Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, dieses Netz misst rund 10.900 Kilometer – und war einmal fast 17.000 Kilometer lang.“
Wie lang ist das Schienennetz Schwedens?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Schienennetz Schwedens hat eine Länge von rund 10.900 Kilometern (Stand 2019). Davon sind etwa 8185 Kilometer elektrifiziert, womit Schweden zu den größten Bahnländern Nordeuropas zählt.
Schweden ist ein großes, waldreiches Land mit langen Wegen zwischen den Städten.
Seine Eisenbahn gehört zu den ältesten und größten in Nordeuropa.
Doch das Netz ist heute kürzer, als es einmal war.

Das schwedische Netz in Zahlen
≈ 10.900 km
Streckennetz (2019)
eines der größten Netze Nordeuropas
8185 km
elektrifiziert (2019)
der weitaus größte Teil des Verkehrs
16.900 km
Höchststand 1939
danach schrumpfte das Netz
1849
erste Schienenstrecke
eine Pferdebahn am Fryken
Die Werte beschreiben die Streckenlänge, nicht jedes einzelne Gleis. Stand der jüngsten Angabe: 2019.
Rund 10.900 Kilometer Strecke
Das schwedische Schienennetz hatte 2019 eine Länge von rund 10.900 Kilometern.
Einige Jahre zuvor, im Jahr 2006, waren es noch 11.481 Kilometer.
Das Netz ist damit eines der größten in ganz Nordeuropa.
Es verbindet den dicht besiedelten Süden mit dem weiten, dünn besiedelten Norden.
Die Zahl macht deutlich, wie viel Fläche die schwedische Bahn abdecken muss.

Ein Netz, das geschrumpft ist
Im Jahr 1939 war das schwedische Netz mit rund 16.900 Kilometern am längsten.
Seitdem wurde es über die Jahrzehnte deutlich kleiner.
Viele kleine Nebenstrecken wurden stillgelegt, weil sich der Betrieb nicht mehr lohnte.
Übrig blieben die wichtigen Hauptstrecken und viele Vorortlinien der großen Städte.
Der Rückbau ist ein Muster, das viele europäische Bahnen im 20. Jahrhundert erlebten.
Gut zu wissen
Die Angaben stammen aus der Darstellung des Schienenverkehrs in Schweden; die jüngste Netzlänge bezieht sich auf 2019.
Als Streckenlänge zählt der Weg, nicht jedes Gleis: Ein zweigleisiger Abschnitt wird nur einmal gerechnet.
Fast alles unter Strom
Von den rund 10.900 Kilometern waren 2019 etwa 8185 Kilometer elektrifiziert.
Das ist ein sehr hoher Anteil im europäischen Vergleich.
Auf den elektrischen Strecken rollt der größte Teil des Personen- und Güterverkehrs.
Schweden gewinnt viel Strom aus Wasserkraft, was die Bahn besonders sauber macht.
Nur wenige Nebenstrecken werden noch mit Dieselzügen bedient.
Wie 1849 alles begann
Als erstes öffentliches Schienenverkehrsmittel Schwedens fuhr 1849 eine Pferdebahn.
Sie gehörte zur Frykstad–Klara Älvs Järnväg am Ufer des Sees Fryken.
Von diesen Anfängen aus wuchs das Netz rasch in alle Landesteile.
Schon bald lösten Dampflokomotiven die Pferde ab.
Die frühe Bahn war für ein so großes Land ein gewaltiger Fortschritt.
Der Beschluss von 1854
Bereits 1854 beschloss der schwedische Reichstag ein nationales Schienennetz.
Es sollte aus sogenannten Stammbahnen bestehen, auf Schwedisch Stambanor.
Diese Hauptstrecken bildeten das Gerüst des späteren Netzes.
Der Staat legte damit früh die großen Linien fest.
Erst danach füllten viele kleinere Bahnen die Lücken.
Privat gegen Staat
Schon 1876 gab es rund 2800 Kilometer private Bahnstrecken.
Dem standen nur etwa 1500 Kilometer Strecken der Staatsbahn SJ gegenüber.
Vor allem im Süden bauten private Gesellschaften das Netz aus.
So entstand ein Flickenteppich aus staatlichen und privaten Linien.
Erst später kamen viele Strecken in staatliche Hand.
Normalspur und Schmalspur
Die großen Hauptstrecken sind in Normalspur mit 1435 Millimetern gebaut.
Daneben entstanden im Süden ausgedehnte Schmalspurnetze.
Verbreitet waren vor allem die Spurweiten 891 Millimeter und 1067 Millimeter.
Schmalspur war billiger zu bauen und passte gut in hügeliges Gelände.
Viele dieser Strecken verschwanden später oder wurden umgespurt.
Erz, Holz und weite Wege
Im hohen Norden bringt die Bahn vor allem Eisenerz zu den Häfen.
Diese Erzstrecken gehören zu den am stärksten belasteten Linien des Landes.
Auch Holz und Papier aus den großen Wäldern reisen über die Schiene.
Für ein dünn besiedeltes Land ist der Güterverkehr besonders wichtig.
Die langen Wege machen die Eisenbahn hier zum Rückgrat der Wirtschaft.
Warum Elektrifizierung sich lohnt
Auf langen Strecken spart die elektrische Bahn viel Treibstoff.
Elektrische Lokomotiven sind stark und für schwere Güterzüge gut geeignet.
Weil Schweden viel Wasserkraft hat, ist der Strom vergleichsweise sauber.
Das erklärt den hohen Elektrifizierungsgrad von über drei Vierteln des Netzes.
Für den Norden mit seinen Erzzügen ist das ein großer Vorteil.
Im Vergleich mit den Nachbarn
Norwegens Netz misst gut 4200 Kilometer, das dänische rund 3100.
Schweden liegt mit rund 10.900 Kilometern deutlich darüber.
Das liegt an der großen Fläche und der weit verteilten Besiedlung.
Auch Industrie und Bergbau verlangen viele Strecken.
Unter den nordischen Ländern hat Schweden damit das längste Netz.
Was die Zahl heute bedeutet
Die rund 10.900 Kilometer tragen heute moderne Schnellzüge und dichten Nahverkehr.
Zwischen den großen Städten verkehren schnelle Fernzüge.
In den Ballungsräumen sorgen Pendelzüge für kurze Takte.
Das Netz ist damit gleichzeitig alt gewachsen und technisch auf der Höhe der Zeit.
Jeder Kilometer erfüllt eine andere Aufgabe.
Was die Zahl erzählt
Die 10.900 Kilometer sind das Ergebnis von über 170 Jahren Bahngeschichte.
Sie zeigen Aufstieg, Rückbau und Modernisierung in einer einzigen Angabe.
Hinter der Zahl stehen Erzzüge, Pendler und lange Nachtfahrten in den Norden.
Wer sie kennt, sieht die schwedische Bahn mit anderen Augen.
Und die nächste Fahrt durch die Wälder wird ein wenig greifbarer.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
