Zahlen, bitte!
„Seit 1879 zieht die Giessbachbahn Gäste vom Brienzersee hinauf zum Grandhotel.“
Wie alt ist die Giessbachbahn?
→ Eine Standseilbahn in Zahlen.
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Kurz gesagt
Die Giessbachbahn wurde 1879 eröffnet und ist damit die älteste noch in Betrieb stehende Standseilbahn der Schweiz. Ihre Strecke ist nur 345 Meter lang.
Die Giessbachbahn ist eine kurze Standseilbahn am Brienzersee im Berner Oberland.
Sie bringt Gäste vom Schiffssteg hinauf zum Grandhotel Giessbach.
Trotz ihrer geringen Länge ist sie ein Stück Schweizer Verkehrsgeschichte.

Die wichtigsten Zahlen
1879
Eröffnung
21. Juli
345 m
Streckenlänge
Standseilbahn
98 m
Höhenunterschied
Steigung bis 320 Promille
Als älteste noch betriebene Standseilbahn der Schweiz fährt die Bahn seit 1879.
Die kurze Antwort
Die Giessbachbahn wurde am 21. Juli 1879 eröffnet.
Damit ist sie die älteste noch in Betrieb stehende Standseilbahn der Schweiz.
Zugleich war sie die erste nur für den Tourismus gebaute Seilbahn des Landes.
Ihre Strecke ist nur 345 Meter lang und überwindet 98 Höhenmeter.

Am Brienzersee
Die Bahn liegt am Ufer des Brienzersees im Berner Oberland.
Oberhalb des Sees thront das Grandhotel Giessbach.
Gleich daneben stürzen die bekannten Giessbachfälle in die Tiefe.
Die Bahn verbindet den Schiffssteg mit dem Hotel auf der Höhe.
Gut zu wissen
Die Giessbachbahn war die erste nur für den Tourismus erbaute Seilbahn der Schweiz.
Neben der Bahn stürzen die Giessbachfälle in mehreren Stufen zum Brienzersee hinab.
Seit 1879 in Betrieb
Gerechnet ab 1879 ist die Bahn weit über hundert Jahre alt.
Das Grandhotel war schon 1875 eröffnet worden.
Für den bequemen Aufstieg der Gäste baute man wenige Jahre später die Bahn.
Seitdem fährt sie fast ununterbrochen.
345 Meter und 98 Höhenmeter
Die Strecke misst nur 345 Meter.
Auf dieser kurzen Distanz überwindet die Bahn 98 Höhenmeter.
Die Steigung liegt zwischen 240 und 320 Promille.
Damit ist die Bahn für ihre Länge erstaunlich steil.
Die erste Wasserballastbahn der Schweiz
Angetrieben wurde die Bahn zunächst durch Wasserballast.
Der obere Wagen wurde mit Wasser gefüllt und zog so den unteren hinauf.
Dieses einfache Prinzip kam ganz ohne Motor aus.
Die Giessbachbahn war die erste Wasserballastbahn der Schweiz.
Wie sich der Antrieb wandelte
1912 wurde die Bahn auf einen Antrieb durch eine Turbine umgebaut.
1948 ersetzte ein Elektroantrieb mit zwei Motoren die alte Technik.
1958 trat an ihre Stelle ein einziger Motor aus der Maschinenfabrik Oerlikon.
So wuchs die Bahn mit der Technik ihrer Zeit mit.
Brücken und Wagen
Der obere Abschnitt verläuft über fünf filigrane Fachwerk-Bogenbrücken.
Zusammen sind diese Brücken 174 Meter lang.
Die Wagen der Bahn messen jeweils elf Meter.
Brücken und Wagen stammen aus der Gründerzeit der Bahn.
Gebaut in Aarau
Die Bauteile der Bahn entstanden in einer Werkstatt in Aarau.
Dahinter stand der Seilbahnpionier Niklaus Riggenbach.
Sein Name ist eng mit den frühen Schweizer Bergbahnen verbunden.
Die Giessbachbahn gehört zu seinen frühen Werken.
Das Grandhotel Giessbach
Das Grandhotel war der Grund für den Bau der Bahn.
Es zog schon im 19. Jahrhundert Reisende aus ganz Europa an.
Die Bahn war der elegante Zubringer vom See zum Haus.
Hotel und Bahn bilden bis heute ein Ensemble.
Gerettet durch Franz Weber
1979 wurde das Hotel geschlossen und sollte einem Neubau weichen.
Der Umweltschützer Franz Weber verhinderte dies.
1983 kaufte die Vereinigung Helvetia Nostra das Haus und stellte es unter Schutz.
1989 wurde der Gleiskörper der Bahn erneuert.
Eine Standseilbahn erklärt
Bei einer Standseilbahn hängen zwei Wagen an einem gemeinsamen Seil.
Der eine fährt hinauf, während der andere hinabfährt.
In der Mitte der Strecke weichen sie einander auf einer Ausweiche aus.
Die Giessbachbahn gilt als älteste eingleisig gebaute Standseilbahn mit einer solchen Ausweiche.
Die Zahlen im Vergleich
Mit 345 Metern ist die Bahn sehr kurz, mit über 140 Jahren aber sehr alt.
Gerade dieses Verhältnis macht sie besonders.
Viele jüngere Bahnen sind länger, aber keine ist älter in Betrieb.
Die Jahreszahl 1879 ist deshalb ihre wichtigste Zahl.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
