Stimmt es, dass Schienen im Sommer gekühlt werden?

Stimmt es, dass …?

„Bei großer Hitze bitte mit Verspätungen rechnen, denn auch die Schienen leiden unter der Sonne.“

Stimmt es, dass Schienen im Sommer gekühlt werden?

→ Stimmt so nicht. Aktiv gekühlt werden Schienen nicht. Gegen die Hitze helfen weißer Anstrich, genaue Überwachung und notfalls langsamere Fahrt.

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Kurz gesagt

Das stimmt so nicht: Schienen werden im Sommer in aller Regel nicht aktiv gekühlt. Gegen die Hitze helfen andere Mittel, etwa ein weißer Anstrich, der das Licht reflektiert, dazu genaue Überwachung und bei extremer Hitze langsamere Fahrt.

An heißen Sommertagen heizt die Sonne die stählernen Schienen stark auf.

Da liegt der Gedanke nahe, die Bahn müsse sie irgendwie kühlen.

Doch gießt wirklich jemand Wasser auf die Gleise, oder hilft etwas anderes?

Langsamfahrstelle Gleisverwerfung
Foto: MdE, CC BY-SA 3.0 de, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

2019

weiß gestrichen

während der Hitzewellen 2019 strichen die ÖBB Schienen testweise weiß, um die Erhitzung zu verringern

Sommerhitze

das Problem

Gleisverwerfungen entstehen in der Regel durch die thermische Ausdehnung der Schienen bei großer Hitze

langsamer

als Notmittel

bei extremer Hitze wird das Tempo gesenkt, um das geschwächte Gleis zu schonen

Angaben nach den Wikipedia-Artikeln zu Gleisverwerfung und Langsamfahrstelle.

Warum Hitze für Schienen ein Problem ist

Stahl dehnt sich aus, wenn er warm wird.

Eine Schiene, die in der Sonne liegt, wird deutlich heißer als die Luft.

Weil moderne Gleise durchgehend verschweißt sind, kann sich die Schiene nicht einfach verlängern.

Stattdessen baut sich im Gleis eine große Druckspannung auf.

Diese Hitze ist der eigentliche Grund für die Sorge um die Schienen.

Buckled rails on the Yarra Valley Railway
Foto: Lankyrider, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was eine Gleisverwerfung ist

Wird der Druck in der Schiene zu groß, kann sich das Gleis verformen.

Diese unbeabsichtigte Verformung nennt man Gleisverwerfung.

Das Gleis knickt dann seitlich aus und ist nicht mehr sicher befahrbar.

Gleisverwerfungen entstehen in der Regel durch die Hitze im Hochsommer.

Sie sind selten, aber sie sind die gefürchtete Folge großer Wärme.

Gut zu wissen

Gleisverwerfungen sind selten und entstehen vor allem dann, wenn das Gleis mangelhaft verlegt oder unterhalten wurde und zusätzlich extreme Hitze hinzukommt.

Der weiße Anstrich ist keine Kühlung im eigentlichen Sinn, er sorgt nur dafür, dass die Schiene weniger Sonnenwärme aufnimmt.

Werden Schienen also gekühlt

Eine echte, planmäßige Kühlung der Schienen gibt es im Regelbetrieb nicht.

Niemand fährt das ganze Netz ab und besprüht die Gleise mit kaltem Wasser.

Das wäre bei zehntausenden Kilometern Strecke gar nicht zu leisten.

Die Vorstellung von der gekühlten Schiene ist deshalb im Kern ein Mythos.

Gegen die Hitze setzt die Bahn stattdessen auf andere Mittel.

Weiß gegen die Sonne

Eine Maßnahme ist, die Schienen an gefährdeten Stellen weiß zu streichen.

Eine weiße Fläche wirft mehr Sonnenlicht zurück als blanker Stahl.

Dadurch heizt sich die Schiene weniger stark auf.

Während der Hitzewellen 2019 strichen die Österreichischen Bundesbahnen Schienen testweise weiß.

Das ist zwar keine Kühlung, verringert aber die Erhitzung des Stahls.

Schon beim Bau vorgesorgt

Der wichtigste Schutz steckt im Gleis selbst.

Durchgehend verschweißte Schienen werden bei einer mittleren Temperatur verlegt und verspannt.

So drücken sie bei Hitze nicht zu stark und reißen bei Kälte nicht.

Fester Schotter und schwere Schwellen halten das Gleis zusätzlich in Form.

Ein gut gebautes und gepflegtes Gleis hält auch große Hitze meist aus.

Genaues Beobachten im Hochsommer

An heißen Tagen beobachtet die Bahn ihre Strecken besonders genau.

Mitarbeiter und Technik achten auf Stellen, an denen sich das Gleis zu verformen beginnt.

Wird eine gefährdete Stelle entdeckt, kann sie rechtzeitig gesichert werden.

So lässt sich eine Verwerfung oft verhindern, bevor sie gefährlich wird.

Vorsorge ist hier wirksamer als jede nachträgliche Kühlung.

Langsamer fahren als Notmittel

Reicht das nicht, senkt die Bahn bei extremer Hitze das Tempo.

Dazu richtet sie vorübergehende Langsamfahrstellen ein.

Ein langsamerer Zug belastet ein geschwächtes Gleis weniger.

Außerdem sinkt das Risiko, falls doch eine Verwerfung auftritt.

Das kostet Zeit, erhöht aber die Sicherheit an heißen Tagen.

Woher der Mythos kommt

Dass Menschen an Kühlung denken, ist verständlich.

Bei Hitze kühlt man schließlich alles Mögliche mit Wasser oder Schatten.

Auch der weiße Anstrich wirkt auf den ersten Blick wie eine Kühlung gegen die Sonne.

Doch all diese Mittel senken die Erhitzung oder das Risiko, statt die Schiene wirklich zu kühlen.

Der Kern des Mythos ist also ein Missverständnis über die Art der Maßnahme.

Das Fazit

Der Mythos stimmt so nicht.

Schienen werden im Sommer nicht planmäßig aktiv gekühlt.

Gegen die Hitze helfen ein weißer Anstrich, ein gut verspanntes Gleis und genaue Überwachung.

Bei extremer Hitze senkt die Bahn zusätzlich das Tempo.

Diese Mittel verringern die Erhitzung und das Risiko, sind aber keine echte Kühlung.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Häufige Fragen

Werden Schienen im Sommer gekühlt?
In aller Regel nicht. Eine planmäßige aktive Kühlung des Netzes gibt es nicht. Gegen die Hitze helfen andere Mittel wie weißer Anstrich und genaue Überwachung.
Was ist eine Gleisverwerfung?
Eine unbeabsichtigte Verformung des Gleises, bei der es seitlich ausknickt. Sie entsteht in der Regel durch die thermische Ausdehnung der Schienen bei großer Hitze.
Warum werden Schienen weiß gestrichen?
Weil eine weiße Fläche mehr Sonnenlicht zurückwirft. So heizt sich der Stahl weniger auf. Die ÖBB haben das 2019 testweise gemacht.
Was tut die Bahn noch gegen die Hitze?
Sie verlegt Gleise verspannt und gut gepflegt, beobachtet heiße Strecken genau und senkt bei extremer Hitze mit Langsamfahrstellen das Tempo.
Warum verformt sich das Gleis überhaupt?
Weil durchgehend verschweißte Schienen sich bei Hitze nicht einfach verlängern können. Stattdessen baut sich Druck auf, der das Gleis im Extremfall ausknicken lässt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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