Stimmt es, dass die Jungfraubahn mit Drehstrom fährt?

Stimmt es, dass …?

„Nächster Halt Kleine Scheidegg, Umstieg zur Jungfraubahn, die mit Drehstrom hinauf zum Jungfraujoch fährt.“

Stimmt es, dass die Jungfraubahn mit Drehstrom fährt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Ja, die Jungfraubahn fährt mit Drehstrom, also mit Dreiphasenwechselstrom. Deshalb hat sie eine zweipolige Fahrleitung mit zwei Drähten und an den Fahrzeugen doppelte Stromabnehmer.

Die Jungfraubahn führt hinauf zum höchsten Bahnhof Europas und ist weltberühmt.

Immer wieder heißt es, sie fahre mit einem ungewöhnlichen Strom, dem Drehstrom.

Dieser Beitrag prüft, was an der Erzählung vom Drehstrom der Jungfraubahn dran ist.

Jungfrau Railway and Eiger ()
Foto: Andrew Bone, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1912

bis Jungfraujoch

eröffnet

3454 m

Jungfraujoch

höchste Bahnstation Europas

9,34 km

Länge

der Strecke

Den Strom erzeugt die Bahn zu einem großen Teil in einem eigenen Wasserkraftwerk im Lütschental.

Die kurze Antwort

Der Mythos stimmt, denn die Jungfraubahn fährt tatsächlich mit Drehstrom.

Drehstrom ist eine besondere Form des Wechselstroms mit drei Phasen.

Für die Bahn bedeutet das einen ungewöhnlichen Aufbau der Stromversorgung.

Statt eines einzigen Fahrdrahts spannen sich zwei Drähte über dem Gleis.

An den Fahrzeugen sitzen passend dazu zwei getrennte Stromabnehmer.

Jungfraubahn ()
Foto: stachelbeer, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Was Drehstrom bedeutet

Die meisten Bahnen fahren mit Gleichstrom oder mit einphasigem Wechselstrom.

Drehstrom dagegen besteht aus drei zeitlich versetzten Wechselströmen.

Ein solcher Antrieb braucht mehr als einen stromführenden Leiter.

Bei der Jungfraubahn übernehmen zwei Fahrdrähte zwei der Phasen.

Die dritte Phase läuft über die Schienen zurück.

Gut zu wissen

Das Jungfraujoch wird wegen seiner Lage zwischen Mönch und Jungfrau auch Top of Europe genannt.

Von der Kleinen Scheidegg aus bestehen Anschlüsse an die Wengernalpbahn.

Zwei Drähte über dem Gleis

Wer genau hinsieht, erkennt über der Jungfraubahn eine zweipolige Fahrleitung.

Zwei Fahrdrähte verlaufen nebeneinander über der Strecke.

Das unterscheidet die Bahn von den meisten anderen Strecken mit nur einem Draht.

An den Triebfahrzeugen greifen zwei Stromabnehmer die beiden Drähte ab.

Diese Technik ist bis heute ein Markenzeichen der Bahn.

Strom aus eigenem Wasser

Den nötigen Strom erzeugt die Jungfraubahn zu einem großen Teil selbst.

Dafür betreibt sie ein eigenes Wasserkraftwerk im Lütschental.

Die Wasserkraft aus den Bergen eignet sich gut für den Antrieb.

So ist die Bahn bei der Energie ein Stück weit unabhängig.

Schon früh setzte man hier auf saubere Kraft aus dem Gebirge.

Die Idee von Adolf Guyer-Zeller

Die Jungfraubahn geht auf den Unternehmer Adolf Guyer-Zeller zurück.

Bei einer Bergwanderung kam ihm die Idee zu einer Bahn aufs Jungfraujoch.

1894 erhielt er die Konzession für den Bau.

Die Erlaubnis war an den Nachweis geknüpft, dass die Höhe für Menschen unbedenklich sei.

Im Juli 1896 begann schließlich der Bau.

Der lange Weg nach oben

Die Strecke führt von der Kleinen Scheidegg hinauf zum Jungfraujoch.

Große Teile verlaufen in einem Tunnel durch Eiger und Mönch.

Der Bau zog sich über viele Jahre hin und war gefährlich.

Erst im August 1912 erreichte die Bahn das Jungfraujoch.

Dort liegt mit 3454 Metern die höchste Bahnstation Europas.

Eine Zahnradbahn mit System Strub

Die Jungfraubahn ist eine Zahnradbahn mit Meterspur.

Ein Zahnrad greift in eine Zahnstange zwischen den Schienen.

So kann die Bahn auch sehr steile Abschnitte bewältigen.

Verwendet wird die Zahnstange nach dem System Strub.

Diese Technik hält die Züge sicher am steilen Berg.

Warum gerade Drehstrom

Zur Bauzeit der Bahn galt der Drehstromantrieb als modern und leistungsfähig.

Für eine steile Bergbahn war ein kräftiger elektrischer Antrieb von Vorteil.

Auch die Bremswirkung ließ sich mit diesem System gut nutzen.

Viele andere Bahnen gingen später zu einfacheren Systemen über.

Die Jungfraubahn blieb ihrem Drehstrom jedoch treu.

Ein seltener Anblick

Heute ist Drehstrom im Bahnverkehr selten geworden.

Nur noch wenige Bahnen weltweit setzen auf diese Technik.

Die zweipolige Fahrleitung macht die Jungfraubahn deshalb besonders.

Für Technikfreunde ist der Anblick der zwei Drähte ein kleines Highlight.

So trägt der Strom seinen Teil zum Ruf der Bahn bei.

Das Fazit

Die Behauptung, die Jungfraubahn fahre mit Drehstrom, trifft zu.

Die Bahn nutzt Dreiphasenwechselstrom mit einer zweipoligen Fahrleitung.

Den Strom erzeugt sie zu einem großen Teil im eigenen Wasserkraftwerk.

Seit 1912 fährt sie so hinauf zum höchsten Bahnhof Europas.

Der Mythos ist bestätigt.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Häufige Fragen

Fährt die Jungfraubahn wirklich mit Drehstrom?
Ja, sie nutzt Dreiphasenwechselstrom und hat dafür eine zweipolige Fahrleitung.
Warum hat die Bahn zwei Fahrdrähte?
Weil der Drehstrom zwei Phasen über die Leitung führt, die dritte läuft über die Schienen zurück.
Woher kommt der Strom?
Zu einem großen Teil aus einem eigenen Wasserkraftwerk im Lütschental.
Wie hoch liegt das Jungfraujoch?
Die Station liegt auf 3454 Metern und ist die höchste Bahnstation Europas.
Seit wann fährt die Bahn bis zum Jungfraujoch?
Seit August 1912.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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