Stimmt es, dass …?
„Einst ab Waltherplatz: Die Rittner Bahn fuhr mitten durch Bozen den Berg hinauf.“
Stimmt es, dass die Rittner Bahn früher durch die Straßen von Bozen fuhr?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Rittner Bahn begann früher mitten in Bozen und kletterte mit einem Zahnradabschnitt auf das Hochplateau Ritten. Der Mythos stimmt, denn bis 1967 fuhr sie durch die Straßen der Stadt, ehe nur der obere Teil erhalten blieb.
Auf dem Hochplateau Ritten bei Bozen fährt eine kleine Schmalspurbahn.
Heute wirkt sie wie ein gemütliches Relikt vergangener Zeiten.
Viele wissen nicht, dass sie einst viel weiter fuhr.

Die Fakten in Zahlen
1907
eröffnet
elektrisch von Anfang an
bis 1967
hinunter
nach Bozen mit Zahnrad
1000 mm
Spurweite
Schmalspur
Seit 1967 fährt nur noch der obere Teil auf dem Hochplateau Ritten.
Eine Bahn auf dem Hochplateau
Hoch über der Südtiroler Stadt Bozen liegt das Hochplateau Ritten.
Dort verkehrt bis heute eine kleine Schmalspurbahn.
Gemächlich zuckelt sie zwischen den Bergdörfern hin und her.
Für viele Gäste ist sie ein beschauliches Ausflugsziel.
Dabei war die Rittner Bahn früher viel mehr als das.
Dieser Beitrag geht ihrer Geschichte nach.

Drei Abschnitte, eine Bahn
Ursprünglich bestand die Strecke aus drei sehr verschiedenen Teilen.
Unten begann sie mitten in der Stadt Bozen.
In der Mitte überwand sie den steilen Hang zum Plateau.
Oben führte sie dann über den Ritten.
Jeder dieser Teile hatte seine eigene Technik.
Zusammen ergaben sie eine ungewöhnliche Gesamtstrecke.
Gut zu wissen
Eine Zahnradbahn nutzt eine gezahnte Mittelschiene, in die ein Zahnrad des Fahrzeugs greift, um sehr steile Abschnitte zu bewältigen.
Den früheren steilen Anstieg von Bozen zum Ritten übernimmt heute die Rittner Seilbahn.
Mitten durch Bozen
Im Tal fuhr die Bahn durch die Straßen von Bozen.
Ihr Ausgangspunkt lag am zentralen Waltherplatz.
Dort bewegte sie sich wie eine Straßenbahn durch die Stadt.
Fußgänger und Fuhrwerke teilten sich mit ihr den Raum.
Dieser städtische Abschnitt war der Beginn der Reise.
Von hier aus ging es langsam bergwärts.
Mit Zahnrad den Berg hinauf
Der Anstieg zum Plateau war das Herzstück der Strecke.
Er war so steil, dass die Räder allein nicht genügten.
Deshalb kam hier ein Zahnrad zum Einsatz.
Die Steigung erreichte auf diesem Abschnitt bis zu 255 Promille.
Auf gut vier Kilometern überwand die Bahn rund 910 Meter Höhe.
Im Schritttempo quälte sie sich den Hang hinauf.
Oben auf dem Ritten
Hatte die Bahn das Plateau erreicht, wurde es gemütlicher.
Oben verlief die Strecke ohne Zahnrad.
Dort reichte die Reibung der Räder auf der Schiene.
Die Bahn verband die Orte Maria Himmelfahrt, Oberbozen und Klobenstein.
Dieser obere Teil war flach und freundlich.
Er bildet bis heute den Kern der Rittner Bahn.
Elektrisch seit 1907
Die Rittner Bahn ging im Jahr 1907 in Betrieb.
Schon damals fuhr sie elektrisch.
Das war für die Zeit durchaus modern.
Gefahren wird auf schmaler Spur von einem Meter Breite.
Der Strom kommt aus einer Oberleitung über der Strecke.
So verband die Bahn von Beginn an Technik und Landschaft.
Der große Umbruch 1967
Mit der Zeit wurde der steile Anstieg zum Problem.
Die Fahrt durch die Stadt und über das Zahnrad war aufwendig.
Im Jahr 1967 kam deshalb das Aus für die unteren Teile.
Die Strecke schrumpfte von fast zwölf auf unter sieben Kilometer.
Nur der obere Abschnitt auf dem Plateau blieb erhalten.
Damit verlor die Bahn ihren Weg in die Stadt.
Bus und Seilbahn übernehmen
Für die aufgegebenen Teile kam Ersatz.
Den Weg durch Bozen übernahm fortan der Bus.
Den steilen Anstieg ersetzte eine Seilbahn.
Diese Rittner Seilbahn bringt die Fahrgäste seither hinauf.
So blieb die Verbindung erhalten, nur das Verkehrsmittel wechselte.
Die eigentliche Bahn beschränkte sich nun auf das Plateau.
Was heute bleibt
Heute fährt die Rittner Bahn nur noch oben über den Ritten.
Sie verbindet die Dörfer auf dem sonnigen Hochplateau.
Für die Einheimischen ist sie ein praktisches Nahverkehrsmittel.
Für Gäste ist sie eine gemächliche Fahrt mit schöner Aussicht.
Von der einstigen langen Strecke ist nur dieser Rest geblieben.
Gerade das macht die kleine Bahn heute so besonders.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn die Rittner Bahn fuhr früher durch die Straßen von Bozen.
Von dort kletterte sie mit einem Zahnrad das steile Stück zum Plateau hinauf.
Oben auf dem Ritten verlief sie dann als gewöhnliche Schmalspurbahn.
Im Jahr 1967 wurden der Stadtabschnitt und das Zahnradstück aufgegeben.
Übrig blieb allein die Bahn auf dem Hochplateau, die bis heute fährt.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
