Stimmt es, dass …?
„Sie merken es am ruhigen Lauf, dieses Gleis ist lückenlos verschweißt.“
Stimmt es, dass moderne Gleise keine Lücken mehr zwischen den Schienen haben?
→ Stimmt überwiegend. Moderne Gleise werden zu langen, lückenlosen Strängen verschweißt, das klassische Klacken verschwindet.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?
Kurz gesagt
Das stimmt überwiegend: Moderne Gleise werden lückenlos verschweißt. Statt vieler kleiner Stoßlücken entsteht ein langer, durchgehender Schienenstrang, und das typische Klacken verstummt.
Das rhythmische Klacken beim Zugfahren kennen viele noch aus der Kindheit.
In modernen Zügen auf Hauptstrecken hört man es kaum noch.
Der Grund liegt im Gleis selbst und in der Art, wie es verlegt wird.

Gleis und Lücke in Zahlen
verschweißt
lückenloses Gleis
lange Stränge ohne Stoßlücken
bis 19 mm
alte Stoßlücke
nur beim gelaschten Gleis, bei unter 20 Grad
ab 20 °C
Verlegung
ab dieser Temperatur wird ohne Lücke verlegt
Quelle: Wikipedia „Schienenstoß“ und „Lückenloses Gleis“; Stand September 2026.
Woher das Klacken kam
Früher wurden einzelne Schienen mit einer kleinen Lücke aneinandergesetzt.
Diese Fuge heißt Stoßlücke, der Übergang Schienenstoß.
Bei jeder Fuge machte das Rad ein kurzes Klacken.
Zwei Schienen, zwei Räderreihen, daher das doppelte Geräusch.

Warum es überhaupt Lücken gab
Stahl dehnt sich bei Wärme aus und zieht sich bei Kälte zusammen.
Die Lücke gab der Schiene Platz, sich auszudehnen.
Ohne diesen Spielraum drohten sich die Schienen zu verbiegen.
Die Fuge war also kein Fehler, sondern Absicht.
Gut zu wissen
An Brücken sorgen Schienenauszüge dafür, dass sich das Gleis trotz Verschweißung bewegen kann.
Damit die Spannungen beherrschbar bleiben, werden lückenlose Gleise bei einer bestimmten Temperatur verlegt und fest verankert.
Das gelaschte Stoßlückengleis
Beim älteren Stoßlückengleis werden die Schienenenden mit Laschen verschraubt.
Bei Temperaturen unter 20 Grad bleibt dabei eine Lücke von bis zu 19 Millimetern.
Bei mehr als 20 Grad verschwindet die Lücke von selbst.
Dann drückt die Wärme die Enden zusammen.
Das lückenlose Gleis
Beim modernen Gleis werden die Schienen zu einem lückenlosen Strang verschweißt.
Aus vielen kurzen Stücken wird eine sehr lange, durchgehende Schiene.
Stoßlücken gibt es dann nicht mehr, und das Klacken bleibt aus.
Der Lauf wird ruhiger und der Verschleiß geringer.
Was mit der Wärmedehnung passiert
Verschweißen heißt nicht, dass die Dehnung verschwindet.
Das lange Gleis wird fest im Schotter und an den Schwellen verankert.
So kann es sich nicht mehr frei ausdehnen.
Die Spannungen bleiben im Stahl und werden durch die Bauweise beherrscht.
Wo es doch noch Lücken gibt
Ganz ohne Fugen kommt auch das moderne Netz nicht aus.
An Brücken sitzen sogenannte Schienenauszüge, die Bewegung zulassen.
Auf Nebenstrecken liegen zudem noch ältere Stoßlückengleise.
Deshalb stimmt der Satz überwiegend, aber nicht ganz ohne Ausnahme.
Warum das Klacken zurückkehren kann
Auf einer alten Nebenbahn hört man das Klacken oft noch deutlich.
Dort liegen die kurzen Schienen mit ihren Stoßlücken.
Auch in Weichen und an manchen Übergängen entstehen Geräusche.
Das vertraute Geräusch ist also nicht ausgestorben, nur seltener geworden.
Das Fazit
Der Mythos stimmt überwiegend.
Moderne Hauptgleise werden lückenlos verschweißt und laufen ruhig.
Das klassische Klacken stammt von den alten Stoßlücken.
An Brücken und auf Nebenstrecken gibt es aber weiterhin Fugen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Ein Blick in die Zukunft
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Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
