Zahlen, bitte!
„Sehr geehrte Fahrgäste, willkommen zu einer Reise über 4221 Kilometer, durch 723 Tunnel und über 2618 Brücken.“
Wie lang ist das Schienennetz Norwegens?
→ Ein Netz in Zahlen.
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Kurz gesagt
Das Schienennetz Norwegens hat eine Betriebslänge von 4221 Kilometern und wird vom staatlichen Unternehmen Bane NOR betrieben. Gut die Hälfte davon ist elektrifiziert, und wegen der vielen Berge zählt das Netz 723 Tunnel und 2618 Brücken.
Norwegen ist ein langes, schmales Land mit Bergen, Fjorden und wenig flachem Raum für Gleise.
Trotzdem reicht sein Schienennetz von der Hauptstadt im Süden bis weit in den Norden.
Die wichtigste Zahl dazu lässt sich genau beziffern.

Das norwegische Netz in Zahlen
4221 km
Betriebslänge
normalspurig, betrieben von Bane NOR
2456 km
elektrifiziert
etwas mehr als die Hälfte des Netzes
723
Tunnel
das Land ist von Bergen durchzogen
2618
Brücken
dazu nur rund 300 km zweigleisige Strecke
Alle Werte beziehen sich auf das Netz von Bane NOR, dem staatlichen Eisenbahninfrastrukturunternehmen.
Eine Zahl für ein schmales Land
Das größte norwegische Eisenbahninfrastrukturunternehmen ist das staatliche Bane NOR.
Es betreibt ein Streckennetz mit einer Betriebslänge von 4221 Kilometern.
Alle diese Strecken sind normalspurig und haben eine Spurweite von 1435 Millimetern.
Für ein Land, das sich über rund 1700 Kilometer von Süd nach Nord erstreckt, ist das ein eher dünnes Netz.
Die Zahl erzählt deshalb viel über die Geografie Norwegens.

Was die Betriebslänge misst
Die Betriebslänge zählt die reine Streckenlänge, nicht jedes einzelne Gleis.
Ein Bahnhof mit vielen Gleisen zählt also nur einmal, so wie ein Weg auf der Landkarte.
Deshalb liegt die Zahl der tatsächlich verlegten Gleise noch deutlich höher.
Die 4221 Kilometer beschreiben das Rückgrat, auf dem Personen- und Güterzüge fahren.
Wer die Zahl mit anderen Ländern vergleicht, sollte immer dieselbe Messweise nehmen.
Gut zu wissen
Die Angaben stammen aus der Darstellung des Schienenverkehrs in Norwegen und beziehen sich auf das Netz von Bane NOR.
Betriebslänge bedeutet Streckenlänge: Ein Abschnitt zählt einmal, auch wenn dort mehrere Gleise liegen.
Nur rund 300 Kilometer zweigleisig
Der größte Teil des norwegischen Netzes ist eingleisig.
Nur etwa 300 Kilometer sind zweigleisig ausgebaut.
Auf eingleisigen Strecken muss ein Zug warten, bis der Gegenzug einen Ausweichbahnhof erreicht hat.
Das kostet Zeit und macht den Fahrplan anfällig für Verspätungen.
Zweigleisige Abschnitte liegen vor allem rund um Oslo, wo die meisten Züge verkehren.
Mehr als die Hälfte unter Fahrdraht
Von den 4221 Kilometern sind 2456 Kilometer elektrifiziert.
Das ist etwas mehr als die Hälfte des Netzes.
Auf den übrigen Strecken fahren weiterhin Dieselzüge.
Norwegen gewinnt seinen Strom fast vollständig aus Wasserkraft, was die elektrische Bahn besonders sauber macht.
Die Elektrifizierung weiterer Strecken gilt deshalb als wichtiger Baustein für den Klimaschutz.
723 Tunnel und 2618 Brücken
Zum norwegischen Streckennetz gehören 723 Tunnel und 2618 Brücken.
