Stimmt es, dass die Lokomotive Adler in England gebaut wurde?

Stimmt es, dass …?

„Auf dem Bahnsteig der Adler von 1835, gebaut in England, gefahren zwischen Nürnberg und Fürth.“

Stimmt es, dass die Lokomotive Adler in England gebaut wurde?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Ja, das stimmt. Der Adler wurde 1835 von der Firma Robert Stephenson and Company im englischen Newcastle gebaut und dann nach Nürnberg geliefert.

Der Adler gilt als eine der berühmtesten Lokomotiven der deutschen Geschichte.

Er zog den ersten Zug auf der Strecke zwischen Nürnberg und Fürth.

Wir sehen nach, ob diese deutsche Ikone tatsächlich aus England stammte.

LokAdlerZoo
Foto: –WiesbAdler, CC0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1835

in Newcastle gebaut

von Robert Stephenson and Company

1435 mm

Spurweite

von Stephenson vorgegeben

6,05 km

in neun Minuten

erste offizielle Fahrt Nürnberg–Fürth

Die Angaben folgen der deutschsprachigen Wikipedia zur Lokomotive Adler.

Worum es bei dem Mythos geht

Der Adler steht für den Beginn der Eisenbahn in Deutschland.

Viele halten ihn deshalb für eine durch und durch deutsche Lokomotive.

Tatsächlich wurde er im Ausland gebaut.

Der Mythos dreht die Herkunft also gewissermaßen um.

Wir schauen uns an, woher die Lok wirklich kam.

Ludwigsbahn AG
Foto: Reinhard Dietrich, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wer den Adler baute

Der Adler wurde nicht in Deutschland konstruiert.

Gebaut hat ihn die Firma Robert Stephenson and Company.

Diese hatte ihren Sitz im englischen Newcastle.

Das Unternehmen war bereits 1823 gegründet worden.

Von dort gelangte die Lok schließlich nach Nürnberg.

Gut zu wissen

Das von Stephenson vorgegebene Maß von 1435 Millimetern ist bis heute die weltweit verbreitete Normalspur.

Der Adler gilt als erste Lokomotive, die in Deutschland kommerziell erfolgreich im Personenverkehr eingesetzt wurde.

Warum die Lok aus England kam

England war zu dieser Zeit führend im Lokomotivbau.

Die Familie Stephenson hatte dort bereits berühmte Maschinen gebaut.

In Deutschland fehlte noch die Erfahrung mit solchen Fahrzeugen.

Deshalb bestellte man die erste Lok bei den englischen Fachleuten.

Der Adler war damit ein Import aus dem Mutterland der Eisenbahn.

Der englische Lokomotivführer

Mit der Lok reiste auch englisches Fachwissen an.

Der Aufbau erfolgte unter Aufsicht des Ingenieurs und Lokomotivführers William Wilson.

Er stammte aus England und war damals 26 Jahre alt.

Auch bei der ersten Fahrt saß Wilson auf dem Führerstand.

Ohne diesen Fachmann wäre der Start kaum gelungen.

Ein Streit um die Spurweite

Beim Bau gab es ein handfestes Problem mit den Maßen.

Der bayerische und der englische Fuß waren nämlich unterschiedlich lang.

Stephenson bestand auf seinem gewohnten Maß von 1435 Millimetern.

Die in Nürnberg schon verlegten Gleise waren dafür etwas zu schmal.

Man musste sie deshalb an die englische Vorgabe anpassen.

Die erste Fahrt nach Fürth

Am 7. Dezember 1835 fuhr der Adler erstmals offiziell.

Die Strecke von rund 6 Kilometern legte er in neun Minuten zurück.

An Bord waren 200 Ehrengäste.

Auf dem Führerstand stand der junge Engländer William Wilson.

Einen Tag später begann der regelmäßige Betrieb.

Was aus dem Adler wurde

Der Adler hatte eine Schwesterlokomotive mit dem Namen Pfeil.

Beide wurden anfangs als Dampfwagen geführt.

Die Ludwigseisenbahn baute ihren Betrieb rasch aus.

An die berühmte erste Zeit erinnert man in Nürnberg bis heute.

Dort werden Fahrzeuge aus der Frühzeit der Bahn bewahrt.

Warum der Mythos wichtig ist

Die englische Herkunft schmälert die Bedeutung des Adlers nicht.

Sie zeigt vielmehr, wie sich die Eisenbahn von England aus verbreitete.

Deutschland lernte schnell und baute bald eigene Lokomotiven.

Der Adler war der Funke, der alles ins Rollen brachte.

Seine Herkunft ist damit ein Stück europäischer Technikgeschichte.

Das Fazit

Der Mythos stimmt.

Der Adler wurde 1835 in Newcastle in England gebaut.

Auch der erste Lokführer kam von dort.

In Deutschland fuhr er dann als erste kommerziell erfolgreiche Lok im Personenverkehr.

Die deutsche Bahngeschichte begann also mit einem Fahrzeug aus England.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Zwischen Technik und Menschen

Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.

Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.

Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.

Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.

Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.

Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Häufige Fragen

Wo wurde der Adler gebaut?
Im englischen Newcastle, bei der Firma Robert Stephenson and Company.
Aus welchem Jahr stammt er?
Die Lok wurde 1835 gebaut und geliefert.
Wer fuhr die erste Fahrt?
Der englische Lokomotivführer William Wilson auf der Strecke Nürnberg–Fürth.
Warum kam die Lok aus England?
England war damals führend im Lokomotivbau, in Deutschland fehlte noch die Erfahrung.
Welche Spurweite hatte der Adler?
1435 Millimeter, das bis heute übliche Maß der Normalspur.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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