Stimmt es, dass …?
„Auf Gleis 1 die Bergfahrt mit der Ficelle hinauf nach Fourvière – eine der ältesten Standseilbahnen der Welt.“
Stimmt es, dass die Lyoner Standseilbahn Ficelle eine der ältesten der Welt ist?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
In Lyon fuhr bereits 1862 eine Standseilbahn, weshalb die liebevoll Ficelle genannten Bahnen zu den ältesten der Welt zählen. Die beiden heute noch verkehrenden Linien sind allerdings etwas jünger als diese allererste Strecke.
Die französische Stadt Lyon breitet sich über mehrere steile Hügel aus.
Um sie zu erklimmen, bauten die Lyoner schon früh besondere Bergbahnen.
Diese Standseilbahnen tragen bis heute einen liebevollen Spitznamen.

Die Fakten in Zahlen
1862
erste Standseilbahn
in Lyon, eine der frühesten der Welt
fünf → zwei
Linien
früher fünf Strecken, heute noch zwei im Betrieb
„Ficelle“
Spitzname
französisch für Schnur oder Schnürsenkel
Die heutige Linie F1 nach Saint-Just ging am 8. April 1878 in Betrieb.
Was die Behauptung meint
Die Behauptung sagt, die Lyoner Standseilbahn gehöre zu den ältesten der Welt.
Gemeint sind die Bergbahnen, die die Lyoner Ficelle nennen.
Eine Standseilbahn ist eine Bahn, deren Wagen an einem Seil den Hang hinaufgezogen werden.
Zu prüfen ist, wie weit diese Technik in Lyon tatsächlich zurückreicht.
Dieser Prüfstand schaut dafür auf die Jahreszahlen der Strecken.

Eine Stadt auf Hügeln
Lyon liegt am Zusammenfluss von Rhône und Saône und wird von steilen Hügeln überragt.
Besonders bekannt sind die Höhen von Fourvière und La Croix-Rousse.
Zu Fuß waren diese Anhöhen von der Unterstadt aus nur mühsam zu erreichen.
Darum suchte man früh nach einer bequemen Verbindung nach oben.
Die Lösung war eine Bahn, die sich am Seil den Hang hinaufzieht.
Gut zu wissen
Eine Standseilbahn fährt auf festen Schienen und wird von einem Seil gezogen, während eine frei schwebende Seilbahn ihre Kabinen ohne Schienen durch die Luft trägt.
Weil mehrere Lyoner Strecken später zu Zahnradbahnen umgebaut wurden, änderte sich bei einzelnen Linien im Jahr 1901 sogar die Spurweite der Gleise.
Was Ficelle bedeutet
Die Lyoner nennen ihre Standseilbahnen liebevoll Ficelle.
Das französische Wort bedeutet so viel wie Schnur oder Schnürsenkel.
Der Name spielt auf das Seil an, an dem die Wagen hängen.
So wurde aus einem technischen Begriff ein Kosename im Alltag.
Bis heute spricht man in Lyon selbstverständlich von der Ficelle.
Der Anfang im Jahr 1862
Schon 1862 existierte in Lyon eine städtische Bahn, die als Standseilbahn betrieben wurde.
Diese erste Strecke verband die Unterstadt mit der Höhe von La Croix-Rousse.
Damit gehört Lyon zu den frühesten Städten der Welt mit einer solchen Bahn.
Die Technik der Standseilbahn steckte zu dieser Zeit noch in ihren Anfängen.
Lyon war also ein echter Pionier dieser Bauart.
Einst fünf, heute zwei
Wegen der vielen Hügel bestanden in Lyon früher gleich fünf Standseilbahnen.
Sie verbanden die Unterstadt mit den verschiedenen Anhöhen der Stadt.
Mit der Zeit wurden einige Strecken aufgegeben oder umgebaut.
Heute verkehren noch zwei Linien im öffentlichen Nahverkehr.
Das Netz ist damit kleiner, aber immer noch in Betrieb.
Die Linien von heute
Die Linie F1 führt von Saint-Jean hinauf nach Saint-Just.
Sie ging am 8. April 1878 in Betrieb und war damit anfangs normalspurig ausgelegt.
Die Linie F2 verbindet Saint-Jean mit der Höhe von Fourvière.
Beide Strecken starten im alten Stadtviertel Vieux Lyon unten am Fluss.
Sie bringen Fahrgäste und Besucher bequem zu den Sehenswürdigkeiten auf den Hügeln.
Wie eine Standseilbahn arbeitet
Bei einer Standseilbahn fahren die Wagen auf Schienen einen Hang hinauf und hinunter.
Gezogen werden sie von einem Seil, das von einer Maschine bewegt wird.
Oft gleichen sich zwei Wagen aus, indem der eine aufwärts fährt, während der andere abwärts rollt.
Dieses Gegengewicht spart Kraft und macht den Betrieb sparsam.
Gerade an steilen Hängen ist diese Technik besonders geeignet.
Die Ficelle der Toten
Eine der früheren Linien trug den düsteren Namen Ficelle des morts.
Übersetzt heißt das so viel wie Faden der Toten.
Über diese Strecke wurden auch Särge zum Friedhof von Loyasse gebracht.
Die Bahn diente also nicht nur den lebenden Fahrgästen.
Solche Geschichten machen die Lyoner Ficelle bis heute unverwechselbar.
Vom Seil zur Zahnstange
Mehrere der Lyoner Strecken wurden im Lauf der Zeit umgebaut.
Einzelne Bahnen wurden von der Standseilbahn zur Zahnradbahn umgestellt.
Dabei änderte sich teils auch die Spurweite der Gleise.
So wandelte sich das Netz immer wieder mit der Technik der Zeit.
Der Ursprung als Standseilbahn blieb dabei stets erkennbar.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt im Kern, denn Lyon hatte bereits 1862 eine Standseilbahn und zählt damit zu den Pionieren der Welt.
Der Spitzname Ficelle begleitet diese Bergbahnen seit Generationen.
Einschränkend ist zu sagen, dass die beiden heute verkehrenden Linien etwas jünger sind als diese erste Strecke.
Als eine der ältesten Standseilbahnen der Welt gilt die Lyoner Ficelle dennoch zu Recht.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
