Stimmt es, dass …?
„Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg: Hier begann in Deutschland das Zeitalter der Tempozüge.“
Stimmt es, dass die erste Neubaustrecke Hannover–Würzburg war?
→ Ein Bahn-Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt nur teilweise: Hannover–Würzburg war eine der ersten beiden Neubaustrecken der Bundesbahn. Die zweite war die Strecke Mannheim–Stuttgart, beide gingen 1991 vollständig in Betrieb.
Für schnelle Züge braucht es gerade und steigungsarme Strecken.
Solche eigens gebauten Trassen nennt die Bahn Neubaustrecken.
Die Strecke Hannover–Würzburg gehört zu den ersten dieser Art.

Die Fakten in Zahlen
1973
Baubeginn
Start des längsten DB-Neubauprojekts
1991
2. Juni
vollständige Inbetriebnahme
327 km
Länge
Strecke Hannover–Würzburg
Die Strecke entstand parallel zur ebenfalls neuen Verbindung Mannheim–Stuttgart.
Was der Mythos behauptet
Der Mythos sagt, die erste Neubaustrecke der Bahn sei die von Hannover nach Würzburg gewesen.
Gemeint ist eine eigens gebaute Strecke für schnelle Züge.
Solche Strecken heißen bei der Bahn Neubaustrecken.
Die Behauptung trifft fast zu, aber nicht ganz.
Denn Hannover–Würzburg entstand nicht allein.

Zwei Strecken zur gleichen Zeit
Die Deutsche Bundesbahn plante in den 1970er Jahren zwei Neubaustrecken.
Die eine führte von Hannover nach Würzburg.
Die andere verband Mannheim mit Stuttgart.
Beide gelten als die ersten Neubaustrecken der Bundesbahn.
Sie wurden parallel gebaut und etwa zur gleichen Zeit fertig.
Hannover–Würzburg war dabei die längere der beiden.
Gut zu wissen
Die Strecke Hannover–Würzburg war mit rund 327 Kilometern das längste zusammenhängende Neubauprojekt der Deutschen Bundesbahn.
Der Weltrekord des ICE-Versuchszugs von 406,9 km/h wurde 1988 auf dieser Strecke bei Gemünden am Main aufgestellt.
Ein Jahrzehnt Bauzeit
Der Bau begann bereits 1973.
Die Strecke ist rund 327 Kilometer lang.
Sie war das längste zusammenhängende Neubauprojekt der Bundesbahn.
Dafür waren viele Tunnel und Brücken nötig.
Die Arbeiten zogen sich über fast zwei Jahrzehnte.
Eröffnung in Etappen
Die Strecke ging nicht auf einen Schlag in Betrieb.
Erste Abschnitte wurden schon 1986 freigegeben.
1988 folgte unter anderem der Abschnitt bis Würzburg.
1990 kam ein weiterer Teil hinzu.
Am 2. Juni 1991 war die gesamte Strecke befahrbar.
Am selben Tag eröffnete auch die Strecke Mannheim–Stuttgart.
Die Rekordfahrt auf der neuen Strecke
Noch vor der vollen Eröffnung sorgte die Strecke für Schlagzeilen.
Am 1. Mai 1988 raste hier ein Versuchszug zum Rekord.
Bei Gemünden am Main erreichte er 406,9 Kilometer pro Stunde.
Das war damals ein Weltrekord für Schienenfahrzeuge.
Die neue Strecke zeigte so früh ihr Tempo.
Warum neue Strecken nötig waren
Die alten Hauptstrecken waren oft kurvig und überlastet.
Schnelle und langsame Züge behinderten sich gegenseitig.
Neue Trassen sollten mehr Tempo und Kapazität bringen.
Dafür baute man möglichst gerade und steigungsarme Strecken.
So entstand Platz für den späteren ICE-Verkehr.
Technik der Neubaustrecke
Auf der Strecke sind bis zu 280 Kilometer pro Stunde möglich.
Zahlreiche Tunnel führen durch die Mittelgebirge.
Hohe Talbrücken überspannen Flüsse und Täler.
Die Gleise sind für hohe Geschwindigkeiten besonders stabil verlegt.
So wurde schneller Bahnverkehr in Deutschland Wirklichkeit.
Was heute darüber fährt
Heute nutzen vor allem ICE-Züge die Strecke.
Sie verbinden den Norden Deutschlands mit dem Süden.
Auch Güterzüge rollen über Teile der Trasse.
Die Fahrzeiten sind gegenüber früher deutlich kürzer.
Die Strecke ist ein Rückgrat des Fernverkehrs geblieben.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt nur teilweise.
Hannover–Würzburg war eine der ersten beiden Neubaustrecken der Bundesbahn.
Die zweite war die Strecke Mannheim–Stuttgart.
Beide gingen 1991 vollständig in Betrieb, Hannover–Würzburg schon in Etappen davor.
Als alleinige erste Neubaustrecke kann man sie daher nicht bezeichnen.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
