Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Rathenauplatz: Dieser Zug fährt ganz ohne Fahrer.“
Stimmt es, dass Nürnberg die erste fahrerlose U-Bahn Deutschlands hat?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Nürnberger Linie U3 fährt seit dem 14. Juni 2008 vollautomatisch ohne Fahrpersonal. Der Mythos stimmt, denn damit ist sie die erste dauerhaft fahrerlose U-Bahn-Linie Deutschlands.
U-Bahnen gelten als typische Verkehrsmittel großer Metropolen.
Nürnberg ist mit rund einer halben Million Einwohnern eher mittelgroß.
Trotzdem hält die Stadt in der U-Bahn-Geschichte einen besonderen Rekord.

Die Fakten in Zahlen
2008
14. Juni
Start der fahrerlosen U3
1972
seit
erste Nürnberger U-Bahn
weltweit erste
2008 bis 2010
Mischbetrieb auf einem Gleis
Von 2008 bis 2010 fuhren automatische und von Hand gesteuerte Züge auf demselben Abschnitt.
Eine U-Bahn ohne Fahrer
In Nürnberg fährt eine U-Bahn, in der vorn niemand am Steuer sitzt.
Die Züge fahren, halten und öffnen die Türen ganz von selbst.
Für viele Fahrgäste ist das längst zur Gewohnheit geworden.
Dahinter steckt ein kleiner Meilenstein der deutschen Bahngeschichte.
Denn Nürnberg war mit dieser Technik im Land ganz vorn.
Dieser Beitrag prüft, ob die Stadt den Titel zu Recht trägt.

Was fahrerlos bedeutet
Fahrerlos heißt, dass kein Mensch den Zug von Hand steuert.
Stattdessen übernimmt eine Rechnersteuerung das Fahren.
Überwacht wird der Betrieb aus einer zentralen Leitstelle.
Die Technik regelt Abstand, Tempo und die Halte an den Bahnsteigen.
So kann eine Linie auch ohne Fahrpersonal sicher verkehren.
Genau diese Betriebsart machte in Nürnberg Geschichte.
Gut zu wissen
Fahrerlose Bahnen werden oft nach Automatisierungsgraden eingeteilt; auf der höchsten Stufe fährt der Zug ganz ohne Personal an Bord.
Die erste Nürnberger U-Bahn-Linie U1 wurde 1972 eröffnet und noch von Hand gefahren.
Die U3 seit Juni 2008
Am 14. Juni 2008 ging in Nürnberg die Linie U3 in Betrieb.
Sie war von Anfang an für den fahrerlosen Betrieb ausgelegt.
Damit war sie die erste dauerhaft fahrerlose U-Bahn-Linie in Deutschland.
Zuvor hatte es solche Linien im Land im Alltag nicht gegeben.
Nürnberg übernahm damit eine Vorreiterrolle.
Der Betrieb läuft seither Tag für Tag automatisch.
Nicht die allererste U-Bahn
Der Rekord bezieht sich allein auf den fahrerlosen Betrieb.
Die erste deutsche U-Bahn überhaupt fuhr schon 1902 in Berlin.
Auch Nürnberg selbst hatte lange vorher eine U-Bahn.
Die erste Nürnberger Linie U1 wurde 1972 eröffnet.
Damals saß dort noch ein Fahrer am Steuer.
Neu war 2008 also nicht die U-Bahn, sondern der Verzicht auf den Fahrer.
Ein Rekord im Mischbetrieb
Nürnberg gelang dabei noch etwas Besonderes.
Auf einem Abschnitt teilten sich zwei Linien dasselbe Gleis.
Dort fuhren automatische Züge der U3 und von Hand gesteuerte Züge der U2.
Beide Betriebsarten liefen von 2008 an gemeinsam auf einer Strecke.
Das hatte es in dieser Form weltweit noch nicht gegeben.
Nürnberg war damit auch international ein Vorreiter.
Als die U2 nachzog
Der Mischbetrieb war als Übergang gedacht.
Nach und nach wurde auch die U2 auf automatischen Betrieb umgerüstet.
Anfang 2010 war diese Umstellung abgeschlossen.
Seither fahren auf dem gemeinsamen Abschnitt nur noch automatische Züge.
Die Phase mit zwei Betriebsarten dauerte also rund zwei Jahre.
Danach war das Netz an dieser Stelle einheitlich fahrerlos.
Schritt für Schritt umgestellt
Die Umstellung auf den fahrerlosen Betrieb war ein großes Vorhaben.
Die vorhandene Strecke musste dafür mit neuer Technik ausgestattet werden.
Zugleich sollte der Betrieb für die Fahrgäste weiterlaufen.
Deshalb ging die Stadt den Weg in mehreren Schritten.
Erst kam die neue U3, dann folgte die Umrüstung der U2.
So wuchs das automatische Netz nach und nach.
Fahrerlos ist kein Einzelfall
Fahrerlose Bahnen sind heute in vielen Teilen der Welt zu finden.
In zahlreichen Großstädten fahren U-Bahnen ohne Personal an Bord.
Auch viele Flughäfen setzen für ihre Shuttlebahnen auf diese Technik.
Nürnberg reiht sich damit in eine internationale Entwicklung ein.
Besonders ist aber, dass die Stadt in Deutschland den Anfang machte.
Der frühe Schritt verschaffte ihr einen festen Platz in der Bahngeschichte.
Wer die Bahn betreibt
Betrieben wird die Nürnberger U-Bahn von der Verkehrs-Aktiengesellschaft.
Sie ist das städtische Verkehrsunternehmen der Stadt.
In ihrer Hand liegen Planung, Betrieb und Wartung der Linien.
Auch die fahrerlosen Züge werden von dort überwacht.
Die Leitstelle behält den gesamten Betrieb im Blick.
So bleibt die Verantwortung trotz Automatik beim Verkehrsbetrieb.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn Nürnberg betreibt seit 2008 die erste fahrerlose U-Bahn-Linie Deutschlands.
Die Linie U3 fuhr vom 14. Juni 2008 an ganz ohne Fahrer.
Zusätzlich war die Stadt weltweit die erste mit einem Mischbetrieb aus automatischen und gesteuerten Zügen.
Die erste U-Bahn überhaupt fuhr dagegen schon 1902 in Berlin.
Beim fahrerlosen Betrieb aber trägt Nürnberg den ersten Platz in Deutschland zu Recht.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
