Zahlen, bitte!
„Auf Gleis eins wartet die kürzeste große Bergfahrt Norwegens.“
Wie lang ist die Flåmbahn?
→ Eine Strecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Flåmbahn zwischen Myrdal und Flåm misst 20,2 Kilometer. Auf dieser kurzen Strecke überwindet sie 865 Höhenmeter.
Die Flåmbahn gilt als eine der schönsten Zugfahrten der Welt.
Sie führt von den Bergen hinab zum Fjord.
Und doch ist sie erstaunlich kurz.

Die wichtigsten Zahlen
20,2 km
Streckenlänge
Myrdal bis Flåm
865 m
Höhenunterschied
auf kurzer Strecke
55 ‰
größte Neigung
sehr steil
20,2 Kilometer verbinden Hochgebirge und Fjordufer.
Die Flåmbahn auf einen Blick
Die Flåmbahn, norwegisch Flåmsbana, verbindet die Orte Myrdal und Flåm in der Provinz Vestland.
Sie liegt in der Gemeinde Aurland im Westen Norwegens.
In Myrdal zweigt sie von der Bergenbahn ab, der Hauptstrecke zwischen Bergen und Oslo.
Von dort verläuft sie nordwärts durch das Tal Flåmsdalen.
Sie endet am Aurlandsfjord, einem Seitenarm des großen Sognefjords.
So verbindet die Bahn das Hochgebirge mit dem Meer.

Wie lang ist die Strecke genau?
Die Flåmbahn ist nach Angaben der Wikipedia 20,2 Kilometer lang.
Für eine Bahn mit so großer Wirkung ist das eine sehr kurze Strecke.
Sie ist eingleisig ausgeführt und wird in beide Richtungen befahren.
Neben den beiden Endbahnhöfen bedient sie neun Zwischenhaltestellen.
Die Fahrt dauert dennoch rund eine Stunde pro Richtung.
Denn nicht die Länge bestimmt das Tempo, sondern die Steigung.
Gut zu wissen
Die Flåmbahn ist Teil der beliebten Rundreise „Norway in a Nutshell“ und wird oft mit Schiff und Bergenbahn kombiniert.
Trotz ihrer geringen Länge zählt sie zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Norwegens.
Der große Höhenunterschied
Auf diesen 20,2 Kilometern überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von 865 Metern.
Der Bahnhof Myrdal liegt auf etwa 867 Metern über dem Meer.
Der Bahnhof Flåm liegt dagegen nur zwei Meter über dem Meeresspiegel.
Zwischen Start und Ziel liegt also fast die gesamte Höhe eines Mittelgebirges.
Dieses Gefälle macht die Strecke zu einem technischen Kraftakt.
Jede Fahrt gleicht einem langen, kontrollierten Abstieg oder Aufstieg.
Eine der steilsten Normalspurbahnen
Die maximale Neigung der Strecke beträgt 55 Promille.
Das bedeutet 55 Meter Höhenunterschied auf 1000 Meter Länge.
Auf 16 Kilometern liegt die Neigung bei mindestens 28 Promille.
Der Mindestkurvenradius beträgt nur 130 Meter.
Damit gilt die Flåmbahn als eine der steilsten Normalspurbahnen Europas.
Sie kommt dabei ohne Zahnstange aus und fährt allein mit Reibung.
Tempo und Fahrzeit
Bergauf darf die Flåmbahn höchstens 40 Kilometer pro Stunde fahren.
Bergab sind nur 30 Kilometer pro Stunde erlaubt.
Diese niedrigen Grenzen schützen vor der starken Steigung.
So bleibt genug Zeit, die Landschaft aus dem Fenster zu betrachten.
Für Reisende ist die Langsamkeit kein Mangel, sondern ein Teil des Erlebnisses.
Die Bahn ist heute fast ausschließlich eine Touristenattraktion.
Tunnel und der Fluss Flåmselvi
Um lawinengefährdete Bereiche zu umgehen, führt die Strecke durch 20 Tunnel.
Mehrfach kreuzt sie den Fluss Flåmselvi im Tal.
Nur an einer einzigen Stelle wurde dafür eine richtige Brücke gebaut.
An den übrigen Kreuzungen fließt der Fluss in Rohren unter den Gleisen hindurch.
Der Bau in der engen Schlucht war aufwendig und gefährlich.
Viele Abschnitte wurden in mühsamer Handarbeit aus dem Fels geschlagen.
Bau und Eröffnung
Der Bau der Flåmbahn begann im Jahr 1924.
Die Eröffnung erfolgte 1940, mitten im Zweiten Weltkrieg.
Damit erhielt der Aurlandsfjord endlich Anschluss an die Bergenbahn.
Die elektrische Traktion besteht seit 1944.
Vorher fuhren Dampf- und später Elektrolokomotiven im Mischbetrieb.
Der Weg von der ersten Planung bis zum fertigen Gleis dauerte viele Jahre.
Vom Güterweg zur Touristenbahn
In den ersten Jahrzehnten diente die Bahn auch dem Güterverkehr.
Dieser wurde jedoch 1992 eingestellt.
Wegen niedriger Fahrpreise und hoher Kosten stand die Strecke vor der Stilllegung.
1998 übernahm die Gesellschaft Flåm Utvikling Marketing und Fahrkartenverkauf.
Die Preise wurden deutlich erhöht und neue Lokomotiven angeschafft.
Seitdem ist die Flåmbahn ein wirtschaftlicher Erfolg und ein Besuchermagnet.
Die Technik heute
Die Strecke ist mit 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselspannung elektrifiziert.
Seit 2005 ist sie mit dem Mobilfunksystem GSM-R ausgestattet.
Ein zentrales Betriebsleitsystem besitzt sie dagegen nicht.
Seit 2017 gehört die Strecke dem Infrastrukturunternehmen Bane NOR.
Die Züge betreibt weiterhin die Staatsbahn Vy als Subunternehmer.
So teilen sich mehrere Gesellschaften Besitz und Betrieb der kleinen Bahn.
Die Länge im Vergleich
Zwanzig Kilometer klingen nach einer kurzen Vorortstrecke.
Viele Bergbahnen in den Alpen sind ähnlich kurz, aber oft mit Zahnstange.
Die Flåmbahn verzichtet auf diese Hilfe und bleibt dennoch sehr steil.
Gerade diese Mischung aus Kürze und Steilheit macht sie besonders.
Sie zeigt, dass die Länge einer Bahn wenig über ihren Reiz aussagt.
Entscheidend ist, wie viel Landschaft auf diesen Kilometern zusammengedrängt ist.
Warum die kurze Strecke täuscht
Wer nur auf die 20,2 Kilometer schaut, unterschätzt die Fahrt leicht.
In Wahrheit steckt in jeder dieser Kilometer ein Stück Hochgebirge.
Der Zug windet sich durch Kehren, Tunnel und steile Hänge.
Am Ende liegt der stille Fjord, am Anfang die karge Bergwelt.
Diese Spannweite auf so wenig Strecke gibt es selten.
Deshalb zählt die kurze Flåmbahn zu den berühmtesten Bahnen der Welt.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
