Stimmt es, dass die erste U-Bahn in London mit Dampf fuhr?

Stimmt es, dass …?

„Einsteigen bitte, aber die Fenster besser zu: Diese Fahrt führt in die verrauchten Tunnel des frühen Londoner Untergrunds.“

Stimmt es, dass die erste U-Bahn in London mit Dampf fuhr?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Ja, das stimmt: Die 1863 eröffnete Metropolitan Railway war die erste U-Bahn der Welt und fuhr zunächst mit Dampflokomotiven. Erst 1905 ersetzte der elektrische Betrieb die Dampfloks auf dem größten Teil des Netzes.

Wer heute in London in die U-Bahn steigt, denkt kaum an Rauch und Kohle.

Die moderne Tube fährt leise und elektrisch durch ihre Tunnel.

Am Anfang jedoch zog Dampf die Züge durch den Londoner Untergrund, und das hatte Folgen.

Metropolitan Railway Steam Locomotive, London Transport Museum
Foto: Loz Pycock, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

1863

10. Januar

Eröffnung der Metropolitan Railway

1905

Umstellung

Elektrischer Betrieb ersetzt die Dampfloks

1884

Inner Circle

Ringstrecke rund um die Londoner Innenstadt

Die erste Strecke verband den Bahnhof Paddington mit Farringdon nahe der City.

Rauch unter der Großstadt

Eine U-Bahn, die mit Dampf fährt, klingt heute wie ein Widerspruch.

Dampflokomotiven brauchen Feuer, Kohle und einen Schornstein, der Qualm abgibt.

Ausgerechnet in engen Tunneln unter einer Millionenstadt scheint das kaum vorstellbar.

Genau so aber begann die Geschichte der Londoner Untergrundbahn.

Metropolitan Railway 0 4 4T Amersham Metro Steam Day 1990 (1)
Foto: Steven Duhig, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Die erste U-Bahn der Welt

Am 10. Januar 1863 eröffnete in London die Metropolitan Railway.

Sie gilt als die erste U-Bahn der Welt und verband den Bahnhof Paddington mit Farringdon nahe der City.

Vom Namen Metropolitan leitet sich das heute weltweit gebräuchliche Wort Metro ab.

Bis 1884 wuchs aus der ersten Strecke der sogenannte Inner Circle, eine Ringbahn um die Innenstadt.

Gut zu wissen

Das Wort Metro geht auf die Londoner Metropolitan Railway zurück, auch wenn dieser Begriff im britischen Englisch bald wieder aus der Mode kam.

Komplett unterirdisch verlaufen in London nur wenige Linien, etwa die Victoria Line und die kurze Waterloo & City Line.

Warum es Dampf sein musste

In den 1860er Jahren gab es noch keinen brauchbaren elektrischen Antrieb für schwere Bahnen.

Die einzige verfügbare Kraft war damals die Dampflokomotive.

Also fuhren auch unter der Erde Dampfloks, so ungewöhnlich das heute klingt.

Die Ingenieure versuchten mit besonderen Lokomotiven und Lüftungsschächten, den Rauch zu verringern.

Gebaut in offener Grube

Die ersten Tunnel lagen dicht unter der Oberfläche.

Man baute sie überwiegend in offener Bauweise, indem man Gräben aushob und wieder zudeckte.

Zwischen Paddington und King’s Cross entstand die Strecke so weitgehend von oben.

Nur kurze Abschnitte, etwa ein rund 666 Meter langer Tunnel, führten tiefer unter einen Hügel hindurch.

Das Problem mit dem Qualm

Trotz aller Technik blieb der Dampfbetrieb in den Tunneln rauchig und beschwerlich.

Reisende empfanden die Luft als schlecht, und Dunst lag oft über den Bahnsteigen.

Der Qualm war einer der Gründe, warum man nach einer saubereren Antriebsart suchte.

Mit dem elektrischen Strom bot sich schließlich eine Lösung an.

Der Umstieg auf Strom 1905

Im Jahr 1905 führte die Metropolitan Railway den elektrischen Betrieb ein.

Die Dampflokomotiven verschwanden damit vom größten Teil des Netzes.

Auf einzelnen Abschnitten außerhalb Londons zogen Dampfloks allerdings noch jahrzehntelang die Züge.

Erst nach und nach wurde der Untergrund vollständig elektrisch.

Vom Met zur weltweiten Metro

Die Londoner Untergrundbahn wurde zum Vorbild für viele Städte.

Der Name Metropolitan prägte das Wort Metro, das heute von Paris bis Moskau benutzt wird.

In London selbst nennt man die U-Bahn liebevoll Tube, also Röhre.

Aus der kleinen Dampfbahn von 1863 wuchs eines der bekanntesten Verkehrsnetze der Welt.

Große Pläne, die scheiterten

Die Betreiber träumten früh von weit größeren Verbindungen.

Die Metropolitan sollte einmal das Herzstück eines Netzes von Manchester und Liverpool über London bis Paris werden.

Dazu war sogar ein Tunnel unter dem Ärmelkanal angedacht.

Diese Pläne zerschlugen sich jedoch, und der Kanaltunnel wurde erst viel später Wirklichkeit.

Was heute davon übrig ist

Die Metropolitan Line gibt es bis heute, nun aber elektrisch und modern.

Von den rauchigen Anfängen zeugen vor allem alte Fotos und bewahrte Dampflokomotiven.

Zu Jubiläen fahren gelegentlich historische Dampfzüge durch Teile des alten Netzes.

So lässt sich die ungewöhnliche Frühzeit der U-Bahn noch heute erahnen.

Das Fazit

Die Behauptung stimmt.

Die erste U-Bahn der Welt, die Londoner Metropolitan Railway von 1863, fuhr tatsächlich mit Dampflokomotiven.

Erst 1905 übernahm der elektrische Betrieb den größten Teil des Netzes.

Wer heute leise durch die Tunnel gleitet, verdankt das einem langen Abschied von Kohle und Qualm.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Häufige Fragen

Welche war die erste U-Bahn der Welt?
Die 1863 eröffnete Metropolitan Railway in London gilt als erste U-Bahn der Welt.
Fuhr sie wirklich mit Dampf?
Ja, die Metropolitan Railway wurde zunächst mit Dampflokomotiven betrieben, weil es noch keinen brauchbaren elektrischen Antrieb gab.
Wann wurde auf Strom umgestellt?
Im Jahr 1905 führte die Bahn den elektrischen Betrieb ein und ersetzte die Dampfloks auf dem größten Teil des Netzes.
Wie wurden die ersten Tunnel gebaut?
Überwiegend in offener Bauweise, indem man Gräben aushob und anschließend wieder zudeckte.
Woher kommt das Wort Metro?
Es leitet sich vom Namen der Metropolitan Railway ab und wird heute in vielen Städten der Welt verwendet.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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