Stimmt es, dass …?
„Wo heute noch Fähren pendeln, werden gewaltige Betonröhren auf den Meeresgrund gelegt.“
Stimmt es, dass zwischen Deutschland und Dänemark der längste Absenktunnel der Welt entsteht?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Zwischen Fehmarn und Lolland entsteht ein 18 Kilometer langer Absenktunnel für Straße und Bahn, der nach Fertigstellung der längste seiner Art werden kann. Die Behauptung stimmt.
Zwischen Deutschland und Dänemark liegt die Ostsee im Weg.
Bisher setzen Fähren zwischen Puttgarden und Rødbyhavn über.
Diese Folge klärt, ob dort gerade der längste Absenktunnel der Welt entsteht.

Die Fakten in Zahlen
18,1 km
Länge
Straßen- und Eisenbahntunnel
217 m
je Element
vorgefertigte Betonteile mit 73.000 Tonnen
seit 1963
bisher
Fähren zwischen Puttgarden und Rødbyhavn
Die Angaben stammen aus dem deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zum Fehmarnbelttunnel.
Worum es in dem Mythos geht
Die Behauptung lautet, dass zwischen Deutschland und Dänemark der längste Absenktunnel der Welt entsteht.
Gemeint ist der Fehmarnbelttunnel unter der Ostsee.
Die Frage ist, ob dieser Tunnel wirklich einen solchen Rekord aufstellt.
Der Check schaut sich das Bauwerk und seinen Stand an.

Die Ausgangslage
Seit 1963 wird die Ostsee an dieser Stelle mit Fähren überquert.
Sie verkehren zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rødbyhavn auf Lolland.
Eine feste Verbindung soll die Überfahrt künftig überflüssig machen.
Damit würden Deutschland und Dänemark auf der Schiene enger zusammenrücken.
Statt umzuladen soll ein Zug einfach durchfahren können.
Gut zu wissen
Ein Absenktunnel wird aus vorgefertigten Betonelementen zusammengesetzt, die auf den Meeresgrund abgesenkt werden.
Bis zur Eröffnung queren weiterhin Fähren zwischen Puttgarden und Rødbyhavn die Ostsee.
Was ein Absenktunnel ist
Ein Absenktunnel entsteht anders als ein gebohrter Tunnel.
Zuerst wird ein Graben in den Meeresgrund gebaggert.
In diesen Graben werden vorgefertigte Tunnelelemente abgesenkt.
Danach werden die Elemente unter Wasser miteinander verbunden.
Am Ende liegt der fertige Tunnel knapp unter dem Meeresboden.
Der Fehmarnbelttunnel
Der Fehmarnbelttunnel ist ein im Bau befindlicher Straßen- und Eisenbahntunnel.
Er verläuft 18,1 Kilometer lang unter der Ostsee.
Verbunden werden die deutsche Insel Fehmarn und die dänische Insel Lolland.
In einer Röhre sollen zugleich eine Autobahn und eine zweigleisige Bahnstrecke Platz finden.
Damit vereint das Bauwerk Straße und Schiene in einem Tunnel.
Warum er ein Rekord werden könnte
Nach der Fertigstellung könnte der Fehmarnbelttunnel der längste und tiefste kombinierte Straßen- und Eisenbahntunnel der Welt werden.
Als Absenktunnel ist er in dieser Größe bislang beispiellos.
Damit steht nicht nur die Länge, sondern auch die Bauweise für einen Rekord.
Die Behauptung trifft also den Kern der Sache.
Allerdings gilt der Rekord erst nach der Eröffnung und kann sich durch andere Projekte verschieben.
Wie gebaut wird
Für den Tunnel wird ein etwa 12 Meter tiefer und 80 bis 140 Meter breiter Graben in den Meeresgrund gebaggert.
Die Meerestiefe vor Ort beträgt bis zu 30 Meter.
In einem eigens gebauten Werkhafen entstehen die Tunnelelemente aus Beton.
Jedes Element ist rund 217 Meter lang und wiegt etwa 73.000 Tonnen.
Diese Elemente werden abgesenkt und zu einer durchgehenden Röhre verbunden.
Ein langer Weg bis zum Bau
Schon 2011 billigte das dänische Parlament Pläne für einen Absenktunnel.
Vorgeschlagen hatte das die Planungs- und Betreibergesellschaft Femern.
Auf deutscher Seite bestand erst im November 2020 endgültiges Baurecht.
Davor hatte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig letztinstanzlich entschieden.
Erst danach konnte der Bau auf ganzer Länge vorangehen.
Wann er fertig wird
Die Fertigstellung hat sich mehrfach verschoben.
Ursprünglich war das Bauende für das Jahr 2021 angedacht.
Im Jahr 2023 ging man von einer Fertigstellung im Jahr 2029 aus.
Jüngere Angaben nennen einen noch späteren Termin.
Der Tunnel soll also gegen Ende des Jahrzehnts fertig werden, ein genaues Datum bleibt offen.
Das Fazit
Zwischen Fehmarn und Lolland entsteht tatsächlich ein rund 18 Kilometer langer Absenktunnel für Straße und Bahn.
Nach der Fertigstellung kann er der längste kombinierte Tunnel seiner Art werden.
Die Behauptung stimmt, auch wenn der Rekord erst mit der Eröffnung feststeht.
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So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
