Stimmt es, dass eine Katze Bahnhofsvorsteherin war?

Stimmt es, dass …?

„Auf Gleis eins empfängt Sie heute die Bahnhofsvorsteherin persönlich, und zwar auf vier samtweichen Pfoten.“

Stimmt es, dass eine Katze Bahnhofsvorsteherin war?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Im japanischen Kishi ernannte die Bahn im Jahr 2007 die Katze Tama offiziell zur Bahnhofsvorsteherin. Dieser Mythos stimmt, und der ungewöhnliche Posten lockte so viele Besucher an, dass er einer kriselnden Strecke neuen Schwung gab.

Eine Katze mit Dienstmütze, die eine kleine Bahnstation leitet, klingt zunächst wie aus einem Kinderbuch.

Viele Menschen halten die Geschichte deshalb für eine hübsch ausgeschmückte Erfindung.

Tatsächlich geht sie auf ein reales Tier und ein reales Bahnunternehmen in Japan zurück.

WER Kishi station wicket and stationmaster's room
Foto: Twilight2640 at Japanese Wikipedia, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

2007

5. Januar

Tama wird in Kishi ernannt

+17 %

Januar 2007

mehr Fahrgäste als im Vorjahr

1,1 Mrd. Yen

Schätzung

Wert für die lokale Wirtschaft

Die Strecke der Kishigawa-Linie ist 14,3 Kilometer lang und zählt vierzehn Stationen.

Woher die Geschichte stammt

Die Erzählung von der Katze im Dienst der Bahn kursiert seit vielen Jahren in Reiseberichten aus Japan.

Sie wirkt so skurril, dass sie leicht für eine reine Legende gehalten wird.

Hinter dem Bild steht jedoch eine gut dokumentierte Begebenheit aus der Präfektur Wakayama.

Im Mittelpunkt steht der kleine Bahnhof Kishi im Süden der japanischen Hauptinsel.

Kishi Station
Foto: Rsa, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Eine kleine Strecke in Not

Die Kishigawa-Linie verbindet die Stadt Wakayama mit dem ländlich geprägten Umland.

Jahrelang gingen die Fahrgastzahlen zurück, und der Betrieb geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten.

Zum 1. April 2006 übernahm die neu gegründete Wakayama Electric Railway die Strecke von der vorherigen Betreibergesellschaft.

Das Unternehmen suchte nach Wegen, wieder mehr Menschen für die kleine Bahn zu begeistern.

Gut zu wissen

Der Bahnhof Kishi wurde später in Anlehnung an seine berühmte Vorsteherin umgestaltet und erhielt ein Dach in Form eines Katzengesichts.

Auch andere Bahnen in Japan setzen auf Tiere als freundliche Aushängeschilder, am bekanntesten aber wurde die Katze aus Wakayama.

Wie Tama zur Vorsteherin wurde

Am Bahnhof Kishi lebte seit Längerem eine zutrauliche Katze mit dem Namen Tama.

Die Reisenden kannten das Tier, und es gehörte gewissermaßen zum Bild der Station.

Am 5. Januar 2007 ernannte das Bahnunternehmen Tama offiziell zur Bahnhofsvorsteherin.

Sie bekam einen eigenen kleinen Dienstposten und eine Mütze im Stil der Bahnbediensteten.

Was der Posten bedeutete

Die Aufgabe war selbstverständlich ein symbolischer und werbewirksamer Ehrenposten.

Tamas eigentliche Pflicht bestand darin, am Eingang zu sitzen und die Gäste zu empfangen.

Für ihren Dienst erhielt sie statt eines Gehalts freie Verpflegung durch die Bahn.

Ihr Platz in einem umgebauten Teil des Bahnhofs wurde rasch zum beliebten Fotomotiv.

Der Andrang blieb nicht aus

Schon im Januar 2007 stiegen die Fahrgastzahlen spürbar an.

Im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres zählte die Linie rund siebzehn Prozent mehr Reisende.

Viele Besucher reisten eigens an, um die berühmte Katze mit eigenen Augen zu sehen.

Aus einer bedrohten Nebenstrecke wurde so nach und nach eine kleine Attraktion.

Ein Wert für die ganze Region

Fachleute versuchten später, den wirtschaftlichen Nutzen des tierischen Aushängeschilds zu beziffern.

Eine Studie schätzte den Wert für die lokale Wirtschaft auf etwa 1,1 Milliarden Yen.

In Japan prägte sich dafür sogar ein eigener Begriff ein, der die Wirkung beliebter Katzen beschreibt.

Das Beispiel zeigt, wie ein einzelnes Tier eine ganze Gegend ins Gespräch bringen kann.

Immer neue Titel

Mit den Jahren bekam Tama eine Reihe höherer Dienstbezeichnungen verliehen.

Zunächst stieg sie zur Super-Bahnhofsvorsteherin auf und erhielt später den Titel einer leitenden Angestellten.

Im Jahr 2013 ernannte das Unternehmen sie schließlich auf Lebenszeit zur Ehrenpräsidentin.

Die Beförderungen waren ein augenzwinkerndes Spiel, das die Beliebtheit der Katze weiter steigerte.

Nach Tamas Tod

Tama kam 1999 zur Welt und starb am 22. Juni 2015 im Alter von sechzehn Jahren.

Zu ihrem Abschied kamen viele Menschen zusammen, und die Anteilnahme reichte weit über die Region hinaus.

Eine Nachfolgerin mit dem Namen Nitama übernahm den Posten am Bahnhof.

Die Linie führt die Tradition der Katze als Wahrzeichen bis heute fort.

Warum die Geschichte so berührt

Der Fall verbindet eine ernste Lage mit einer heiteren, menschenfreundlichen Idee.

Statt die Strecke still aufzugeben, setzte die Bahn auf Fantasie und auf die Nähe zu den Menschen vor Ort.

Das Tier wurde zum Sinnbild dafür, dass auch kleine Bahnhöfe einen besonderen Wert haben.

Diese Mischung aus Rührung und Erfolg erklärt, warum die Geschichte um die Welt ging.

Das Fazit

Die Behauptung, eine Katze sei Bahnhofsvorsteherin gewesen, trifft zu.

Tama bekleidete den Ehrenposten am Bahnhof Kishi vom Jahr 2007 an über viele Jahre.

Ihr Dienst war zwar symbolisch, half der kleinen Strecke aber tatsächlich aus einer schwierigen Lage.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Häufige Fragen

War die Katze wirklich offiziell Bahnhofsvorsteherin?
Ja, das Bahnunternehmen ernannte Tama am 5. Januar 2007 offiziell zur Bahnhofsvorsteherin des Bahnhofs Kishi.
Hat das der Bahnstrecke geholfen?
Ja, die Fahrgastzahlen stiegen deutlich an, und die vorher bedrohte Linie gewann spürbar an Besuchern.
Bekam Tama ein Gehalt?
Ein Gehalt im eigentlichen Sinn erhielt sie nicht, wohl aber freie Verpflegung durch die Bahn.
Lebt die Katze noch?
Nein, Tama starb am 22. Juni 2015, eine Nachfolgerin mit dem Namen Nitama übernahm den Posten.
Wo liegt der Bahnhof Kishi?
Er liegt an der Kishigawa-Linie in der Präfektur Wakayama im Süden der japanischen Hauptinsel.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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