Stimmt es, dass …?
„Dort, wo die Autos hoch über das Wasser rollen, fahren die Züge tief darunter durch den Meeresgrund.“
Stimmt es, dass unter dem Großen Belt in Dänemark die Züge durch einen Tunnel fahren?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Im tiefen Ostteil der Querung fahren die Züge durch einen Tunnel unter dem Meer, während die Autos über die Brücke rollen. Die Behauptung stimmt.
Zwischen den dänischen Inseln liegt eine Meerenge namens Großer Belt.
Lange trennte dieses Wasser den Osten Dänemarks vom Westen.
Diese Folge klärt, ob die Züge diese Stelle heute durch einen Tunnel unter dem Meer überqueren.

Die Fakten in Zahlen
8024 m
Länge
je Tunnelröhre für die Bahn
1997
Eröffnung
für den Eisenbahnverkehr
75 m
tiefster Punkt
unter der Meeresoberfläche
Die Angaben stammen aus den deutschsprachigen Wikipedia-Artikeln zur Großen-Belt-Querung.
Worum es in dem Mythos geht
Die Behauptung lautet, dass unter dem Großen Belt in Dänemark die Züge durch einen Tunnel fahren.
Gemeint ist die feste Querung zwischen den Inseln Seeland und Fünen.
Die Frage ist, ob die Bahn dort tatsächlich unter dem Meer verläuft.
Der Check schaut sich den Aufbau dieser Verbindung an.

Was der Große Belt ist
Der Große Belt ist eine Meerenge zwischen den dänischen Inseln Seeland und Fünen.
Lange trennte dieses Wasser den Osten des Landes vom Westen.
Wer mit der Bahn von Kopenhagen nach Jütland wollte, musste früher auf eine Fähre.
Diese Fähre verkehrte zwischen Korsør und Nyborg.
In der Mitte der Meerenge liegt die kleine Insel Sprogø.
Gut zu wissen
Die kleine Insel Sprogø in der Mitte der Meerenge teilt die Querung in einen West- und einen Ostteil.
Der Bahntunnel wurde gebohrt, während die Autobrücke im Ostteil als Hängebrücke gebaut ist.
Die feste Querung
Zwischen 1988 und 1998 entstand die feste Große-Belt-Querung.
Sie ist eine kombinierte Brücken- und Tunnelverbindung für Straße und Bahn.
Die künstlich vergrößerte Insel Sprogø teilt die Verbindung in einen West- und einen Ostteil.
Im Westteil führen Straße und Bahn gemeinsam über eine Brücke.
Im Ostteil trennen sich die Wege von Autos und Zügen.
Warum die Bahn in den Tunnel kam
Ursprünglich war auch für die Bahn eine Hängebrücke denkbar.
Bei einer kombinierten Bahn- und Straßen-Hängebrücke hätten sich jedoch Probleme mit Schwingungen ergeben.
Deshalb entschied man sich, die Bahnstrecke durch einen Tunnel zu führen.
So blieb die empfindliche Eisenbahn von den Schwingungen der Brücke getrennt.
Für die Autos blieb die Brücke, für die Züge entstand der Tunnel.
Der Bahntunnel im Detail
Der Großer-Belt-Bahntunnel verbindet die Insel Sprogø mit der Stadt Korsør.
Er ist als Zweiröhrentunnel mit zwei eingleisigen Röhren angelegt.
Jede Röhre ist 8024 Meter lang, 31 Querschläge verbinden sie als Rettungswege.
Vier Tunnelbohrmaschinen stellten den Rohbau von 1988 bis 1996 her.
Der Tunnel verläuft 12 bis 40 Meter unter dem Meeresboden, sein tiefster Punkt liegt 75 Meter unter der Oberfläche.
Autos oben, Züge unten
Im Ostteil der Querung rollen die Autos über eine große Hängebrücke.
Die Züge fahren im selben Abschnitt tief darunter durch den Tunnel.
Für den Eisenbahnverkehr wurde der Tunnel im Juni 1997 eröffnet.
Oben das Meer und die Brücke, unten die Bahn im Fels unter dem Meeresgrund.
Genau dieses Bild beschreibt die Behauptung.
Der Westteil als Ausnahme
Im Westteil sieht es anders aus.
Dort verläuft die Bahnlinie neben der Europastraße 20 über die Westbrücke.
Hier teilen sich Straße und Schiene also das Bauwerk.
Der Tunnel betrifft damit vor allem den tiefen Ostteil der Querung.
Für den Kern der Behauptung ist aber genau dieser Tunnel entscheidend.
Was die Querung gebracht hat
Die feste Verbindung ersetzte die alte Fähre zwischen Korsør und Nyborg.
Die Bahnreise von Kopenhagen nach Jütland verkürzte sich dadurch um etwa 60 Minuten.
Aus einer Überfahrt mit dem Schiff wurde eine durchgehende Fahrt.
Die Eisenbahnverbindung wird heute von der dänischen Infrastruktur betrieben.
Die Querung gilt als eines der großen Bauwerke Nordeuropas.
Das Fazit
Im tiefen Ostteil des Großen Belts fahren die Züge tatsächlich durch einen Tunnel unter dem Meer, während die Autos über die Brücke rollen.
Nur im Westteil teilen sich Straße und Bahn eine Brücke.
Die Behauptung stimmt.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
