Zahlen, bitte!
„Mit Dampf und Zahnrad: Die Achenseebahn klettert auf 6,76 Kilometern von Jenbach hinauf zum Achensee.“
Wie lang ist die Achenseebahn?
→ Eine Dampfbahn in Zahlen.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!
Kurz gesagt
Die Achenseebahn in Tirol ist 6,76 Kilometer lang und fährt seit 1889 mit historischen Dampflokomotiven. Auf der Steilstrecke überwindet sie bis zu 160 Promille Steigung.
Von Jenbach im Inntal führt eine schmale Bahn hinauf zum Achensee.
Sie arbeitet teils mit Zahnstange und wird bis heute von Dampfloks gezogen.
Damit gehört sie zu den ältesten Bergbahnen der Alpen.

Die wichtigsten Zahlen
6,76 km
Streckenlänge
Jenbach bis Seespitz
160 ‰
größte Steigung
Zahnstange System Riggenbach
1889
Eröffnung
mit vier Dampflokomotiven
Die Bahn zweigt in Jenbach von der Strecke Kufstein–Innsbruck ab.
Was die Achenseebahn ist
Die Achenseebahn ist eine schmalspurige Bahn in Tirol.
Ihre Spurweite beträgt einen Meter.
Sie verbindet den Bahnhof Jenbach mit dem Achensee.
Ein Teil der Strecke fährt mit Zahnstange, ein Teil ohne.
Bis heute ziehen Dampflokomotiven die Wagen.

Die Länge in Zahlen
Die Strecke ist 6,76 Kilometer lang.
Sie beginnt im Inntal und endet am Seeufer.
Auf diesem kurzen Weg gewinnt die Bahn viel Höhe.
Die Länge wuchs erst mit der Verlängerung zum Seespitz.
Dort erreicht die Bahn den Dampfersteg am Achensee.
Gut zu wissen
Eine Leiterzahnstange nach dem System Riggenbach besteht aus zwei Schienen mit eingeschweißten Sprossen, in die das Zahnrad greift.
Die Achenseebahn ist eine von nur drei erhaltenen Zahnradbahnen in Österreich.
Von Jenbach zum Achensee
In Jenbach zweigt die Bahn von der Strecke Kufstein–Innsbruck ab.
Von dort geht es steil bergauf.
Das erste Ziel ist der Ort Eben.
Danach wird der Weg flacher.
Am Ende liegt der Achensee, der größte See Tirols.
Die gemischte Bauart
Die Achenseebahn nutzt zwei Antriebsarten.
Auf flachen Abschnitten fährt sie wie eine normale Bahn.
Das nennt man Adhäsionsbetrieb.
Auf der Steilstrecke kommt die Zahnstange hinzu.
So passt sich die Bahn dem Gelände an.
Die Steilstrecke mit 160 Promille
Die Steilstrecke liegt zwischen Jenbach und Eben.
Hier muss die Bahn bis zu 160 Promille überwinden.
Das ist eine sehr große Steigung.
Ohne Zahnstange wäre dieser Abschnitt nicht befahrbar.
Die Zahnstange sichert die Fahrt bergauf und bergab.
Das Zahnstangensystem Riggenbach
Die Achenseebahn nutzt das System Riggenbach.
Dabei kommt eine sogenannte Leiterzahnstange zum Einsatz.
Sie sieht aus wie eine liegende Leiter aus Stahl.
In ihre Sprossen greift das Zahnrad der Lok.
Dieses System zählt zu den ältesten seiner Art.
Die Eröffnung 1889
Die feierliche Eröffnung fand im Juni 1889 statt.
Gebaut wurde die Strecke als Lokalbahn.
Von Beginn an fuhren Dampflokomotiven.
Die Bahn war für ihre Zeit eine moderne Lösung.
Seitdem ist sie fast durchgehend in Betrieb.
Die vier Dampflokomotiven
Zur Eröffnung wurden vier Zahnrad-Dampflokomotiven beschafft.
Sie waren eigens für die Steilstrecke gebaut.
Eine der vier wurde später verschrottet.
Die übrigen drei blieben im Einsatz.
Sie prägen das Bild der Bahn bis heute.
Die ältesten Zahnradloks Österreichs
Die drei verbliebenen Maschinen sind sehr alt.
Sie gelten als die ältesten Zahnradbahnlokomotiven Österreichs.
Lange führten sie den Betrieb allein.
Ihre Pflege ist aufwendig, aber lohnend.
Für Eisenbahnfreunde sind sie ein Schatz.
Wie die Bahn entstand
Schon 1886 wurde eine Konzession beantragt.
Ein Konsul aus der Region trieb das Projekt voran.
Kaiser Franz Joseph I. erteilte schließlich die Genehmigung.
Manche Anrainer standen der neuen Technik skeptisch gegenüber.
Am Ende setzte sich die Bahn durch.
Das Kloster und der See
Der Achensee gehörte lange einem Kloster im Inntal.
Das Kloster betrieb die Dampfschifffahrt auf dem See.
Es stimmte dem Bahnbau mit einer Auflage zu.
Der Endbahnhof durfte nicht direkt am Anleger stehen.
So trafen Bahn und Schiff mit kurzem Abstand aufeinander.
Der Anschluss ans Netz
In Jenbach trifft die Achenseebahn auf die große Inntalbahn.
Dort halten Züge zwischen Kufstein und Innsbruck.
Auch die Zillertalbahn beginnt in Jenbach.
So ist der Bahnhof ein kleiner Knotenpunkt.
Reisende können bequem umsteigen.
Überlegungen zum Welterbe
Die Achenseebahn ist ein technisches Denkmal.
Im Jahr 2020 gab es Überlegungen zu einer Welterbe-Nominierung.
Der Dampfbetrieb macht die Bahn einzigartig.
Viele alte Anlagen sind noch erhalten.
Das macht sie für Fachleute besonders wertvoll.
Wie sich die Zahlen einordnen
Mit 6,76 Kilometern ist die Bahn kurz, aber steil.
Mit 160 Promille gehört sie zu den steilen Zahnradbahnen.
Sie ist eine von drei Zahnradbahnen in Österreich.
Der durchgehende Dampfbetrieb ist heute eine Seltenheit.
Das macht die Achenseebahn zu einem lebenden Museum.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
