Zahlen, bitte!
„Von Gleis eins rollt die hölzerne Nostalgiebahn über das Tramuntana-Gebirge.“
Welche Spurweite hat der Ferrocarril de Sóller?
→ Eine Bahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Der Ferrocarril de Sóller fährt in einer Spurweite von 914 Millimetern. Das entspricht genau drei englischen Fuß.
Auf Mallorca fährt eine Bahn wie aus einer anderen Zeit.
Hölzerne Wagen klettern über das Tramuntana-Gebirge.
Ihre Spurweite ist dabei besonders ungewöhnlich.

Die wichtigsten Zahlen
914 mm
Spurweite
drei englische Fuß
27 km
Streckenlänge
Palma–Sóller
1912
Eröffnung
16. April
914 Millimeter trennen die beiden Schienen.
Die Bahn über die Serra de Tramuntana
Der Ferrocarril de Sóller ist eine Bahngesellschaft auf der Insel Mallorca.
Sie betreibt die Bahnstrecke von Palma nach Sóller.
Dazu gehört auch eine Straßenbahn von Sóller zum Hafen Port de Sóller.
Die Strecke quert das Gebirge Serra de Tramuntana im Nordwesten der Insel.
Heute ist die Bahn vor allem bei Touristen beliebt.
Ihre alten Holzwagen gelten als Wahrzeichen der Region.

Welche Spurweite hat die Bahn?
Die Bahn fährt in einer Spurweite von 914 Millimetern.
Diese Zahl ergibt sich aus einem alten englischen Maß.
914 Millimeter entsprechen genau drei englischen Fuß.
Diese Spur ist schmaler als die weit verbreitete Meterspur von 1000 Millimetern.
Und sie ist deutlich schmaler als die Normalspur von 1435 Millimetern.
Damit zählt die Sóller-Bahn zu den echten Schmalspurbahnen.
Gut zu wissen
Die Holzwagen der Sóller-Bahn stammen zum Teil noch aus der Anfangszeit und werden sorgfältig gepflegt.
Die Fahrt gilt als eine der schönsten Bahnstrecken Spaniens und ist ein fester Punkt vieler Mallorca-Reisen.
Warum gerade diese Spur?
Die 914-Millimeter-Spur war seinerzeit auf Mallorca üblich.
Mehrere Inselbahnen wurden in diesem Maß gebaut.
In Palma bestand früher eine Gleisverbindung zum Netz der Ferrocarriles de Mallorca.
Diese Inselbahnen wurden in den 1970er Jahren jedoch umgebaut.
Die staatliche Gesellschaft FEVE stellte sie auf Meterspur um.
Die Sóller-Bahn behielt dagegen ihre historische Spurweite bis heute.
Die Strecke in Zahlen
Die Fernstrecke von Palma nach Sóller ist etwa 27 Kilometer lang.
Für die Querung des Gebirges mussten 13 Tunnel angelegt werden.
Hinzu kommt der 52 Meter lange Viadukt Cinc Ponts.
Dieser ist auch als Viaducte de Monreals bekannt.
Die Strecke beginnt in Palma an der Plaça d’Espanya.
Von dort klettert sie in engen Kurven in die Berge.
Gründung und Eröffnung
Die Gesellschaft wurde am 5. November 1905 als Privatbahn gegründet.
Sie erhielt zunächst eine Konzession bis zum Jahr 2011.
Die Bahnstrecke Palma–Sóller wurde am 16. April 1912 eröffnet.
Am selben Tag ging auch die Straßenbahn nach Port de Sóller in Betrieb.
Von Beginn an war die Bahn in privater Hand.
Das ist bis heute eine Besonderheit im europäischen Bahnwesen.
Die Elektrifizierung
Anfangs fuhr die Bahn mit Dampflokomotiven.
In den Tunneln beschwerten sich die Fahrgäste über den Rauch.
Deshalb begann 1927 die Elektrifizierung der Strecke.
Die Firma Siemens-Schuckert führte die Arbeiten aus.
Der elektrische Betrieb wurde am 14. Juli 1929 aufgenommen.
Die Fernstrecke wird mit 1200 Volt Gleichspannung betrieben.
Vom Orangentransport zur Touristenbahn
In der Anfangszeit diente die Bahn vor allem dem Gütertransport.
Transportiert wurden landwirtschaftliche Erzeugnisse aus Sóller.
Besonders die Orangen des Tals waren eine wichtige Fracht.
Vorher war Sóller nur schwer zu erreichen.
Der einzige Landweg führte über den 497 Meter hohen Coll de Sóller.
Ansonsten blieb nur der Seeweg um die Berge herum.
Die Straßenbahn zum Hafen
Von Sóller führt eine Straßenbahn hinunter nach Port de Sóller.
Diese Linie ergänzt die Fernstrecke aus Palma.
Sie verbindet den Ort mit dem Hafen am Mittelmeer.
Die Straßenbahn wird mit einer niedrigeren Spannung betrieben als die Fernbahn.
Auch hier sind alte, offene Wagen im Einsatz.
Besonders im Sommer ist die kurze Fahrt ans Meer sehr beliebt.
Eine der letzten ihrer Art
Die Konzession der Bahn wurde 2005 verlängert.
Sie reicht nun bis zum Jahr 2055.
Damit ist der langfristige Betrieb gesichert.
Die Bahn blieb über Jahrzehnte weitgehend unverändert.
Ihre historischen Fahrzeuge sind ein lebendiges Stück Technikgeschichte.
Sie zeigt, wie Bahnen vor über hundert Jahren aussahen.
Spurweiten im Vergleich
Die Spurweite entscheidet, wie breit die Gleise liegen.
Die Normalspur misst 1435 Millimeter und ist weltweit am häufigsten.
Die Meterspur misst 1000 Millimeter und ist bei Nebenbahnen verbreitet.
Die Sóller-Bahn liegt mit 914 Millimetern noch darunter.
Schmale Spuren erlauben engere Kurven in bergigem Gelände.
Genau das war im Tramuntana-Gebirge ein großer Vorteil.
Warum die Spur ein Stück Geschichte ist
Die 914 Millimeter sind heute ein seltenes Maß.
Sie erinnern an die britische Herkunft vieler früher Bahntechnik.
Während andere Inselbahnen auf Meterspur umgebaut wurden, blieb Sóller sich treu.
So fährt die Bahn bis heute in ihrer ursprünglichen Spur.
Jede Fahrt ist damit auch eine kleine Reise in die Vergangenheit.
Die Spurweite macht die Sóller-Bahn zu einem technischen Denkmal.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
