Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Fehmarnsund: Bitte achten Sie auf den großen Kleiderbügel über den Köpfen der Reisenden.“
Stimmt es, dass eine Eisenbahnbrücke über den Fehmarnsund Kleiderbügel genannt wird?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Die 1963 eröffnete Fehmarnsundbrücke wird wegen ihres geschwungenen Stahlbogens im Volksmund Kleiderbügel genannt. Sie trägt Straße, Schiene und einen Rad- und Fußweg zugleich über den Sund.
Wer im Sommer nach Fehmarn fährt, kann das stählerne Bauwerk über dem Fehmarnsund kaum übersehen.
Seit mehr als sechs Jahrzehnten verbindet es die Ostseeinsel mit dem Festland.
Im Volksmund trägt die Brücke einen Spitznamen, der an einen Haushaltsgegenstand erinnert.

Die Fakten in Zahlen
1963
Eröffnung
seit über 60 Jahren in Betrieb
963 m
Länge
über den eingeengten Sund
45 m
Bogenhöhe
über der Fahrbahn
Die schlanke Stahlkonstruktion trägt Gleis, Bundesstraße und einen Rad- und Fußweg nebeneinander.
Ein Spitzname aus dem Alltag
Die Frage zielt auf einen Namen, den kein Bauamt je vergeben hat.
Gemeint ist die auffällige, weithin sichtbare Form des Brückenbogens.
Dieser Bogen schwingt sich über die Fahrbahn wie der Haken eines Kleiderbügels.
Genau diese Silhouette hat der Brücke ihren volkstümlichen Beinamen eingetragen.
Der Name hat sich bis heute in der ganzen Region gehalten.

Wo die Brücke den Sund überspannt
Die Fehmarnsundbrücke verbindet die Insel Fehmarn in der Ostsee mit dem Festland bei Großenbrode.
Der Fehmarnsund ist an dieser Stelle etwa 1300 Meter breit.
Durch beidseitige Rampen von zusammen 337 Metern Länge wird die eigentliche Überspannung auf 963 Meter eingeengt.
So ließ sich die Wasserfläche mit einer einzigen großen Öffnung überbrücken.
Davor war die Insel nur mit der Fähre zu erreichen.
Gut zu wissen
Die Vogelfluglinie gilt als kürzeste Landverbindung zwischen Hamburg und Kopenhagen.
Der Netzwerkbogen der Brücke zählt zu den ersten und größten Bögen dieser Bauart weltweit.
Gebaut für die Vogelfluglinie
Eröffnet wurde das Bauwerk im Jahr 1963.
Zusammen mit dem gleichzeitig gebauten Fährhafen Puttgarden entstand damit die sogenannte Vogelfluglinie.
Diese Verbindung verkürzte die durchschnittliche Reisezeit von Hamburg nach Kopenhagen spürbar.
Bis dahin mussten Reisende den Sund selbst mit einer Fähre überqueren.
Die feste Querung machte die Insel ohne Umweg mit dem Festland erreichbar.
Warum der Kleiderbügel
Das Herzstück der Brücke ist ein sogenannter Netzwerkbogen.
Bei dieser Bauweise hängt die Fahrbahn an schräg gekreuzten Stahlseilen unter einem großen Bogen.
Die Seile bilden ein feines Rautenmuster, das an ein Fachwerk erinnert.
Von der Seite betrachtet ergibt der geschwungene Bogen die typische Kleiderbügel-Form.
Der Blick auf diese Linie prägt das Bild der Brücke bis heute.
Die Maße des Stahlbogens
Der Bogen ist rund 268,5 Meter lang und überspannt eine Stützweite von 248,5 Metern.
An seinem höchsten Punkt ragt er etwa 45 Meter über die Fahrbahn.
Der gesamte Überbau besteht aus einer schlanken Stahlkonstruktion.
Trotz seiner Größe wirkt das Bauwerk dadurch eher leicht und filigran.
Straße, Schiene und Rad auf einem Deck
Die Brücke ist 21 Meter breit und teilt diesen Platz auf drei Nutzungen auf.
Auf der Ostseite liegt das Gleis der Bahnstrecke Lübeck–Puttgarden.
In der Mitte verläuft die Bundesstraße 207 für den Autoverkehr.
Auf der Westseite begleitet ein kombinierter Rad- und Fußweg die Fahrbahn.
Damit ist die Fehmarnsundbrücke eine echte kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke.
Ein Pionier unter den Bogenbrücken
Der Netzwerkbogen der Fehmarnsundbrücke gilt als einer der ersten seiner Art weltweit.
Auch zu den größten Bauwerken dieser Bauweise zählte er bei seiner Fertigstellung.
Die gekreuzten Hänger verteilen die Lasten besonders gleichmäßig auf den Bogen.
Dieses Prinzip hat später viele weitere Brücken beeinflusst.
So wurde die Brücke über ihren Verkehrswert hinaus bekannt.
Wahrzeichen zwischen Ostsee und Festland
Längst ist die Brücke mehr als eine reine Verkehrsverbindung.
Sie gilt heute als eines der Wahrzeichen von Fehmarn und von Schleswig-Holstein.
Viele Urlauber verbinden den Anblick des Bogens mit dem Beginn ihrer Inselreise.
Auf Fotos und Postkarten ist der Kleiderbügel ein beliebtes Motiv.
Das Fazit
Der Spitzname Kleiderbügel ist also keine Erfindung, sondern gelebter Sprachgebrauch.
Er beschreibt treffend die geschwungene Form des großen Stahlbogens.
Dahinter steckt ein Bauwerk, das seit 1963 Straße und Schiene über den Sund trägt.
Wer nach Fehmarn reist, fährt damit unter einem der bekanntesten Bögen Norddeutschlands hindurch.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
