Stimmt es, dass …?
„Reisende nach Shanghai: Ihr Zug fährt gleich kilometerweit über eine Brücke, bitte genießen Sie die Aussicht.“
Stimmt es, dass die längste Brücke der Welt eine Bahnbrücke ist?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, das stimmt: Die längste Brücke der Welt ist die rund 164,8 Kilometer lange Danyang-Kunshan-Großbrücke in China, und über sie fahren keine Autos, sondern Hochgeschwindigkeitszüge. Sie trägt einen Teil der Schnellfahrstrecke zwischen Peking und Shanghai.
Bei der längsten Brücke der Welt denken viele an eine gewaltige Autobahn über das Meer.
Tatsächlich hält den Rekord ein Bauwerk, über das ausschließlich Züge rollen.
Es liegt in China und ist länger als manche komplette Bahnstrecke in Deutschland.

Die Fakten in Zahlen
164,8 km
Brückenlänge
längste Brücke der Welt
2011
Eröffnung
Guinness-Rekord seither
rund 9 km
über Wasser
Abschnitt über den Yangcheng-See
Quelle: Wikipedia „Danyang–Kunshan Grand Bridge“ mit dem Guinness-Weltrekord für die längste Brücke und 164,8 Kilometern Länge. Stand 2025.
Was eine Brücke zur längsten der Welt macht
Eine Brücke muss nicht über Wasser führen, um als Brücke zu gelten.
Auch eine lange Hochtrasse auf Pfeilern über Land zählt dazu.
Genau so ist die Danyang-Kunshan-Großbrücke gebaut, ein endloses Band aus Beton über der Landschaft.
Mit rund 164,8 Kilometern ist sie das längste Brückenbauwerk der Erde.
Seit 2011 steht sie dafür im Guinness-Buch der Rekorde.

Warum hier kein Auto fährt
Über die Brücke führt keine Straße, sondern eine Eisenbahn.
Sie trägt einen Teil der Schnellfahrstrecke zwischen Peking und Shanghai.
Auf ihr beschleunigen Hochgeschwindigkeitszüge auf ein Tempo, das man am Boden kaum glaubt.
Eine durchgehende Hochtrasse hält die Gleise schnurgerade und eben.
Das ist genau das, was schnelle Züge brauchen, um sicher zu fahren.
Gut zu wissen
Als Brücke zählt jedes durchgehende Bauwerk auf Pfeilern, auch wenn es über Land führt; deshalb können Eisenbahn-Hochtrassen so lang werden.
Hinter der Danyang-Kunshan-Großbrücke folgen in der Rangliste der längsten Brücken fast nur weitere Bahn-Hochtrassen, viele davon ebenfalls in China.
Über Land statt über Meer
Der größte Teil der Brücke verläuft über flaches Land im Delta des Jangtse.
Dort ist der Boden weich, feucht und oft von Kanälen durchzogen.
Statt unzählige kleine Übergänge zu bauen, hob man die Bahn auf eine lange Brücke.
So kreuzt die Strecke Felder, Flüsse und Straßen, ohne je den Boden zu berühren.
Nur ein Abschnitt von rund neun Kilometern führt über offenes Wasser.
Die Fahrt über den See
Dieser Wasserabschnitt überquert den Yangcheng-See bei Suzhou.
Hier ruht die Brücke auf Tausenden Pfeilern, die tief im Grund stecken.
Für Fahrgäste sieht es aus, als gleite der Zug über das Wasser.
Der Rest der Strecke wirkt dagegen fast unscheinbar, obwohl er technisch genauso aufwendig ist.
Gerade die schiere Länge macht das Bauwerk so besonders.
Schnell gebaut, groß gedacht
Gebaut wurde die Brücke in nur wenigen Jahren bis 2010.
Im Juni 2011 ging sie zusammen mit der Schnellfahrstrecke in Betrieb.
China errichtete in dieser Zeit ein ganzes Netz solcher Hochtrassen.
Viele der längsten Brücken der Welt stehen deshalb heute dort.
Die Danyang-Kunshan-Großbrücke ist davon die längste von allen.
Warum eine Brücke oft besser ist als ein Damm
Man könnte meinen, ein aufgeschütteter Damm wäre einfacher als eine Brücke.
Im weichen Delta trifft oft das Gegenteil zu.
Ein Damm würde den Untergrund belasten und das Wasser stauen.
Eine Brücke auf Pfeilern lässt Wasser und Wege darunter frei.
Deshalb entschied man sich für die lange Hochtrasse.
Ein Rekord, der kaum auffällt
Von oben sieht man der Brücke ihren Rekord gar nicht an.
Sie ist keine kühne Bogenkonstruktion, sondern ein sachlicher, ewig langer Riegel.
Ihr Superlativ steckt allein in der Länge, nicht in Höhe oder Spannweite.
Fahrgäste merken oft nicht einmal, dass sie kilometerweit auf einer Brücke sitzen.
Genau das ist das Erstaunliche an diesem Bauwerk.
Was das über die moderne Bahn verrät
Schnelle Züge mögen keine engen Kurven und keine Steigungen.
Am liebsten fahren sie geradeaus und eben, über Hunderte Kilometer.
Lange Brücken und Tunnel sind der Preis für diese ruhige Linienführung.
Die längste Brücke der Welt ist damit kein Zufall, sondern Folge des schnellen Verkehrs.
Sie zeigt, wie sehr das Tempo die Bauwerke der Bahn prägt.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt.
Die längste Brücke der Welt ist tatsächlich eine Bahnbrücke, die Danyang-Kunshan-Großbrücke in China.
Mit rund 164,8 Kilometern trägt sie eine Schnellfahrstrecke und keine Straße.
Sie führt überwiegend über Land und nur ein kurzes Stück über einen See.
Ein Weltrekord, der sich am besten vom Zugfenster aus erleben lässt.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
