Zahlen, bitte!
„Dieser Zug fährt über die Stadtbahn, nächster Halt Friedrichstraße, Übergang zu allen Linien.“
Wie lang ist die Berliner Stadtbahn?
→ Eine Bahnstrecke in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Berliner Stadtbahn ist 11,2 Kilometer lang und verläuft weitgehend auf gemauerten Viaduktbögen in Ost-West-Richtung durch Berlin. Sie reicht vom Ostbahnhof bis zum Bahnhof Charlottenburg und trägt auf vier Gleisen S-Bahn, Regional- und Fernverkehr.
Wer in Berlin mit der S-Bahn durch die Mitte fährt, rollt fast immer über dieselbe berühmte Strecke.
Sie liegt hoch über den Straßen, auf endlosen Reihen gemauerter Bögen.
Diese Strecke hat einen Namen und eine erstaunlich genaue Länge.

Die wichtigsten Zahlen
11,2 km
Länge der Stadtbahn
Ostbahnhof bis Bahnhof Charlottenburg
1882
Eröffnung
am 7. Februar, einen Tag nach der Kaiserfahrt
731
Viaduktbögen
ursprünglich, auf rund 8 km gemauertem Viadukt
4
Gleise
zwei für Fern- und Regionalverkehr, zwei für die S-Bahn
Die 11,2 Kilometer sind die Länge der eigentlichen Stadtbahnstrecke, nicht die Summe aller darauf verkehrenden Linien.
Eine Bahn auf Bögen quer durch Berlin
Die Berliner Stadtbahn ist eine Eisenbahnstrecke mitten durch die Hauptstadt.
Sie verläuft in Ost-West-Richtung durch die historische Mitte und das westliche Zentrum.
Den größten Teil ihres Weges legt sie auf gemauerten Viaduktbögen zurück, den sogenannten Stadtbahnbögen.
Dadurch kreuzt sie Straßen und Plätze, ohne den Verkehr darunter zu stören.
Genutzt wird die Strecke ausschließlich für den Personenverkehr.

Die genaue Länge
Die Stadtbahn ist 11,2 Kilometer lang.
Sie reicht vom Ostbahnhof bis zum Bahnhof Charlottenburg im Westen.
Unterwegs hält sie unter anderem am Alexanderplatz, an der Friedrichstraße, am Hauptbahnhof und am Zoologischen Garten.
Auf dieser kurzen Strecke liegen einige der wichtigsten Bahnhöfe der Stadt.
Für ihre Länge ist die Stadtbahn damit außergewöhnlich dicht mit Verkehr belegt.
Gut zu wissen
Die Stadtbahn ist eine eigene Eisenbahnstrecke und nicht mit der gleichnamigen Bezeichnung für Straßenbahnsysteme in anderen Städten zu verwechseln.
Mit der Ringbahn zusammen bildet sie das Grundgerüst der Berliner S-Bahn: die Stadtbahn als Ost-West-Achse, der Ring als Kreis um die Innenstadt.
Vier Gleise, zwei Aufgaben
Die Stadtbahn besitzt auf ganzer Länge vier parallele Gleise.
Zwei davon nutzen Regional- und Fernverkehrszüge.
Die beiden anderen gehören der S-Bahn Berlin.
So teilen sich schnelle Fernzüge und dichte S-Bahnen dieselbe Trasse, ohne sich zu behindern.
Diese Trennung macht die Strecke zu einer der leistungsfähigsten Achsen im deutschen Bahnnetz.
Acht Kilometer auf Viaduktbögen
Der größte Teil der Stadtbahn liegt erhöht auf einem gemauerten Viadukt.
Rund acht ihrer elf Kilometer ruhen auf diesen Bögen.
Ursprünglich waren es 731 einzelne Viaduktbögen aus Ziegeln.
Der übrige Teil der Strecke verläuft auf Dämmen und über Brücken, etwa über die Spree.
Diese Bauweise prägt bis heute das Bild vieler Berliner Stadtteile.
Eröffnet im Jahr 1882
Die Stadtbahn wurde am 7. Februar 1882 offiziell eröffnet.
Einen Tag zuvor befuhr Kaiser Wilhelm I. die Strecke in seinem Hofzug.
Die Bauleitung lag seit 1878 bei der Königlichen Direktion der Berliner Stadteisenbahn.
