Stimmt es, dass man auf stillgelegten Strecken mit Draisinen selbst fahren kann?

Stimmt es, dass …?

„Kräftig in die Pedale: Auf stillgelegten Gleisen fährt man die Draisine selbst.“

Stimmt es, dass man auf stillgelegten Strecken mit Draisinen selbst fahren kann?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Auf vielen stillgelegten Bahnstrecken kann man heute selbst mit einer Draisine fahren und sie per Muskelkraft bewegen. Der Mythos stimmt, denn in Deutschland und Europa gibt es zahlreiche solcher Strecken.

Nicht jede Bahnstrecke wird noch von Zügen befahren.

Viele Gleise liegen still und ungenutzt in der Landschaft.

Auf einigen davon kann man heute selbst zum Fahrer werden.

Draisines in Broby, 2009 09 02
Foto: Erik Lundin, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1996

erste Strecke

in Deutschland

rund 30

Strecken 2009

mit etwa 450 km

Muskelkraft

Antrieb

per Pedale oder Hebel

Auf stillgelegten Gleisen bewegen die Gäste die Draisinen selbst voran.

Selbst fahren auf alten Gleisen

Normalerweise sitzt in einem Schienenfahrzeug ein ausgebildeter Fahrer.

Auf manchen Strecken dürfen jedoch die Gäste selbst ans Werk.

Sie bewegen ein kleines Fahrzeug mit eigener Kraft über die Schienen.

Möglich ist das auf stillgelegten Bahnstrecken.

Dieses Fahrzeug nennt man Draisine.

Dieser Beitrag prüft, ob man damit wirklich selbst fahren kann.

Bicycle that was used by the Nairobi chief railway inspector
Foto: Stephen Wanjau, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was eine Draisine ist

Eine Draisine ist ein kleines, leichtes Schienenfahrzeug.

Sie hat meist drei oder vier Räder.

Angetrieben wird sie von Muskelkraft oder einem kleinen Motor.

Früher nutzten die Bahnen solche Fahrzeuge für den Dienst.

Arbeiter kontrollierten damit die Strecke oder brachten Werkzeug zur Baustelle.

Für schwere Lasten war die Draisine nie gedacht.

Gut zu wissen

Draisinen für den Tourismus gibt es als Fahrraddraisinen mit Pedalen und als Handhebeldraisinen, die man mit den Armen bewegt.

Die Fahrten finden auf eigens dafür freigegebenen, nicht mehr vom Zugverkehr genutzten Strecken statt.

Vom Arbeitsgerät zum Freizeitspaß

Mit der Zeit verschwanden viele dieser Dienstfahrzeuge.

Zugleich wurden immer mehr Bahnstrecken stillgelegt.

Findige Anbieter brachten beides zusammen.

Sie boten Fahrten mit Draisinen auf den alten Gleisen an.

Aus dem einstigen Arbeitsgerät wurde so ein Freizeitvergnügen.

Heute ist die Draisinenfahrt ein beliebter Ausflug.

Wie man eine Draisine bewegt

Das Fahren einer Draisine ist leicht zu lernen.

Oft treten die Gäste wie auf einem Fahrrad in die Pedale.

Andere Draisinen bewegt man mit einem Hebel per Hand.

In beiden Fällen zählt die eigene Muskelkraft.

Seit einigen Jahren gibt es auch Draisinen mit elektrischer Unterstützung.

So kommen auch längere Strecken ohne große Mühe in Reichweite.

Die erste Strecke 1996

Die Idee setzte sich in Deutschland rasch durch.

Die erste Draisinenstrecke entstand im Jahr 1996.

Sie lag zwischen Templin und Fürstenberg in der Uckermark.

Dort konnten Gäste erstmals selbst über alte Gleise rollen.

Das Angebot fand schnell Nachahmer.

Aus einem Versuch wurde eine ganze Bewegung.

Viele Strecken in Deutschland

Heute gibt es in Deutschland zahlreiche solcher Strecken.

Schon 2009 waren es rund dreißig mit etwa 450 Kilometern Gleis.

Dazu zählen Strecken im Aartal und im Glantal.

Auch rund um Ratzeburg und am Mellensee kann man fahren.

Selbst die Wuppertaler Nordbahn wird seit 2011 mit Draisinen befahren.

Quer durch das Land verteilen sich die Angebote.

Auch in der Schweiz und Europa

Die Draisinenfahrt ist nicht auf Deutschland beschränkt.

In der Schweiz fährt man etwa auf der Sursee-Triengen-Bahn.

Dieses Angebot besteht dort seit 2005.

Auch in weiteren Ländern Europas gibt es solche Strecken.

Überall nutzen sie alte, nicht mehr befahrene Gleise.

So ist aus der Idee ein weit verbreitetes Vergnügen geworden.

Warum sich das für alte Strecken lohnt

Für stillgelegte Strecken ist die Draisine ein Glücksfall.

Ohne Nutzung würden die Gleise verfallen oder verschwinden.

Die Fahrten halten die Strecke in Betrieb und gepflegt.

Zugleich bringen sie Gäste in oft ländliche Regionen.

Davon profitieren Gasthäuser und kleine Orte entlang der Strecke.

So bekommt die alte Bahn eine neue Aufgabe.

Der Name und seine Herkunft

Der Name Draisine hat eine lange Geschichte.

Er wird auf den Erfinder Karl Drais zurückgeführt.

Drais baute im 19. Jahrhundert ein muskelgetriebenes Fahrzeug.

Schon bei ihm ging es um Fortbewegung aus eigener Kraft.

Dieses Prinzip steckt bis heute in der Draisine.

Der Name erinnert damit an einen frühen Tüftler der Mobilität.

Das Fazit

Der Mythos stimmt, denn auf stillgelegten Strecken kann man mit Draisinen selbst fahren.

Die Gäste bewegen die Fahrzeuge dabei meist mit eigener Muskelkraft.

In Deutschland gibt es viele solcher Strecken, dazu weitere in Europa.

Aus dem alten Dienstfahrzeug der Bahn wurde ein beliebter Ausflug.

So bekommen vergessene Gleise ein zweites Leben.

Warum sich der Blick aufs Detail lohnt

Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.

Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.

Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.

Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.

Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.

Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Häufige Fragen

Kann man auf alten Bahnstrecken selbst fahren?
Ja, auf vielen stillgelegten Strecken kann man Draisinen mieten und selbst bewegen.
Wie treibt man eine Draisine an?
Meist mit Muskelkraft über Pedale oder einen Handhebel, teils auch mit elektrischer Unterstützung.
Seit wann gibt es das in Deutschland?
Die erste Draisinenstrecke entstand 1996 zwischen Templin und Fürstenberg.
Wie viele solcher Strecken gibt es?
Schon 2009 waren es in Deutschland rund dreißig mit etwa 450 Kilometern.
Woher kommt der Name Draisine?
Er wird auf den Erfinder Karl Drais zurückgeführt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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