Stimmt es, dass ein Prellbock einen Zug aufhalten kann?

Stimmt es, dass …?

„Endstation, bitte alle aussteigen, was am Gleisende steht, ist kein Puffer gegen jede Wucht.“

Stimmt es, dass ein Prellbock einen Zug aufhalten kann?

→ Stimmt nur bedingt. Einen langsam rollenden Wagen hält der Prellbock auf. Einen Zug mit Schwung überrennt er, wie spektakuläre Unfälle zeigten.

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Kurz gesagt

Das stimmt nur bedingt: Ein Prellbock markiert das Ende eines Gleises und fängt einen langsam heranrollenden Wagen auf. Einen Zug mit Schwung und Masse kann er dagegen nicht aufhalten, er wird überrannt, wie mehrere spektakuläre Unfälle in der Geschichte gezeigt haben.

Am Ende vieler Gleise, besonders in Kopfbahnhöfen, steht ein massiver Block.

Er wirkt wie ein letzter, verlässlicher Riegel gegen jeden Zug.

Doch wie viel hält so ein Prellbock wirklich aus?

Berliner U Bahnhof Innsbrucker Platz (westliches Gleis mit Prellbock)
Foto: Standardizer, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

5 km/h

Grenze

ein einfacher Festprellbock reicht etwa bis zu dieser Auflaufgeschwindigkeit, darüber braucht es Dämpfung

1895

Montparnasse

beim Unfall am Pariser Gare Montparnasse durchbrach ein Zug den Gleisabschluss und stürzte aus dem Bahnhof

1902

Frankfurt

ein Unfall im Frankfurter Centralbahnhof führte mit zur Entwicklung moderner, energieabsorbierender Prellböcke

Angaben nach dem Wikipedia-Artikel zum Prellbock.

Was ein Prellbock ist

Ein Prellbock ist eine Form des Gleisabschlusses am Ende eines Stumpfgleises.

Er soll verhindern, dass ein Fahrzeug über das Gleisende hinausrollt.

Man findet ihn vor allem in Kopfbahnhöfen und an Abstellgleisen.

Andere Namen für ihn sind Pufferwehr oder schlicht Puffer.

Er ist das sichtbare Zeichen dafür, dass hier das Gleis endet.

Where Reading trains stop geograph.org.uk
Foto: Fernweh, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Wofür er wirklich gebaut ist

Ein Prellbock ist für den Normalfall gedacht, nicht für die Katastrophe.

Er fängt einen Wagen auf, der langsam und mit wenig Schwung heranrollt.

Beim sanften Anstoßen an das Gleisende bringt er das Fahrzeug sicher zum Halt.

Dafür soll er möglichst viel Energie aufnehmen, ohne selbst Schaden zu nehmen.

Im Alltag erfüllt er diese Aufgabe zuverlässig.

Gut zu wissen

Prellböcke sollen beim Aufprall möglichst viel Energie aufnehmen, damit der Zug nach Möglichkeit unbeschädigt bleibt, doch schon bei etwas höherem Tempo und Gewicht bieten sie keinen wirksamen Schutz mehr.

Moderne, energieabsorbierende Prellböcke entstanden erst, nachdem einfache Gleisabschlüsse bei mehreren Unfällen versagt hatten.

Warum er bei Tempo versagt

Schon früh zeigte sich, dass ein Prellbock bei höherem Tempo an seine Grenzen stößt.

Die Bewegungsenergie eines Zuges wächst mit dem Quadrat seiner Geschwindigkeit.

Doppeltes Tempo bedeutet also die vierfache Energie.

Ein schwerer Zug mit Schwung bringt eine Wucht mit, die kein einfacher Block hält.

Dann wird der Prellbock verschoben, zerstört oder überrannt.

Zwei berühmte Unfälle

Die Grenzen des Prellbocks wurden durch spektakuläre Unglücke deutlich.

Am Pariser Gare Montparnasse durchbrach 1895 ein Zug den Gleisabschluss.

Die Lok stürzte durch die Fassade und blieb über dem Platz davor hängen.

Ein Unfall im Frankfurter Centralbahnhof folgte 1902.

Solche Ereignisse führten zur Entwicklung besserer Prellböcke.

Der feste Prellbock

Die einfachste Bauform ist der Festprellbock.

Er wird fest im Boden oder an den Schienen verankert.

Solange nur geringe Geschwindigkeiten zu erwarten sind, genügt diese Bauart.

Grob gilt sie bis zu einer Auflaufgeschwindigkeit von etwa fünf Kilometern pro Stunde.

Darüber reicht die bloße Verankerung nicht mehr aus.

Prellböcke mit Dämpfung

Ist mit mehr Schwung zu rechnen, bekommt der Prellbock eine Dämpfung.

Oft arbeiten diese Systeme auf hydraulischer Basis.

Sie nehmen die Restenergie des auflaufenden Fahrzeugs auf.

So wird der Stoß über eine längere Strecke und sanfter abgebaut.

Der Zug kommt kontrollierter zum Stehen als an einem starren Block.

Der Bremsprellbock

Für noch höhere Energien gibt es den Bremsprellbock.

Er ist nicht starr, sondern kann sich entlang der Schiene verschieben.

Dabei bremst er über Reibung und baut so die Wucht des Zuges ab.

Solche Prellböcke nehmen deutlich mehr Energie auf als jeder Festprellbock.

Sie kommen dort zum Einsatz, wo ein Aufprall wahrscheinlicher und schwerer wäre.

Was der Prellbock nicht ist

Der Prellbock ist kein Ersatz für die Bremsen des Zuges.

Er ist die letzte Sicherung, nicht das eigentliche Mittel zum Anhalten.

Verlassen darf sich der Lokführer niemals auf ihn.

Ein Zug soll immer vor dem Gleisende rechtzeitig zum Stehen kommen.

Der Prellbock greift nur, wenn vorher etwas schiefgegangen ist.

Das Fazit

Der Mythos stimmt nur bedingt.

Einen langsam rollenden Wagen hält der Prellbock zuverlässig auf.

Einen Zug mit Masse und Schwung kann er dagegen nicht stoppen.

Feste Prellböcke reichen nur für geringes Tempo, Dämpfung und Bremsprellböcke für mehr.

Er bleibt die letzte Sicherung am Gleisende, kein Riegel gegen jede Wucht.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Häufige Fragen

Kann ein Prellbock einen Zug aufhalten?
Nur einen langsam rollenden. Einen Zug mit Schwung und Masse hält er nicht auf, er wird überrannt oder zerstört. Er ist die letzte Sicherung, nicht die eigentliche Bremse.
Bis zu welchem Tempo hält ein fester Prellbock?
Grob bis etwa fünf Kilometer pro Stunde. Darüber braucht es eine Dämpfung, meist auf hydraulischer Basis, um die Restenergie aufzunehmen.
Was ist ein Bremsprellbock?
Ein Prellbock, der sich entlang der Schiene verschieben kann und dabei über Reibung bremst. Er nimmt viel mehr Energie auf als ein fester Prellbock.
Gab es Unfälle mit durchbrochenen Prellböcken?
Ja. Bekannt sind der Unfall am Pariser Gare Montparnasse 1895 und einer im Frankfurter Centralbahnhof 1902. Sie führten zu besseren Bauarten.
Warum verlässt man sich nicht auf den Prellbock?
Weil er nur die letzte Sicherung ist. Ein Zug soll durch seine Bremsen rechtzeitig vor dem Gleisende halten. Der Prellbock greift nur, wenn vorher etwas schiefging.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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