Zahlen, bitte!
„Talfahrt mit Wasser im Tank, die wohl eigenwilligste Bahn der Stadt Freiburg.“
Wie alt ist die Standseilbahn von Freiburg im Üechtland?
→ Eine Bahn mit Wasserantrieb in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Standseilbahn von Freiburg im Üechtland fährt seit 1899. Sie ist die letzte Wasserballastbahn der Schweiz und überwindet 56,4 Höhenmeter.
In der Stadt Freiburg im Üechtland trennt ein steiler Hang zwei Stadtteile.
Eine kleine Standseilbahn verbindet sie seit dem 19. Jahrhundert.
Die spannende Frage lautet: Wie alt ist diese besondere Bahn?

Die wichtigsten Zahlen
1899
Betriebsbewilligung
gebaut 1898 für 140.000 Franken
56,4 m
Höhendifferenz
zwischen Unter- und Oberstadt
55,0 %
größte Neigung
im Schnitt 53,7 Prozent
letzte
Wasserballastbahn der Schweiz
ein nationales Kulturgut
Alle Werte nach der deutschsprachigen Wikipedia zur Standseilbahn Neuveville–Saint-Pierre.
Seit 1899 zwischen den Stadtteilen
Die Standseilbahn von Freiburg im Üechtland fährt seit 1899.
Sie verbindet die beiden Stadtteile Neuveville und Saint-Pierre.
Zwischen ihnen liegt ein steiler Hang.
Ohne die Bahn wäre der Weg ein mühsamer Aufstieg.
So überbrückt sie seit über 125 Jahren diesen Höhenunterschied.

Die letzte ihrer Art in der Schweiz
Die Bahn ist die letzte Standseilbahn mit Wasserballast der Schweiz.
Früher gab es viele solcher Bahnen im Land.
Eine nach der anderen wurde auf andere Antriebe umgestellt.
In Freiburg aber blieb die alte Technik erhalten.
Das macht die Bahn zu einer echten Rarität.
Gut zu wissen
Eine Wasserballastbahn braucht weder Motor noch Strom.
Der obere Wagen wird mit Wasser beschwert und zieht den unteren beim Absenken nach oben.
In Freiburg stammt das Ballastwasser aus dem Abwasser der Stadt.
Angetrieben mit Abwasser
Die Bahn nutzt zum Antrieb kein Benzin und keinen Strom.
Stattdessen wird der obere Wagen mit Wasser gefüllt.
In Freiburg stammt dieses Wasser aus dem Abwasser der Stadt.
Das Gewicht des Wassers zieht den Wagen talwärts.
So fährt die Bahn auf ungewöhnlich umweltschonende Weise.
Wie der Wasserantrieb funktioniert
An der Bergstation füllt der obere Wagen einen großen Tank.
Mit dem Wasser wird er schwerer als der untere Wagen.
Das Übergewicht zieht ihn nach unten.
Über das gemeinsame Seil fährt der untere Wagen dabei nach oben.
Unten lässt der Wagen das Wasser wieder ab.
Gebaut im Jahr 1898
Der Bau der Bahn dauerte von März bis Dezember 1898.
Er kostete damals 140.000 Schweizer Franken.
Im Februar 1899 erteilte der Bundesrat die Betriebsbewilligung.
Schon nach wenigen Jahren erwirtschaftete die Bahn Gewinne.
Der rasche Erfolg sicherte ihr langes Überleben.
56,4 Höhenmeter
Die Bahn überwindet eine Höhendifferenz von 56,4 Metern.
Das klingt wenig, ist auf kurzer Strecke aber viel.
Zwischen Unter- und Oberstadt liegt genau dieser Unterschied.
Für Fußgänger bedeutet das viele steile Stufen.
Die Bahn erledigt den Anstieg in kurzer Zeit.
Steil mit bis zu 55 Prozent
Die größte Neigung der Bahn beträgt 55,0 Prozent.
Im Schnitt sind es 53,7 Prozent.
Damit gehört die kurze Bahn zu den steileren der Schweiz.
Auf 100 Metern gewinnt sie über 50 Meter an Höhe.
Der steile Hang war der Grund, überhaupt eine Bahn zu bauen.
Zwei kleine Wagen
Die Bahn fährt mit zwei Wagen.
Jeder Wagen fasst 20 Personen.
Ein Zugseil mit 26 Millimetern Durchmesser verbindet sie.
Fährt der eine hinab, fährt der andere hinauf.
Die beiden Wagen gleichen sich im Gewicht aus.
Als die Stadt die Bahn übernahm
1965 kaufte die Stadt Freiburg die Mehrheit der Aktien.
Damit ging die Bahn in öffentliche Hand über.
1977 fusionierte die Betreibergesellschaft mit den städtischen Verkehrsbetrieben.
Aus ihnen wurden die heutigen Transports publics fribourgeois.
So wurde die alte Bahn Teil des modernen Nahverkehrs.
Der Achsbruch von 1996
Im Oktober 1996 erlitt ein Wagen einen Achsbruch.
Daraufhin schritt das Bundesamt für Verkehr ein.
Es ordnete eine Totalrevision der Bahn an.
Die Anlage wurde gründlich überholt und gesichert.
Danach konnte die historische Bahn weiterfahren.
Ein nationales Kulturgut
Die Bahn gehört zum nationalen Kulturgut der Schweiz.
Sie gilt damit als besonders schützenswert.
Ihre seltene Technik ist der Grund für diesen Status.
Zugleich bleibt sie ein ganz normales Verkehrsmittel.
Geschichte und Alltag gehen hier Hand in Hand.
Auch Deutschland hat eine solche Bahn
Wasserballastbahnen sind heute sehr selten geworden.
In Deutschland fährt nur noch die Nerobergbahn in Wiesbaden mit Wasser.
Sie und die Freiburger Bahn teilen dasselbe alte Prinzip.
Beide zeigen, wie Bahnen vor dem Zeitalter des Stroms fuhren.
Als lebende Technikdenkmäler sind sie etwas Besonderes.
1899 im Vergleich
Mit dem Jahr 1899 gehört die Bahn zu den älteren der Schweiz.
Die Gurtenbahn in Bern wurde im selben Jahr fertig.
Die Biel-Magglingen-Bahn fährt schon seit 1887.
Die Drahtseilbahn nach Augustusburg kam erst 1911.
Die Freiburger Bahn ist also eine der frühen Vertreterinnen ihrer Art.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
