Stimmt es, dass …?
„Dieser Zug ist nie eingefahren: Eine gewaltige Breitspurbahn blieb ein Plan aus dunkler Zeit.“
Stimmt es, dass die Nationalsozialisten eine Breitspurbahn quer durch Europa planten?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt im Kern: In der Zeit des Nationalsozialismus entstanden Pläne für eine Breitspurbahn mit 3000 Millimetern Spurweite. Verwirklicht wurde das Projekt jedoch nie, es blieb bei Entwürfen und Vermessungen.
Die Spurweite normaler Eisenbahnen beträgt 1435 Millimeter.
In der NS-Zeit aber entstand der Plan für eine Bahn mit mehr als der doppelten Breite.
Diese gewaltige Breitspurbahn blieb jedoch ein Entwurf und fuhr nie.

Die Fakten in Zahlen
3000 mm
geplante Spur
Mehr als doppelt so breit wie die Normalspur
1435 mm
Normalspur
Zum Vergleich die übliche Spurweite
0 km
gebaut
Das Projekt wurde nie verwirklicht
Entwürfe reichten weit in den eroberten Osten, unter anderem bis Rostow am Don.
Eine Bahn der Superlative
Manche Pläne aus der Geschichte wirken heute wie aus einem düsteren Fantasieroman.
Dazu gehört die Idee einer riesigen Breitspurbahn aus der Zeit des Nationalsozialismus.
Ihre Züge sollten mehr als doppelt so breit sein wie gewohnt.
Gebaut wurde davon jedoch nie auch nur ein Kilometer.

Was Breitspur bedeutet
Normale Eisenbahnen fahren auf einer Spurweite von 1435 Millimetern.
Dieses Maß heißt Normalspur und ist in weiten Teilen der Welt üblich.
Eine Breitspurbahn hat dagegen einen größeren Abstand zwischen den Schienen.
Die geplante NS-Bahn sollte sogar 3000 Millimeter messen, also mehr als das Doppelte.
Gut zu wissen
Die geplante Spurweite von 3000 Millimetern war mehr als doppelt so groß wie die heute übliche Normalspur von 1435 Millimetern.
Das Projekt gelangte nie über die Planung hinaus und wurde mit dem Ende des Nationalsozialismus aufgegeben.
Der Plan aus der NS-Zeit
In der Zeit des Nationalsozialismus entstanden Pläne für diese Bahn mit 3000 Millimetern Spur.
Angestoßen wurde das Vorhaben auf höchster Ebene, Adolf Hitler trieb es voran.
Nach einem Vorschlag von Fritz Todt ordnete er den Bau einer solchen Großbahn an.
Ein eigener Stab von Fachleuten arbeitete die Entwürfe aus.
Schiene für den eroberten Osten
Die Bahn sollte neben den vorhandenen Normalspurstrecken wichtige Städte verbinden.
Geplant waren Verbindungen zwischen Berlin und München, Hamburg sowie Linz.
Vor allem aber sollte sie dem dienen, was die Nationalsozialisten den eroberten „Lebensraum im Osten“ nannten.
Entwürfe reichten bis Rostow am Don und sahen Korridore bis nach Moskau, Warschau und Paris vor.
Riesige Züge auf dem Papier
Die Entwürfe waren von einem maßlosen Größenwahn geprägt.
Einzelne Wagen sollten rund 42 Meter lang, 6 Meter breit und 7 Meter hoch sein.
Sie waren als Doppelstockwagen gedacht, und ganze Züge sollten etwa einen halben Kilometer messen.
Als Reisegeschwindigkeit waren rund 200 Kilometer pro Stunde vorgesehen.
Warum so eine breite Spur
Die breite Spur sollte besonders schwere und große Fahrzeuge tragen.
Mit ihr hofften die Planer, gewaltige Mengen an Menschen und Gütern zu bewegen.
Das Vorhaben passte zum Hang des Regimes zu monumentalen Bauten.
Ähnlich größenwahnsinnig waren etwa die Pläne für eine gigantisch umgebaute Reichshauptstadt.
Zweifel von Anfang an
Schon damals war fraglich, ob sich eine solche Bahn je rechnen würde.
Eine völlig neue Spurweite hätte ein eigenes Netz aus Gleisen, Bahnhöfen und Fahrzeugen verlangt.
Mit dem bestehenden Eisenbahnnetz wäre sie nicht ohne Weiteres verbunden gewesen.
Der riesige Aufwand stand in keinem Verhältnis zum erkennbaren Nutzen.
Das Ende im Krieg
Über den gesamten Zweiten Weltkrieg hinweg wurde an dem Projekt weitergearbeitet.
Rund hundert Beamte und achtzig Ingenieure sollen mit der Planung beschäftigt gewesen sein.
Über die Linienplanung und erste Vermessungen kam das Vorhaben aber nie hinaus.
Mit dem Untergang des Regimes 1945 verschwand auch die Breitspurbahn in den Akten.
Was am Mythos wahr ist
Die Breitspurbahn war also kein Gerücht, sondern ein ernsthaft verfolgter Plan.
Sie wurde von der Staatsführung vorangetrieben und bis ins Detail entworfen.
Trotzdem blieb sie vollständig auf dem Papier.
Kein Gleis dieser Spur wurde je verlegt.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt im Kern.
Die Nationalsozialisten planten tatsächlich eine riesige Breitspurbahn mit 3000 Millimetern Spur quer durch Europa.
Verwirklicht wurde das Projekt jedoch nie, es blieb bei Entwürfen und Vermessungen.
Die Bahn ist damit ein Beispiel für den Größenwahn einer Diktatur, der an der Wirklichkeit zerbrach.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
