Stimmt es, dass …?
„Auf Gleis 1 die Fahrt über das bolivianische Hochland am Rand des größten Salzsees der Welt.“
Stimmt es, dass am Rand des Salzsees von Uyuni eine Eisenbahn fährt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Am Rand des riesigen Salar de Uyuni in Bolivien verkehrt tatsächlich seit 1889 die Eisenbahn, und südlich der Stadt liegt ein weltberühmter Eisenbahnfriedhof. Über die Salzfläche selbst fahren jedoch keine Züge, sondern Fahrzeuge auf eigener Spur.
Im Hochland Boliviens liegt der größte Salzsee der Erde.
An seinem Rand hat die Eisenbahn eine lange und ungewöhnliche Geschichte hinterlassen.
Berühmt ist vor allem ein ganzer Friedhof ausgedienter Lokomotiven.

Die Fakten in Zahlen
10.582 km²
Salar de Uyuni
die größte Salzfläche der Erde
3653 m
über dem Meer
die Lage im Altiplano Boliviens
1889
Bahn erreicht Uyuni
die Strecke aus Antofagasta, 612 Kilometer
1892 wurde die Strecke von Uyuni über 314 Kilometer weiter nach Oruro verlängert.
Was die Behauptung meint
Die Behauptung sagt, am Rand des Salzsees von Uyuni verkehre eine Eisenbahn.
Gemeint ist der Salar de Uyuni, die riesige Salzfläche im Süden Boliviens.
Zu klären ist, ob dort wirklich Schienen liegen und Züge fahren.
Ebenso ist zu trennen, ob die Bahn am Rand entlangführt oder über das Salz selbst.
Dieser Prüfstand schaut dafür auf Geografie und Geschichte der Region.

Der größte Salzsee der Welt
Der Salar de Uyuni ist mit mehr als 10.000 Quadratkilometern die größte Salzpfanne der Erde.
Genauer umfasst das Becken eine Fläche von 10.582 Quadratkilometern.
Er liegt im Südwesten Boliviens auf einer Höhe von 3653 Metern im Altiplano.
Die Salzkruste bildete sich vor über 10.000 Jahren durch das Austrocknen eines riesigen Sees.
Bei Tag blendet die weiße Fläche fast so hell wie ein zugefrorener See.
Gut zu wissen
Der Salar de Uyuni beherbergt eines der weltweit größten Lithiumvorkommen, weshalb die Region auch für die Gewinnung dieses Rohstoffs bekannt ist.
Inmitten der Salzfläche liegt rund 80 Kilometer von Uyuni entfernt die Isla Incahuasi, die für ihre teils über 1200 Jahre alten Säulenkakteen bekannt ist.
Eine Stadt, die der Eisenbahn gehört
Die Stadt Uyuni liegt im Departamento Potosí im Hochland Boliviens.
Sie wurde 1889 zunächst als Militärstandort gegründet.
Schon früh wurde sie zu einem wichtigen Knotenpunkt des bolivianischen Schienennetzes.
Von hier aus zweigen mehrere Strecken in verschiedene Richtungen ab.
Die Eisenbahn prägt den Ort bis heute.
Die Linie aus der Atacama
Die wichtigste Strecke kam aus der chilenischen Hafenstadt Antofagasta herauf ins Hochland.
Im Jahr 1889 war sie von Antofagasta bis Uyuni über eine Länge von 612 Kilometern fertiggestellt.
Drei Jahre später, 1892, folgte die Verlängerung von Uyuni bis nach Oruro.
Dieser Abschnitt maß weitere 314 Kilometer.
So entstand eine durchgehende Verbindung vom Pazifik tief ins Landesinnere.
Flach über das Hochland
Nach der Grenze zwischen Chile und Bolivien führt die Strecke durch den Altiplano über Uyuni nach Oruro.
Auf diesem Abschnitt steigt und fällt die Bahn nur noch mit höchstens zehn Promille.
Das Hochland ist hier also vergleichsweise eben.
Gerade diese flache Lage machte den Bau der Strecke überhaupt möglich.
Die Bahn folgt dabei dem Rand der großen Salzfläche.
Am Rand, nicht über das Salz
Die Schienen liegen am Rand des Salar, nicht quer über seine Fläche.
Über das offene Salz selbst fahren keine Züge, sondern Geländewagen für Touristen.
Das weiche, feuchte Salz wäre für einen festen Gleisbau wenig geeignet.
Die Bahn hält deshalb sicheren Abstand und bleibt auf festem Grund.
Die Behauptung von der Bahn am Rand des Salzsees ist damit zutreffend.
Der Friedhof der Züge
Südlich von Uyuni liegt am Rand des Salar ein berühmter Eisenbahnfriedhof.
Dort rosten seit Jahrzehnten ausgediente Lokomotiven und Wagen in der trockenen Höhenluft.
Die Fahrzeuge stammen aus der großen Zeit des Bergbaus in der Region.
Heute ist der Friedhof der Züge ein vielbesuchtes Ziel für Reisende.
Er ist zum Wahrzeichen der Bahngeschichte am Salzsee geworden.
Eine Bahn für den Bergbau
Gebaut wurde das Netz vor allem, um Erze aus den Minen des Hochlands abzutransportieren.
Von Uyuni führte eine Zweigstrecke über Pulacayo bis Huanchaca.
Dort lagen bedeutende Silberminen, deren Reichtum die Bahn erst lohnend machte.
Weitere Anschlüsse erschlossen Bergbaugebiete bis in große Höhen.
Ohne den Bergbau wäre die Eisenbahn hier wohl nie entstanden.
Ein Knotenpunkt bis heute
Uyuni blieb über die Jahrzehnte ein Knotenpunkt im Schienennetz Boliviens.
Von hier aus bestehen Verbindungen in Richtung Oruro und zur argentinischen Grenze.
Für viele Reisende ist der Bahnhof das Tor zum großen Salzsee.
Die Bahn verbindet den abgelegenen Ort mit dem Rest des Landes.
So lebt die Geschichte der Strecke am Salar bis in die Gegenwart fort.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt, denn am Rand des Salar de Uyuni verkehrt seit 1889 tatsächlich die Eisenbahn.
Die Strecke folgt dem Rand der Salzfläche und verbindet das Hochland mit der Küste.
Über das offene Salz selbst fahren allerdings keine Züge, sondern nur Fahrzeuge auf eigener Spur.
Besonders berühmt ist der Eisenbahnfriedhof südlich der Stadt, der die Bahngeschichte sichtbar macht.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