Verantwortlich war der Ingenieur Ernst Dircksen.
Schon damals war die Strecke für den Durchgangsverkehr quer durch die Stadt gedacht.
Warum Berlin eine Hochbahn brauchte
Vor der Stadtbahn endeten die großen Bahnlinien in getrennten Kopfbahnhöfen am Rand der Stadt.
Wer von Ost nach West wollte, musste mitten in Berlin umsteigen und oft quer durch die Stadt fahren.
Die Stadtbahn verband diese Enden zum ersten Mal auf einer durchgehenden Linie.
Dadurch konnten Züge die Stadt ohne Kopfmachen durchqueren.
Die erhöhte Lage auf Bögen vermied dabei unzählige Kreuzungen mit Straßen.
Fernzüge über den Dächern
Auf den beiden Ferngleisen rollen heute Regionalzüge sowie ICE und Intercity.
Sie durchqueren die Stadt auf halber Höhe zwischen Erdgeschoss und Dächern.
Im Westen setzt sich die Strecke in Richtung Wannsee und Spandau fort.
Im Osten schließt sie an die Fernbahn in Richtung Frankfurt (Oder) an.
Die Stadtbahn ist damit ein Nadelöhr, durch das ein großer Teil des Berliner Fernverkehrs läuft.
Die S-Bahn auf der Stadtbahn
Auf den beiden S-Bahn-Gleisen fahren einige der meistgenutzten Linien Berlins.
Im dichten Takt bringen sie Fahrgäste zwischen Ost und West.
Fast jeder Halt ist zugleich ein Umsteigepunkt zu U-Bahn, Tram oder Bus.
Die Friedrichstraße und der Bahnhof Zoologischer Garten gehören zu den bekanntesten dieser Knoten.
Für viele Berliner ist die Stadtbahn das tägliche Rückgrat ihres Weges.
Ein Bauwerk unter Denkmalschutz
Die Stadtbahntrasse zwischen Ostbahnhof und der Holtzendorffstraße steht unter Denkmalschutz.
Geschützt sind vor allem die gemauerten Bögen und die historischen Bahnhöfe.
Sie gelten als herausragendes Zeugnis des frühen großstädtischen Bahnbaus.
Jede Sanierung muss deshalb auf die alte Bausubstanz Rücksicht nehmen.
So bleibt ein Verkehrsbauwerk des 19. Jahrhunderts mitten im Betrieb erhalten.
Leben in den Stadtbahnbögen
Die Räume unter den Viaduktbögen stehen nicht leer.
In vielen von ihnen haben sich Läden, Werkstätten und Lokale eingerichtet.
So wird aus dem reinen Bahnbauwerk ein Stück lebendige Stadt.
Über den Köpfen der Gäste rollen im Minutentakt die Züge.
Kaum ein anderes Bauwerk verbindet Verkehr und Alltag so eng.
Krieg, Teilung und Wiederaufbau
Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadtbahn schwer beschädigt.
Nach dem Krieg lief die Strecke quer durch das geteilte Berlin.
Der Bahnhof Friedrichstraße wurde zu einem berühmten Grenzübergang zwischen Ost und West.
Erst nach der Wiedervereinigung fuhr wieder durchgehender Verkehr über die ganze Länge.
Seither wurde die Strecke umfassend saniert und modernisiert.
Stadtbahn, Ring und U-Bahn
Die Stadtbahn ist nicht zu verwechseln mit der Berliner Ringbahn.
Die Ringbahn umschließt die Innenstadt in einem großen Kreis.
Die Stadtbahn durchquert dieselbe Innenstadt dagegen schnurgerade von Ost nach West.
Zusammen bilden beide Strecken das Grundgerüst des Berliner S-Bahn-Netzes.
Die U-Bahn wiederum verläuft meist tief darunter und ist ein eigenes System.
Was die 11,2 Kilometer bedeuten
Die Stadtbahn zeigt, dass eine kurze Strecke enorm wichtig sein kann.
Auf nur 11,2 Kilometern bündelt sie S-Bahn, Regional- und Fernverkehr.
Seit 1882 ist sie das steinerne Rückgrat des Berliner Bahnverkehrs.
Ihre Länge hat sich seit der Eröffnung kaum verändert.
Wer sie von einem Ende zum anderen fährt, durchquert die Geschichte der Stadt.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
