Stimmt es, dass …?
„Bei großer Hitze bitte mit Verspätungen rechnen, denn auch die Schienen leiden unter der Sonne.“
Stimmt es, dass Schienen im Sommer gekühlt werden?
→ Stimmt so nicht. Aktiv gekühlt werden Schienen nicht. Gegen die Hitze helfen weißer Anstrich, genaue Überwachung und notfalls langsamere Fahrt.
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Kurz gesagt
Das stimmt so nicht: Schienen werden im Sommer in aller Regel nicht aktiv gekühlt. Gegen die Hitze helfen andere Mittel, etwa ein weißer Anstrich, der das Licht reflektiert, dazu genaue Überwachung und bei extremer Hitze langsamere Fahrt.
An heißen Sommertagen heizt die Sonne die stählernen Schienen stark auf.
Da liegt der Gedanke nahe, die Bahn müsse sie irgendwie kühlen.
Doch gießt wirklich jemand Wasser auf die Gleise, oder hilft etwas anderes?

Die Fakten in Zahlen
2019
weiß gestrichen
während der Hitzewellen 2019 strichen die ÖBB Schienen testweise weiß, um die Erhitzung zu verringern
Sommerhitze
das Problem
Gleisverwerfungen entstehen in der Regel durch die thermische Ausdehnung der Schienen bei großer Hitze
langsamer
als Notmittel
bei extremer Hitze wird das Tempo gesenkt, um das geschwächte Gleis zu schonen
Angaben nach den Wikipedia-Artikeln zu Gleisverwerfung und Langsamfahrstelle.
Warum Hitze für Schienen ein Problem ist
Stahl dehnt sich aus, wenn er warm wird.
Eine Schiene, die in der Sonne liegt, wird deutlich heißer als die Luft.
Weil moderne Gleise durchgehend verschweißt sind, kann sich die Schiene nicht einfach verlängern.
Stattdessen baut sich im Gleis eine große Druckspannung auf.
Diese Hitze ist der eigentliche Grund für die Sorge um die Schienen.

Was eine Gleisverwerfung ist
Wird der Druck in der Schiene zu groß, kann sich das Gleis verformen.
Diese unbeabsichtigte Verformung nennt man Gleisverwerfung.
Das Gleis knickt dann seitlich aus und ist nicht mehr sicher befahrbar.
Gleisverwerfungen entstehen in der Regel durch die Hitze im Hochsommer.
Sie sind selten, aber sie sind die gefürchtete Folge großer Wärme.
Gut zu wissen
Gleisverwerfungen sind selten und entstehen vor allem dann, wenn das Gleis mangelhaft verlegt oder unterhalten wurde und zusätzlich extreme Hitze hinzukommt.
Der weiße Anstrich ist keine Kühlung im eigentlichen Sinn, er sorgt nur dafür, dass die Schiene weniger Sonnenwärme aufnimmt.
Werden Schienen also gekühlt
Eine echte, planmäßige Kühlung der Schienen gibt es im Regelbetrieb nicht.
Niemand fährt das ganze Netz ab und besprüht die Gleise mit kaltem Wasser.
Das wäre bei zehntausenden Kilometern Strecke gar nicht zu leisten.
Die Vorstellung von der gekühlten Schiene ist deshalb im Kern ein Mythos.
Gegen die Hitze setzt die Bahn stattdessen auf andere Mittel.
Weiß gegen die Sonne
Eine Maßnahme ist, die Schienen an gefährdeten Stellen weiß zu streichen.
Eine weiße Fläche wirft mehr Sonnenlicht zurück als blanker Stahl.
Dadurch heizt sich die Schiene weniger stark auf.
Während der Hitzewellen 2019 strichen die Österreichischen Bundesbahnen Schienen testweise weiß.
Das ist zwar keine Kühlung, verringert aber die Erhitzung des Stahls.
Schon beim Bau vorgesorgt
Der wichtigste Schutz steckt im Gleis selbst.
Durchgehend verschweißte Schienen werden bei einer mittleren Temperatur verlegt und verspannt.
So drücken sie bei Hitze nicht zu stark und reißen bei Kälte nicht.
Fester Schotter und schwere Schwellen halten das Gleis zusätzlich in Form.
Ein gut gebautes und gepflegtes Gleis hält auch große Hitze meist aus.
Genaues Beobachten im Hochsommer
An heißen Tagen beobachtet die Bahn ihre Strecken besonders genau.
Mitarbeiter und Technik achten auf Stellen, an denen sich das Gleis zu verformen beginnt.
Wird eine gefährdete Stelle entdeckt, kann sie rechtzeitig gesichert werden.
So lässt sich eine Verwerfung oft verhindern, bevor sie gefährlich wird.
Vorsorge ist hier wirksamer als jede nachträgliche Kühlung.
Langsamer fahren als Notmittel
Reicht das nicht, senkt die Bahn bei extremer Hitze das Tempo.
Dazu richtet sie vorübergehende Langsamfahrstellen ein.
Ein langsamerer Zug belastet ein geschwächtes Gleis weniger.
Außerdem sinkt das Risiko, falls doch eine Verwerfung auftritt.
Das kostet Zeit, erhöht aber die Sicherheit an heißen Tagen.
Woher der Mythos kommt
Dass Menschen an Kühlung denken, ist verständlich.
Bei Hitze kühlt man schließlich alles Mögliche mit Wasser oder Schatten.
Auch der weiße Anstrich wirkt auf den ersten Blick wie eine Kühlung gegen die Sonne.
Doch all diese Mittel senken die Erhitzung oder das Risiko, statt die Schiene wirklich zu kühlen.
Der Kern des Mythos ist also ein Missverständnis über die Art der Maßnahme.
Das Fazit
Der Mythos stimmt so nicht.
Schienen werden im Sommer nicht planmäßig aktiv gekühlt.
Gegen die Hitze helfen ein weißer Anstrich, ein gut verspanntes Gleis und genaue Überwachung.
Bei extremer Hitze senkt die Bahn zusätzlich das Tempo.
Diese Mittel verringern die Erhitzung und das Risiko, sind aber keine echte Kühlung.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Kleine Dinge, große Wirkung
Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.
Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.
Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.
In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.
Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.
So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.
