Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Jerusalem: Schon 1892 brachte eine Bahn die Reisenden vom Hafen Jaffa hinauf in die Bergstadt.“
Stimmt es, dass eine Bahn Jaffa mit Jerusalem verband?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ab 1892 fuhr eine Eisenbahn vom Hafen Jaffa hinauf nach Jerusalem. Der Mythos stimmt, denn die 86,6 Kilometer lange Strecke war die erste Bahn im Heiligen Land, wenn auch nicht die erste im ganzen Nahen Osten.
Jerusalem liegt in den Bergen, fernab vom Meer.
Lange war der Weg dorthin beschwerlich und langsam.
Ende des 19. Jahrhunderts änderte eine Eisenbahn das grundlegend.

Die Fakten in Zahlen
1892
Eröffnung
Bahn Jaffa–Jerusalem
26. Sep. 1892
offizielle Eröffnung
für den Verkehr
86,6 km
Streckenlänge
vom Meer bis in die Berge
1.000 mm
Spurweite zu Beginn
schmale Meterspur
die zweite
Bahn im Nahen Osten
nach Izmir–Aydın 1856
osmanisch
damalige Herrschaft
die Region gehörte zum Osmanischen Reich
Quellen: englischsprachige Wikipedia „Jaffa–Jerusalem railway“. Angaben gerundet.
Der beschwerliche Weg nach Jerusalem
Jerusalem liegt hoch in den Bergen des Landes.
Vom Mittelmeer aus war der Weg dorthin weit.
Reisende brauchten früher mit Tieren oder Kutschen viele Stunden.
Der Aufstieg durch die Hügel war mühsam.
Eine schnellere Verbindung war lange ein Wunsch.
Die Eisenbahn sollte ihn erfüllen.

Eine Bahn vom Meer in die Berge
Ausgangspunkt der Strecke war die Hafenstadt Jaffa.
Jaffa liegt direkt am Mittelmeer.
Von dort führte die Bahn landeinwärts und bergauf.
Ihr Ziel war die heilige Stadt Jerusalem.
Die Strecke überwand dabei einen großen Höhenunterschied.
Vom Meeresspiegel ging es hinauf in die Judäischen Berge.
Gut zu wissen
Der alte Bahnhof von Jerusalem ist erhalten und dient heute als Kultur- und Freizeitort unter dem Namen „First Station“.
Jaffa ist heute ein Teil der Stadt Tel Aviv-Jaffa und war über Jahrhunderte einer der wichtigsten Häfen der Region.
Die Eröffnung 1892
Im Sommer 1892 erreichte der erste Zug Jerusalem.
Die offizielle Eröffnung folgte am 26. September 1892.
Ab diesem Tag fuhren die Züge regelmäßig.
Für die Region war das eine kleine Sensation.
Eine Reise, die früher einen Tag dauerte, wurde viel kürzer.
Die Bahn verband Küste und Bergstadt auf neue Weise.
Die Strecke und ihre Länge
Die Bahn war 86,6 Kilometer lang.
Sie führte von Jaffa über mehrere Orte nach Jerusalem.
Unterwegs lagen Stationen in Städten und Dörfern.
Die Strecke stieg stetig an.
Immer wieder schlängelte sie sich durch die Hügel.
Am Ende erreichte sie die Höhe Jerusalems.
Eine schmale Spur
Die Bahn hatte zu Beginn eine schmale Spur.
Der Abstand der Schienen betrug nur 1.000 Millimeter.
Diese Meterspur war für bergiges Gelände praktisch.
Schmale Gleise ließen sich leichter durch die Hügel legen.
Dafür fuhren die Züge eher langsam.
Für die damalige Zeit war das dennoch ein Fortschritt.
Nicht die erste im Nahen Osten
Oft heißt es, dies sei die erste Bahn der Region gewesen.
Im Heiligen Land selbst stimmt das.
Im gesamten Nahen Osten war sie aber die zweite.
Die erste fuhr schon 1856 im heutigen Westen der Türkei.
Sie verband dort die Städte Izmir und Aydın.
Die Bahn nach Jerusalem folgte also einige Jahrzehnte später.
Unter osmanischer Herrschaft
Die Region gehörte damals zum Osmanischen Reich.
Der Bau wurde an private Unternehmer vergeben.
An ihnen war auch ausländisches Kapital beteiligt.
So entstanden viele Bahnen jener Zeit.
Fremdes Geld und Wissen trafen auf einheimische Arbeit.
Das Ergebnis war die erste Bahn im Heiligen Land.
Eine Bahn für Pilger und Handel
Jerusalem ist für mehrere Religionen eine heilige Stadt.
Jedes Jahr kamen zahllose Pilger dorthin.
Für sie bedeutete die Bahn eine große Erleichterung.
Auch Waren ließen sich nun schneller transportieren.
Der Hafen Jaffa war das Tor zur Welt.
Die Bahn verband dieses Tor mit der heiligen Stadt.
Umgebaut in bewegten Zeiten
Die Strecke erlebte viele Veränderungen.
Während des Ersten Weltkriegs wurde sie umgespurt.
Die osmanische Seite stellte sie auf eine etwas breitere Spur um.
Nach dem Krieg übernahmen die Briten die Region.
Sie bauten die Bahn 1920 auf Normalspur um.
So passte sie zu den Strecken der Nachbarländer.
Das Fazit
Der Mythos stimmt.
Ab 1892 verband tatsächlich eine Bahn Jaffa mit Jerusalem.
Die 86,6 Kilometer lange Strecke führte vom Meer in die Berge.
Sie war die erste Eisenbahn im Heiligen Land.
Im gesamten Nahen Osten war sie allerdings erst die zweite.
Für Pilger und Handel war sie trotzdem ein großer Schritt.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
