Wie alt ist die Giessbachbahn?

Zahlen, bitte!

„Seit 1879 zieht die Giessbachbahn Gäste vom Brienzersee hinauf zum Grandhotel.“

Wie alt ist die Giessbachbahn?

→ Eine Standseilbahn in Zahlen.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Zahlen, bitte!

Kurz gesagt

Die Giessbachbahn wurde 1879 eröffnet und ist damit die älteste noch in Betrieb stehende Standseilbahn der Schweiz. Ihre Strecke ist nur 345 Meter lang.

Die Giessbachbahn ist eine kurze Standseilbahn am Brienzersee im Berner Oberland.

Sie bringt Gäste vom Schiffssteg hinauf zum Grandhotel Giessbach.

Trotz ihrer geringen Länge ist sie ein Stück Schweizer Verkehrsgeschichte.

Grandhotel Giessbach DSC06252
Foto: Krol:k, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die wichtigsten Zahlen

1879

Eröffnung

21. Juli

345 m

Streckenlänge

Standseilbahn

98 m

Höhenunterschied

Steigung bis 320 Promille

Als älteste noch betriebene Standseilbahn der Schweiz fährt die Bahn seit 1879.

Die kurze Antwort

Die Giessbachbahn wurde am 21. Juli 1879 eröffnet.

Damit ist sie die älteste noch in Betrieb stehende Standseilbahn der Schweiz.

Zugleich war sie die erste nur für den Tourismus gebaute Seilbahn des Landes.

Ihre Strecke ist nur 345 Meter lang und überwindet 98 Höhenmeter.

Hotelkomplex Giessbach DSC06255
Foto: Krol:k, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Am Brienzersee

Die Bahn liegt am Ufer des Brienzersees im Berner Oberland.

Oberhalb des Sees thront das Grandhotel Giessbach.

Gleich daneben stürzen die bekannten Giessbachfälle in die Tiefe.

Die Bahn verbindet den Schiffssteg mit dem Hotel auf der Höhe.

Gut zu wissen

Die Giessbachbahn war die erste nur für den Tourismus erbaute Seilbahn der Schweiz.

Neben der Bahn stürzen die Giessbachfälle in mehreren Stufen zum Brienzersee hinab.

Seit 1879 in Betrieb

Gerechnet ab 1879 ist die Bahn weit über hundert Jahre alt.

Das Grandhotel war schon 1875 eröffnet worden.

Für den bequemen Aufstieg der Gäste baute man wenige Jahre später die Bahn.

Seitdem fährt sie fast ununterbrochen.

345 Meter und 98 Höhenmeter

Die Strecke misst nur 345 Meter.

Auf dieser kurzen Distanz überwindet die Bahn 98 Höhenmeter.

Die Steigung liegt zwischen 240 und 320 Promille.

Damit ist die Bahn für ihre Länge erstaunlich steil.

Die erste Wasserballastbahn der Schweiz

Angetrieben wurde die Bahn zunächst durch Wasserballast.

Der obere Wagen wurde mit Wasser gefüllt und zog so den unteren hinauf.

Dieses einfache Prinzip kam ganz ohne Motor aus.

Die Giessbachbahn war die erste Wasserballastbahn der Schweiz.

Wie sich der Antrieb wandelte

1912 wurde die Bahn auf einen Antrieb durch eine Turbine umgebaut.

1948 ersetzte ein Elektroantrieb mit zwei Motoren die alte Technik.

1958 trat an ihre Stelle ein einziger Motor aus der Maschinenfabrik Oerlikon.

So wuchs die Bahn mit der Technik ihrer Zeit mit.

Brücken und Wagen

Der obere Abschnitt verläuft über fünf filigrane Fachwerk-Bogenbrücken.

Zusammen sind diese Brücken 174 Meter lang.

Die Wagen der Bahn messen jeweils elf Meter.

Brücken und Wagen stammen aus der Gründerzeit der Bahn.

Gebaut in Aarau

Die Bauteile der Bahn entstanden in einer Werkstatt in Aarau.

Dahinter stand der Seilbahnpionier Niklaus Riggenbach.

Sein Name ist eng mit den frühen Schweizer Bergbahnen verbunden.

Die Giessbachbahn gehört zu seinen frühen Werken.

Das Grandhotel Giessbach

Das Grandhotel war der Grund für den Bau der Bahn.

Es zog schon im 19. Jahrhundert Reisende aus ganz Europa an.

Die Bahn war der elegante Zubringer vom See zum Haus.

Hotel und Bahn bilden bis heute ein Ensemble.

Gerettet durch Franz Weber

1979 wurde das Hotel geschlossen und sollte einem Neubau weichen.

Der Umweltschützer Franz Weber verhinderte dies.

1983 kaufte die Vereinigung Helvetia Nostra das Haus und stellte es unter Schutz.

1989 wurde der Gleiskörper der Bahn erneuert.

Eine Standseilbahn erklärt

Bei einer Standseilbahn hängen zwei Wagen an einem gemeinsamen Seil.

Der eine fährt hinauf, während der andere hinabfährt.

In der Mitte der Strecke weichen sie einander auf einer Ausweiche aus.

Die Giessbachbahn gilt als älteste eingleisig gebaute Standseilbahn mit einer solchen Ausweiche.

Die Zahlen im Vergleich

Mit 345 Metern ist die Bahn sehr kurz, mit über 140 Jahren aber sehr alt.

Gerade dieses Verhältnis macht sie besonders.

Viele jüngere Bahnen sind länger, aber keine ist älter in Betrieb.

Die Jahreszahl 1879 ist deshalb ihre wichtigste Zahl.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Häufige Fragen

Wie alt ist die Giessbachbahn?
Sie wurde am 21. Juli 1879 eröffnet und ist damit die älteste noch betriebene Standseilbahn der Schweiz.
Wie lang ist die Strecke?
Die Bahn ist 345 Meter lang und überwindet dabei 98 Höhenmeter.
Wie wurde die Bahn ursprünglich angetrieben?
Sie war die erste Wasserballastbahn der Schweiz; später kamen Turbine und Elektroantrieb.
Wie steil ist die Giessbachbahn?
Die Steigung liegt zwischen 240 und 320 Promille.
Warum wurde die Bahn gebaut?
Sie diente als Zubringer vom Brienzersee hinauf zum 1875 eröffneten Grandhotel Giessbach.

Weiterfahrt

→ Alle Schalter – zurück zur Übersicht

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →