Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Lötschberg: einmal durch den Berg von 1913 und einmal durch den Berg von 2007.“
Stimmt es, dass es am Lötschberg zwei Eisenbahntunnel gibt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Stimmt es, dass …?
Kurz gesagt
Am Lötschberg gibt es tatsächlich zwei Eisenbahntunnel, einen alten von 1913 und einen neuen von 2007. Der ältere führt über die Bergstrecke, der jüngere tief unten als Basistunnel.
Der Lötschberg ist einer der großen Alpenübergänge der Schweiz.
Wer von Bern Richtung Wallis will, kommt an ihm kaum vorbei.
Dabei stellt sich die Frage, ob es dort wirklich zwei Tunnel gibt.

Die Fakten in Zahlen
1913
14,6 km
der alte Scheiteltunnel von Kandersteg nach Goppenstein
2007
34,6 km
der neue Basistunnel von Frutigen nach Raron
94
Jahre
liegen zwischen den beiden Eröffnungen
Beide Tunnel verbinden den Kanton Bern mit dem Kanton Wallis.
Was mit den zwei Tunneln gemeint ist
Am Lötschberg kreuzen sich alte und neue Bahngeschichte.
Die Behauptung sagt, dass dort nicht ein, sondern zwei Eisenbahntunnel liegen.
Der eine stammt aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Der andere wurde erst im 21. Jahrhundert eröffnet.
Beide verbinden den Kanton Bern mit dem Kanton Wallis.
Der Blick auf die Daten zeigt, dass die Behauptung zutrifft.

Der alte Tunnel von 1913
Der ältere der beiden ist der Lötschbergtunnel, oft Scheiteltunnel genannt.
Er wurde 1913 eröffnet und ist rund 14,6 Kilometer lang.
Er führt von Kandersteg im Berner Oberland nach Goppenstein im Wallis.
Es handelt sich um einen einröhrigen Tunnel mit zwei Gleisen.
Er ist das Herzstück der sogenannten Lötschberg-Bergstrecke.
Für seine Zeit war dieser Tunnel eine gewaltige Leistung.
Gut zu wissen
Ein Scheiteltunnel liegt hoch im Gebirge und spart nur das letzte Stück Anstieg, während ein Basistunnel tief unten fast eben durch den Berg führt.
Die Abkürzung NEAT steht für die Neue Eisenbahn-Alpentransversale, ein großes Schweizer Projekt für schnelle Bahnachsen durch die Alpen.
Die Bergstrecke drumherum
Der alte Tunnel liegt relativ hoch im Gebirge.
Die Züge müssen sich darum auf beiden Seiten hinaufarbeiten.
Diese kurvenreiche Strecke von Spiez nach Brig heißt Lötschberg-Bergstrecke.
Sie bietet Fahrgästen weite Blicke auf die Alpen.
Für schnellen, schweren Verkehr ist sie jedoch nicht ideal.
Genau hier setzt der zweite, neuere Tunnel an.
Der neue Basistunnel von 2007
Der jüngere Tunnel ist der Lötschberg-Basistunnel.
Er wurde am 16. Juni 2007 in Betrieb genommen.
Mit rund 34,6 Kilometern ist er mehr als doppelt so lang wie der alte Tunnel.
Er verläuft tief unten zwischen Frutigen und Raron.
Dadurch vermeidet er den mühsamen Anstieg ins Gebirge.
Er gehört zur Neuen Eisenbahn-Alpentransversale, kurz NEAT.
Warum es einen zweiten Tunnel brauchte
Der alte Weg über die Bergstrecke war langsam und steil.
Für den wachsenden Güterverkehr durch die Alpen reichte das nicht mehr.
Ein Basistunnel führt fast eben durch den Berg.
So können längere und schwerere Züge schneller fahren.
Der Lötschberg-Basistunnel ist Teil der Lötschberg-Simplon-Achse.
Über diese Achse läuft viel Verkehr des europäischen Güterkorridors von Rotterdam nach Genua.
Scheiteltunnel und Basistunnel
Die beiden Bauweisen tragen eigene Namen.
Ein Scheiteltunnel liegt hoch oben, nahe am Scheitelpunkt einer Bergstrecke.
Ein Basistunnel liegt tief am Fuß des Gebirges.
Der alte Lötschbergtunnel ist ein Scheiteltunnel, der neue ein Basistunnel.
Beide Begriffe begegnen auch an anderen Alpenübergängen.
Am Lötschberg lassen sie sich besonders gut nebeneinander zeigen.
Wie lang der neue Tunnel im Vergleich ist
Der Basistunnel zählt zu den längsten Eisenbahntunneln der Welt.
In der weltweiten Rangliste liegt er auf einem der vordersten Plätze.
Länger sind unter anderem der Gotthard-Basistunnel und der Seikan-Tunnel in Japan.
Auch der Eurotunnel unter dem Ärmelkanal ist länger.
Für die Schweiz bleibt der Lötschberg-Basistunnel trotzdem ein Rekordbau.
Er zeigt, wie weit der Tunnelbau seit 1913 gekommen ist.
Was aus dem alten Tunnel wurde
Der alte Tunnel wurde nach 2007 nicht stillgelegt.
Er trägt bis heute Verkehr über die Bergstrecke.
Durch ihn verkehrt auch der bekannte Autoverlad zwischen Kandersteg und Goppenstein.
Dabei fahren Autos auf spezielle Züge und werden durch den Berg gebracht.
So ergänzen sich alter und neuer Tunnel bis heute.
Der eine steht für Geschichte, der andere für Tempo.
Noch nicht ganz zweigleisig
Der Basistunnel ist technisch noch nicht vollständig ausgebaut.
Bisher ist nur ein Teil seiner Länge durchgehend mit zwei Gleisen befahrbar.
Auf dem Rest teilen sich die Züge einen Abschnitt.
Das kann in Spitzenzeiten zum Engpass werden.
Über einen vollständigen Ausbau wird darum seit Jahren diskutiert.
Der Tunnel ist also fertig, aber noch nicht am Ende seiner Möglichkeiten.
Nicht mit anderen Tunneln verwechseln
Am Lötschberg geht es nicht um den Gotthard.
Auch der Simplontunnel ist ein anderer, eigener Bau.
Die beiden Lötschberg-Tunnel liegen klar zwischen Bern und Wallis.
Wer die Namen durcheinanderbringt, landet schnell am falschen Berg.
Die Achse Lötschberg-Simplon verbindet mehrere dieser Bauwerke.
Der Lötschberg selbst aber hat seine eigenen zwei Röhren durch den Fels.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
Am Lötschberg gibt es zwei Eisenbahntunnel.
Der alte Scheiteltunnel von 1913 misst rund 14,6 Kilometer.
Der neue Basistunnel von 2007 misst rund 34,6 Kilometer.
Beide sind bis heute in Betrieb und ergänzen sich.
Zwischen ihren Eröffnungen liegen fast hundert Jahre Bahngeschichte.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
