fluss Traisen, der dem Alpenvorland hier seinen Lauf gibt.

Ankommen in St. Pölten
Ankommen in St. Pölten heißt, in der jüngsten Landeshauptstadt Österreichs aus dem Zug zu steigen.
Erst 1986 wurde die Stadt zur Hauptstadt von Niederösterreich.
Seitdem entstand am Rand der Altstadt ein modernes Regierungs- und Kulturviertel.
Vom Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Rathausplatz.
So verbindet die Stadt alte Geschichte und neue Bauten an einem großen Bahnknoten.

Häufige Fragen
Seit wann hat St. Pölten einen Bahnhof?
Welche Strecken beginnen in St. Pölten?
Wie lange dauert die Fahrt nach Wien?
Was ist die Mariazellerbahn?
Was kann man vom Bahnhof aus erreichen?
Weiterfahrt
→ Wien Hauptbahnhof, der erste Hauptbahnhof der Stadt – Wien ist über die Westbahn in rund 25 Minuten erreichbar.