Das sind sehr viele Bauwerke für ein vergleichsweise kurzes Netz.
Der Grund ist die Landschaft aus Bergen, Tälern und Fjorden.
Fast überall muss die Bahn einen Hang durchbohren oder ein Tal überspannen.
Jeder Tunnel und jede Brücke macht den Bau teuer und die Instandhaltung aufwendig.
Wie 1854 alles begann
Als erste Bahnstrecke Norwegens ging 1854 die Hovedbane in Betrieb.
Sie war 68 Kilometer lang und verband Christiania, das heutige Oslo, mit Eidsvoll.
Schon diese erste Strecke war normalspurig ausgeführt.
Von diesem Anfang aus wuchs das Netz über Jahrzehnte in Richtung Küste und Norden.
Viele der großen Linien entstanden erst im 20. Jahrhundert.
Von der Pferdebahn zur Elektrischen
Die erste Straßenbahn Norwegens war eine 1875 eröffnete Pferdebahn in Oslo.
1894 fuhr in Oslo die erste elektrische Straßenbahn des Landes.
Fern- und Nahverkehr entwickelten sich damit fast gleichzeitig.
Heute ist die Eisenbahn für viele Pendler im Großraum Oslo das wichtigste Verkehrsmittel.
Die Straßenbahn ergänzt dieses Angebot in der Stadt.
Berge, Fjorde und berühmte Strecken
Zum norwegischen Netz gehören einige der spektakulärsten Bahnstrecken Europas.
Die Bergensbanen zwischen Oslo und Bergen gilt als eine der schönsten Gebirgsbahnen überhaupt.
Auch die Dovrebanen und die Nordlandsbanen führen durch eindrucksvolle Landschaften.
Solche Strecken sind nicht nur Verkehrsweg, sondern auch Reiseziel.
Sie zeigen, warum die wenigen Kilometer in Norwegen so viel Technik verlangen.
Warum das Netz dünn wirkt
Norwegen hat nur wenige große Städte und viel leeres Land dazwischen.
Ein dichtes Netz würde sich in dünn besiedelten Regionen kaum lohnen.
Jeder Streckenkilometer durch das Gebirge kostet ein Vielfaches einer Strecke im Flachland.
Deshalb konzentriert sich der Verkehr auf wenige, dafür wichtige Linien.
Die 4221 Kilometer sind also eher sorgfältig ausgewählt als flächendeckend verteilt.
Im Vergleich mit den Nachbarn
Das dänische Netz misst rund 3100 Kilometer, das norwegische gut 4200.
Schweden hat mit rund 10.900 Kilometern ein deutlich größeres Netz.
Das liegt an mehr Fläche, mehr Industrie und mehr ebenem Gelände in Schweden.
Gegenüber Deutschland ist das norwegische Netz nur ein kleiner Bruchteil.
Die Zahl wird erst durch den Vergleich wirklich anschaulich.
Ein Netz, das langsam wächst
Neue zweigleisige Abschnitte und längere Tunnel entstehen vor allem rund um Oslo.
Solche Projekte dauern lange, weil Planung und Bau im Gebirge aufwendig sind.
Jeder neue Kilometer soll mehr Züge und pünktlichere Fahrten ermöglichen.
Das Netz verändert sich damit nur in kleinen Schritten.
Die Gesamtzahl von 4221 Kilometern bleibt über Jahre hinweg recht stabil.
Was die Zahl erzählt
Die 4221 Kilometer sind mehr als eine nüchterne Angabe.
Sie beschreiben, wie ein Land mit schwieriger Landschaft seine Städte verbindet.
Tunnel, Brücken und eingleisige Strecken stecken alle in dieser einen Zahl.
Wer sie kennt, versteht die norwegische Bahn ein Stück besser.
Und beim nächsten Blick aus dem Zugfenster bekommt die Zahl ein Gesicht.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
