Stimmt es, dass …?
„Reisende zum Hogwarts-Express: Der Zug wartet angeblich hinter der Wand zwischen Gleis 9 und 10.“
Stimmt es, dass es am Londoner Bahnhof King’s Cross ein Gleis 9¾ gibt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Am Londoner Bahnhof King’s Cross fährt von keinem Gleis 9¾ ein Zug ab. Der Mythos stimmt nur zum Teil, denn der Bahnsteig stammt aus den Harry-Potter-Büchern, doch der Bahnhof hat dafür einen echten Fotopunkt eingerichtet.
Kaum ein Bahnsteig der Welt ist so berühmt wie das Gleis 9¾ in London.
Von dort soll der Hogwarts-Express junge Zauberer in ihr Internat bringen.
Doch existiert dieses Gleis auch außerhalb der Bücher?

Die Fakten in Zahlen
9¾
Romangleis
Start des Hogwarts-Express
2001
Interview
Rowling gibt Verwechslung zu
26 Mio.
Fahrgäste 2011
am Bahnhof King’s Cross
Das Schild „Platform 9¾“ hängt heute an einer Wand des Bahnhofs, daneben liegt ein Harry-Potter-Laden.
Ein Gleis aus dem Roman
Das Gleis 9¾ ist eine Erfindung der Schriftstellerin Joanne K. Rowling.
In ihrer Romanreihe Harry Potter ist die Haupthalle von King’s Cross der Ausgangspunkt des Hogwarts-Express.
Von diesem geheimen Bahnsteig aus reisen die Kinder zur Zauberschule.
Millionen Leser kennen die Szene, in der Harry das Gleis zum ersten Mal sucht.

Der Bahnhof King’s Cross
King’s Cross ist ein wichtiger Bahnhof im Norden der Londoner Innenstadt.
Er ist der Endbahnhof der East Coast Main Line und liegt im Stadtbezirk Camden.
Gleich nebenan befindet sich der große Bahnhof St Pancras.
Im Jahr 2011 nutzten mehr als 26 Millionen Fahrgäste den Bahnhof.
Gut zu wissen
Der Fotopunkt liegt im frei zugänglichen Bereich des Bahnhofs, sodass man dafür keine Fahrkarte braucht.
Weil so viele Menschen ein Bild machen möchten, sorgt an manchen Tagen eigenes Personal für einen geordneten Ablauf.
Der Hogwarts-Express startet hier
In den Büchern fährt der scharlachrote Hogwarts-Express pünktlich um elf Uhr ab.
Sein Startpunkt ist eben jenes verborgene Gleis 9¾.
Wer dorthin gelangen will, muss durch eine scheinbar feste Wand gehen.
Für Zauberer öffnet sich dort ein unsichtbares Portal.
Zwischen Gleis 9 und Gleis 10
Laut Roman liegt das Gleis hinter der Mauer zwischen den Gleisen 9 und 10.
Man erreicht es, indem man mit dem Gepäckwagen einfach durch die Wand rollt.
In der Wirklichkeit ist diese Mauer natürlich massiv.
Ein Zug fährt von dort nicht ab.
Rowling verwechselte den Bahnhof
In einem Interview aus dem Jahr 2001 gab Rowling einen kleinen Irrtum zu.
Beim Schreiben des ersten Buchs hatte sie King’s Cross mit dem Bahnhof Euston verwechselt.
Auch in Euston gibt es jedoch keine passende Mauer zwischen Gleis 9 und 10.
Der genaue Ort des magischen Bahnsteigs bleibt damit reine Fantasie.
Ein Schild zum Anfassen
Der Bahnhof hat auf den Ansturm der vielen Fans reagiert.
An einer Wand zwischen Gleis 4 und 5 hängt heute ein Schild mit der Aufschrift „Platform 9¾“.
Darunter steckt ein Gepäckwagen halb in der Mauer, wie zum Durchqueren.
Direkt daneben gibt es einen eigenen Harry-Potter-Laden.
Noch mehr magische Gleise
Rowling erdachte später weitere Bahnsteige für Zauberer.
Auf der Webseite Pottermore beschrieb sie unter anderem ein Gleis 7½.
Von dort soll eine Art Orient-Express nur für Zauberer abfahren.
Er verbindet London mit magischen Dörfern auf dem europäischen Festland.
Was Reisende wirklich finden
Wer heute nach King’s Cross kommt, findet einen modernen und hellen Bahnhof.
Das berühmte Gleis 9¾ ist als Fotopunkt gekennzeichnet, nicht als Bahnsteig.
Oft stehen dort lange Schlangen von Menschen, die ein Erinnerungsbild machen wollen.
Der echte Zugverkehr läuft ganz normal über die nummerierten Gleise.
Das Fazit
Ein echtes Gleis 9¾, von dem ein Zug abfährt, gibt es am Bahnhof King’s Cross nicht.
Der Bahnsteig stammt allein aus den Harry-Potter-Büchern.
Doch der Bahnhof hat dafür einen offiziellen Fotopunkt mit Schild und Laden geschaffen.
Der Mythos stimmt also nur zum Teil.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
