Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Tunis Marine: Seit 1985 rollt durch die tunesische Hauptstadt eine moderne Stadtbahn.“
Stimmt es, dass Tunis eine moderne Stadtbahn besitzt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Behauptung stimmt: Tunis besitzt seit 1985 eine moderne Stadtbahn, die Métro léger. Sie war eine der ersten modernen Stadtbahnen auf dem afrikanischen Kontinent.
Wer an Straßenbahnen denkt, hat meist europäische Städte im Kopf.
Doch auch in Nordafrika rollen moderne Bahnen durch die Straßen.
Dieser Beitrag prüft, ob die tunesische Hauptstadt Tunis eine moderne Stadtbahn besitzt.

Die Fakten in Zahlen
1985
13. Oktober
erste Linie eröffnet
61,3 km
Netzlänge
mit 66 Haltestellen
6 Linien
Stand 2019
in Normalspur
Die Stadtbahn fährt elektrisch über eine Oberleitung mit 750 Volt Gleichstrom.
Was Métro léger bedeutet
Die Stadtbahn von Tunis trägt den französischen Namen Métro léger.
Übersetzt heißt das so viel wie leichte Metro.
Gemeint ist damit keine klassische U-Bahn tief unter der Erde.
Stattdessen handelt es sich um eine moderne Straßenbahn auf eigenem Gleiskörper.
Sie fährt überwiegend an der Oberfläche durch die Stadt.
Der Name betont vor allem, dass sie leichter und einfacher ist als eine echte U-Bahn.

Die erste Linie von 1985
Die erste Linie der Métro léger ging am 13. Oktober 1985 in Betrieb.
Sie verband den Platz Tunis Marine mit dem Vorort Ben Arous.
Dieser erste Abschnitt war rund 9,5 Kilometer lang.
Damit hatte Tunis als eine der ersten Städte Afrikas eine moderne Stadtbahn.
Der Anfang war gemacht, und das Netz sollte bald wachsen.
Gut zu wissen
Tunis hatte bereits im 19. Jahrhundert eine Pferdebahn und später elektrische Straßenbahnen; die heutige Métro léger ist jedoch ein Neubau aus den 1980er-Jahren.
Die Angaben in diesem Beitrag stützen sich auf den Wikipedia-Artikel zur Métro léger de Tunis (Stand 2025).
Ein Netz wächst heran
Nach der ersten Linie folgten rasch weitere Strecken.
1989 kam die zweite Linie hinzu, ein Jahr später gleich zwei weitere.
In den folgenden Jahren wuchs das Netz immer weiter in die Vororte.
Heute umfasst die Stadtbahn sechs Linien.
Zusammen bringen sie es auf rund 61 Kilometer Länge.
Entlang der Strecken liegen etwa 66 Haltestellen.
Normalspur und Oberleitung
Die Métro léger fährt auf der europäischen Normalspur von 1435 Millimetern.
Ihren Strom bezieht sie aus einer Oberleitung über den Gleisen.
Die Spannung beträgt 750 Volt Gleichstrom.
Das ist für Straßenbahnen und Stadtbahnen ein verbreiteter Wert.
So fügt sich das tunesische Netz technisch in die internationale Praxis ein.
Eine der ersten in Afrika
Tunis gilt als Pionier der modernen Stadtbahn in Afrika.
Je nach Quelle war es die erste oder eine der ersten Städte des Kontinents mit einem solchen System.
Andere Metropolen zogen erst Jahre später nach.
Die frühe Entscheidung für die Schiene war also durchaus mutig.
Sie zeigt, dass gute Nahverkehrsideen nicht an eine Weltregion gebunden sind.
Was es vorher gab
Ganz neu war die Schiene in Tunis allerdings nicht.
Schon ab 1885 gab es dort eine von Pferden gezogene Bahn.
Um 1900 kamen elektrische Straßenbahnen hinzu.
Diese alten Linien wurden jedoch bis 1960 nach und nach stillgelegt.
Danach war die Stadt für einige Jahrzehnte ohne Straßenbahn.
Die heutige Métro léger ist deshalb ein kompletter Neubau.
Stadtbahn statt klassischer U-Bahn
Anders als in London oder Paris fährt die Bahn in Tunis nicht in tiefen Tunneln.
Sie nutzt meist einen eigenen Gleiskörper mitten in der Stadt.
An Kreuzungen teilt sie sich den Raum mit dem übrigen Verkehr.
Dieses Modell ist günstiger als der Bau einer echten U-Bahn.
Für eine wachsende Großstadt ist es zugleich leistungsfähig genug.
Bedeutung für die Stadt
Die Métro léger ist heute ein wichtiges Rückgrat des Nahverkehrs in Tunis.
Täglich bringt sie viele Menschen zur Arbeit und wieder nach Hause.
Betrieben wird sie von einem städtischen Verkehrsunternehmen.
Neben der Stadtbahn gibt es Busse und neuere Vorortbahnen.
Gemeinsam halten sie den Verkehr in der Millionenstadt in Bewegung.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
Tunis besitzt seit 1985 eine moderne Stadtbahn, die Métro léger.
Sie umfasst heute sechs Linien und rund 61 Kilometer Strecke.
Als eine der ersten ihrer Art in Afrika war sie ihrer Zeit voraus.
Der Mythos von der modernen Stadtbahn in Tunis ist also richtig.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
