Stimmt es, dass …?
„Achtung, es wird steil: Diese Bahn klettert mit einer Zahnstange den Berg hinauf.“
Stimmt es, dass die Zahnradbahn eine Schweizer Erfindung ist?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Nur zum Teil. Die erste Zahnradbahn der Welt fuhr 1869 in den USA, doch Schweizer Ingenieure entwickelten die Systeme, die den Bergbahnen zum Durchbruch verhalfen.
Zahnradbahnen bringen Reisende auf steile Berge, die normale Züge nie schaffen würden.
Viele Menschen verbinden diese Technik sofort mit der Schweiz.
Wir sehen nach, ob die Zahnradbahn wirklich dort erfunden wurde.

Die Fakten in Zahlen
1869
erste Zahnradbahn
auf den Mount Washington in den USA
1871
erste in Europa
auf die Rigi in der Schweiz
2 Systeme
Riggenbach und Abt
von Schweizer Ingenieuren entwickelt
Die Angaben folgen der deutschsprachigen Wikipedia zur Zahnradbahn und zu ihren Erfindern.
Worum es bei dem Mythos geht
Der Mythos nennt die Zahnradbahn kurzerhand eine Schweizer Erfindung.
Das liegt nahe, weil die Schweiz besonders viele solcher Bahnen besitzt.
Doch Erfindung und Verbreitung sind zwei verschiedene Dinge.
Die Frage ist, wo die erste Zahnradbahn wirklich fuhr.
Und welche Rolle die Schweiz dabei genau spielte.

Was eine Zahnradbahn ausmacht
Bei einer Zahnradbahn greift ein Zahnrad in eine Zahnstange zwischen den Schienen.
Dadurch entsteht ein fester Formschluss zwischen Fahrzeug und Gleis.
Normale Bahnen fahren nur mit Reibung und schaffen deshalb weniger steile Strecken.
Mit dem Zahnrad lassen sich dagegen sehr große Neigungen befahren.
So erschließt die Technik Berge, die sonst unerreichbar wären.
Gut zu wissen
Reine Reibungsbahnen schaffen nur mäßige Steigungen, während Zahnradbahnen auch sehr steile Strecken bewältigen.
Auf Zahnstangenabschnitten ist die Geschwindigkeit meist stark begrenzt, in der Schweiz gilt häufig eine Grenze von 40 Kilometern pro Stunde.
Wo die erste Zahnradbahn fuhr
Die erste Zahnradbahn der Welt entstand nicht in Europa.
Sie wurde 1869 in den USA eröffnet.
Es war die Bahn auf den Mount Washington im Nordosten des Landes.
Sie führte vor allem aus touristischen Gründen auf den Berg.
Bis heute ist diese Strecke in Betrieb.
Die erste Zahnradbahn Europas
Nur zwei Jahre später zog die Schweiz nach.
1871 wurde die erste europäische Zahnradbahn eröffnet.
Sie führte hinauf auf die Rigi am Vierwaldstättersee.
Damit begann in den Alpen eine ganze Welle solcher Bergbahnen.
Die Schweiz wurde rasch zum Kernland dieser Technik.
Niklaus Riggenbach und sein System
Eine Schlüsselrolle spielte der schweizerische Ingenieur Niklaus Riggenbach.
Er entwickelte das nach ihm benannte Zahnradsystem Riggenbach.
Bei ihm bildet eine Art Leiter die Zahnstange.
Riggenbach erfand außerdem eine besondere Bremse für die Bergfahrt.
Damit legte er wichtige Grundlagen für sichere Zahnradbahnen.
Carl Roman Abt und weitere Systeme
Auf Riggenbach folgten weitere Schweizer Ingenieure.
Carl Roman Abt entwickelte das verbreitete Abt-System.
Es verwendet mehrere ineinandergreifende Zahnstangen.
Solche Systeme wurden weltweit übernommen.
Bis heute gelten Schweizer Vorschriften für Zahnradbahnen oft als Maßstab.
Warum die Schweiz als Zahnradbahn-Land gilt
Nirgendwo sonst wurden so viele Zahnradbahnen gebaut wie in den Alpen.
Die Schweiz sammelte dabei früh viel Erfahrung.
Ihre Ingenieure verbesserten Zahnstangen, Bremsen und Fahrzeuge.
So entstand der Ruf, die Zahnradbahn sei eine Schweizer Sache.
An diesem Ruf ist also durchaus etwas dran.
Was am Mythos dran ist
Die erste Zahnradbahn war eindeutig keine Schweizer Bahn.
Sie fuhr 1869 in den USA.
Die entscheidenden Systeme aber stammen von Schweizer Erfindern.
Und die Schweiz machte die Technik in Europa groß.
Der Mythos vermischt somit Erfindung und Weiterentwicklung.
Das Fazit
Der Mythos stimmt nur zum Teil.
Erfunden und zuerst gebaut wurde die Zahnradbahn in den USA.
Doch Schweizer Ingenieure wie Riggenbach und Abt prägten die Technik entscheidend.
Die Schweiz wurde so zum Land der Zahnradbahnen.
Ein einfaches Schweizer Erfindung greift deshalb zu kurz.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.
Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.
Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.
Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.
Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.
So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
