Stimmt es, dass Italiens erste Eisenbahn von Neapel nach Portici fuhr?

Stimmt es, dass …?

„Nächster Halt Portici, königliche Residenz am Fuß des Vesuvs, Zusteigen bitte nur für die Geschichte.“

Stimmt es, dass Italiens erste Eisenbahn von Neapel nach Portici fuhr?

→ Italiens erste Bahn fuhr, als es Italien als Staat noch gar nicht gab.

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Kurz gesagt

Ja, das stimmt. Die erste Eisenbahn auf heutigem italienischem Boden fuhr ab dem 3. Oktober 1839 von Neapel nach Portici, damals im Königreich beider Sizilien.

Wer an die Anfänge der Eisenbahn denkt, denkt an England oder Deutschland.

Doch auch im Süden Europas rollten früh die ersten Züge.

Die erste Bahn auf heutigem italienischem Boden fuhr an einen besonderen Ort.

Historische Dampflok im Eisenbahnmuseum Pietrarsa bei Neapel
Foto: Reinhard Dietrich., Public domain, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

3. Oktober 1839

Eröffnung

durch König Ferdinand II.

7,25 km

Länge

von Neapel nach Portici

bis 50 km/h

erste Loks

aus Newcastle, je 13 Tonnen

Quelle: deutschsprachige Wikipedia „Bahnstrecke Neapel–Portici“.

Worum es bei dem Mythos geht

Die Behauptung lautet, Italiens erste Eisenbahn habe Neapel mit dem nahen Portici verbunden.

Das klingt nach einer kurzen, fast unscheinbaren Strecke.

Tatsächlich steckt dahinter ein Stück europäischer Eisenbahngeschichte.

Und ein König, der die neue Technik unbedingt vorführen wollte.

Lokomotive der frühen Strecke Neapel–Portici
Foto: B.Zsolt, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Ein König als Bauherr

Die Strecke wurde am 3. Oktober 1839 feierlich eröffnet.

Eröffnet wurde sie von König Ferdinand II. aus dem Haus Bourbon.

Sein Reich war das damals noch selbstständige Königreich beider Sizilien.

Für ihn war die Bahn auch ein Zeichen von Fortschritt und Macht.

Gut zu wissen

Die beiden ersten Lokomotiven hießen „Bayard“ und „Vesuvio“, die eine nach dem Unternehmer, der die Konzession hielt, die andere nach dem nahen Vulkan.

Auf der historischen Strecke liegt heute das Eisenbahnmuseum Pietrarsa, in dem alte Fahrzeuge der italienischen Bahn bewahrt werden.

Die Strecke und ihre Technik

Die Linie war gut sieben Kilometer lang und eingleisig.

Sie lag bereits in der heute üblichen Normalspur von 1435 Millimetern.

Die schmiedeeisernen Schienen ruhten noch auf eingegrabenen Steinquadern, denn die Holzschwelle war noch nicht erfunden.

Von Neapel führte sie am Meer entlang nach Süden.

Lokomotiven aus England

Die ersten drei Lokomotiven kamen aus Newcastle upon Tyne in England.

Zwei von ihnen trugen die Namen „Bayard“ und „Vesuvio“.

Jede wog rund 13 Tonnen und erreichte bis zu 50 Kilometer pro Stunde.

Die Wagen dagegen wurden vor Ort gebaut.

Von Neapel zum Schloss am Vesuv

Das Ziel Portici war kein Zufall.

Dort stand eine königliche Residenz am Fuß des Vulkans Vesuv.

Die Bahn verband also die Hauptstadt mit dem Sommersitz des Königs.

So wurde die neue Technik gleich in den Dienst des Hofes gestellt.

Italien gab es damals noch gar nicht

Hier lohnt ein genauer Blick auf das Wort „Italien“.

Als Nationalstaat entstand Italien erst mit der Einigung im Jahr 1861.

1839 war die Halbinsel noch in viele Staaten zersplittert.

Die Strecke war somit die erste Eisenbahn auf dem Boden des heutigen Italiens, nicht die erste eines Staates namens Italien.

Wie es mit der Strecke weiterging

Schon 1842 wurde die Linie bis Castellammare di Stabia verlängert.

1844 folgte der Abschnitt bis Nocera Inferiore.

Damit wuchs aus dem kurzen Vorzeigestück ein richtiges Netz.

Heute ist die alte Trasse Teil der Verbindung von Neapel nach Salerno.

Was von der ersten Bahn geblieben ist

An der historischen Strecke liegt heute ein bedeutendes italienisches Eisenbahnmuseum.

Es steht in Pietrarsa, wo früher eine große Werkstatt der Bahn arbeitete.

Dort sind alte Lokomotiven und Nachbauten der ersten Fahrzeuge zu sehen.

So bleibt der Beginn der italienischen Eisenbahn bis heute sichtbar.

Das Fazit

Die Antwort lautet klar: Das stimmt.

Italiens erste Eisenbahn fuhr ab dem 3. Oktober 1839 von Neapel nach Portici.

Sie war gut sieben Kilometer lang und lag im Königreich beider Sizilien.

Nur hieß das Land damals noch nicht Italien, denn das entstand erst 1861.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Häufige Fragen

Wann wurde Italiens erste Eisenbahn eröffnet?
Am 3. Oktober 1839. Sie führte von Neapel nach Portici und wurde von König Ferdinand II. eröffnet.
Wie lang war die Strecke?
Rund 7,25 Kilometer, eingleisig und in Normalspur. Von Neapel führte sie am Meer entlang nach Portici.
Woher kamen die ersten Lokomotiven?
Aus Newcastle in England. Zwei trugen die Namen „Bayard“ und „Vesuvio“, jede wog etwa 13 Tonnen und fuhr bis zu 50 Kilometer pro Stunde.
Gab es Italien damals schon?
Nein. Italien wurde erst 1861 als Staat vereinigt. 1839 lag die Strecke im Königreich beider Sizilien, war also die erste Bahn auf heutigem italienischem Boden.
Kann man von der ersten Bahn heute noch etwas sehen?
Ja. An der alten Strecke liegt das Eisenbahnmuseum Pietrarsa, das Lokomotiven und Nachbauten aus der Frühzeit zeigt.

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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