Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Raeren, von hier führte die Vennbahn über eine Trasse, die bis heute belgisches Gebiet ist.“
Stimmt es, dass die Vennbahn deutsche Exklaven entstehen ließ?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, die Vennbahn ließ tatsächlich fünf kleine deutsche Exklaven entstehen. Weil die Bahntrasse nach dem Ersten Weltkrieg belgisches Staatsgebiet wurde, sind einige deutsche Flächen seither vom übrigen Land abgeschnitten.
Die Vennbahn ist eine alte Eisenbahnstrecke im Grenzland zwischen Deutschland und Belgien.
Immer wieder hört man, sie habe mitten in Deutschland kleine Exklaven entstehen lassen.
Dieser Beitrag prüft, was an dieser erstaunlichen Geschichte dran ist.

Die Fakten in Zahlen
1885
erste Teilstrecke
in Betrieb
1920
Grenzziehung
Trasse wird belgisch
5
deutsche Exklaven
durch die Trasse
Heute verläuft auf der alten Vennbahn-Trasse ein langer Fernradweg.
Die kurze Antwort
Der Mythos stimmt, denn die Vennbahn ließ wirklich deutsche Exklaven entstehen.
Es handelt sich um fünf kleine Gebiete, die vom übrigen Deutschland abgeschnitten sind.
Ursache ist die Trasse der Bahn, die zu belgischem Staatsgebiet wurde.
Alles, was westlich der Trasse liegt, ist dadurch vom deutschen Festland getrennt.
So schuf eine Eisenbahn eine ungewöhnliche Landkarte.

Was eine Exklave ist
Eine Exklave ist ein Stück eines Landes, das vom Hauptgebiet getrennt liegt.
Um sie zu erreichen, muss man durch fremdes Gebiet.
Meist entstehen solche Gebiete durch alte Grenzverläufe.
Im Fall der Vennbahn ist die Grenze besonders schmal, nämlich die Bahntrasse selbst.
Diese dünne Linie reicht aus, um Flächen abzuschneiden.
Gut zu wissen
Die Kreise Eupen und Malmedy kamen nach dem Ersten Weltkrieg vom Deutschen Reich zu Belgien.
Der Vennbahn-Radweg zählt heute zu den bekannten Fernradwegen der Region.
Die Strecke der Vennbahn
Die Vennbahn verband einst Aachen mit dem Norden Luxemburgs.
Sie führte über Monschau und Sankt Vith durch das Hohe Venn.
Ursprünglich diente sie vor allem dem Transport von Kohle und Eisen.
Der Bau begann in den 1880er-Jahren.
Schon 1885 ging ein erster Abschnitt in Betrieb.
Wie die Grenze entstand
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Grenze in dieser Region neu gezogen.
Die Kreise Eupen und Malmedy kamen zu Belgien.
Dabei wurde festgelegt, dass die Bahntrasse belgisches Eigentum werden sollte.
Eine Kommission legte den genauen Verlauf fest.
So wurde die Strecke der Vennbahn in Teilen zu belgischem Hoheitsgebiet.
Fünf kleine Exklaven
Durch diese Grenzziehung entstanden fünf deutsche Exklaven.
Sie liegen westlich der Trasse und sind vom übrigen Deutschland getrennt.
Ein bekanntes Beispiel ist das Gebiet um Ruitzhof.
Die Exklaven sind meist nur kleine Flächen mit wenigen Gebäuden.
Bis heute gehören sie zu Deutschland, obwohl die Trasse belgisch ist.
Eine Bahn als Staatsgebiet
Das Besondere ist, dass die Grenze entlang der Schienen verläuft.
Nicht ein Fluss oder ein Bergkamm trennt hier die Länder, sondern eine Bahnlinie.
Damit ist die Trasse selbst ein schmaler Streifen belgischen Bodens.
Wer die Strecke überquert, wechselt für einen Moment das Staatsgebiet.
Solche Fälle sind in Europa sehr selten.
Der Sonderfall Hemmeres
Nicht alle Exklaven blieben dauerhaft bestehen.
Bei dem Ort Hemmeres gab es ebenfalls ein abgeschnittenes Gebiet.
1958 gab Belgien den dortigen Trassenabschnitt an Deutschland zurück.
Damit verschwand diese Exklave wieder.
Die übrigen fünf Exklaven aber bestehen bis heute.
Von der Bahn zum Radweg
Der Zugverkehr auf der Vennbahn wurde über die Jahre eingestellt.
Die Trasse blieb jedoch nicht ungenutzt.
Auf ihr entstand ein langer Fernradweg.
Er führt heute Radfahrer durch das Grenzland von Aachen bis nach Luxemburg.
So erlebt die alte Strecke eine neue Blüte.
Ein Kuriosum für Grenzgänger
Für die Menschen vor Ort ist die ungewöhnliche Grenze Alltag.
Karten der Region zeigen die schmalen belgischen Streifen deutlich.
Die Exklaven sind ein beliebtes Ziel für Freunde kurioser Geografie.
Sie erinnern an die wechselhafte Geschichte dieser Grenzregion.
Die Vennbahn ist damit mehr als nur eine alte Bahnlinie.
Das Fazit
Die Behauptung, die Vennbahn habe deutsche Exklaven entstehen lassen, trifft zu.
Weil die Trasse nach dem Ersten Weltkrieg belgisch wurde, entstanden fünf Exklaven.
Sie liegen westlich der Bahnlinie und gehören bis heute zu Deutschland.
Auf der alten Strecke verläuft inzwischen ein Fernradweg.
Der Mythos ist bestätigt.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
