Stimmt es, dass …?
„Achtung an Bord: Gleich beschreibt der Zug bei Brusio eine volle Schleife, einmal im Kreis über den Viadukt.“
Stimmt es, dass die Berninabahn über ein offenes Kreisviadukt fährt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Berninabahn fährt bei Brusio wirklich über ein offenes Kreisviadukt. Der Zug dreht sich dabei einmal im Kreis und gewinnt so an Höhe.
Im Süden der Schweiz macht ein Zug mitten in der Landschaft eine volle Drehung.
Möglich macht das ein rundes, freistehendes Viadukt bei Brusio.
Es gehört zur berühmten Berninabahn der Rhätischen Bahn.

Die Fakten in Zahlen
9 Bögen
Kreisviadukt
je rund 10 Meter weit
70 m
Gleisradius
enge Kreisbahn
1908
Eröffnung
am 1. Juli
Die Berninabahn überwindet Steigungen von bis zu sieben Prozent ganz ohne Zahnrad.
Ein Kreis aus Stein
Bei Brusio führt die Bahn über ein auffälliges rundes Viadukt.
Der Zug fährt darüber und dreht sich dabei einmal komplett im Kreis.
Das Bauwerk steht frei in der Landschaft und nicht im Berg.
Von oben sieht es aus wie eine steinerne Schleife.
Viele Reisende staunen, wenn der Zug plötzlich unter sich selbst hindurchfährt.

Wo das Viadukt steht
Das Kreisviadukt liegt am südlichen Dorfrand von Brusio.
Der Ort gehört zum Kanton Graubünden in der Schweiz.
Es ist Teil der Berninabahn der Rhätischen Bahn.
Das Bauwerk liegt auf rund 705 Metern über dem Meer.
Vom Bahnhof Brusio ist es nur wenige Hundert Meter entfernt.
Gut zu wissen
Anders als ein Kehrtunnel liegt das Kreisviadukt von Brusio offen in der Landschaft und ist frei einsehbar.
Über die Strecke fährt der Bernina Express, der als eine der spektakulärsten Bahnfahrten der Alpen gilt.
Beleg: Wikipedia-Artikel „Kreisviadukt von Brusio“ (deutsch), abgerufen am 10.10.2026.
Warum eine Schleife?
Die Berninabahn muss in diesem Tal viel Höhe überwinden.
Eine gerade Strecke wäre hier zu steil geworden.
Mit einer Schleife wird der Weg künstlich länger.
So steigt der Zug sanfter an, statt steil den Hang hinauf.
Das Kreisviadukt löst dieses Problem auf elegante Weise.
Offen und freistehend
Viele Bahnschleifen verstecken sich in Kehrtunneln im Berg.
Bei Brusio ist die Schleife dagegen offen und gut sichtbar.
Die Strecke führt als offene Kurve unter dem Viadukt zurück.
Dadurch kann man das ganze Bauwerk von außen betrachten.
Genau das macht den Ort so beliebt bei Fotografen.
Die Zahlen des Bauwerks
Das Viadukt besitzt neun steinerne Bögen.
Jeder Bogen überspannt rund zehn Meter.
Mit dem Damm ist das Bauwerk etwa 143 Meter lang.
Der Gleisradius in der Kurve beträgt nur 70 Meter.
Das ist für eine Eisenbahn eine sehr enge Kehre.
Gebaut vor über hundert Jahren
Der Bau begann im Jahr 1907.
Schon am 1. Juli 1908 wurde die Strecke eröffnet.
Seitdem rollen die Züge über die runde Brücke.
Das Viadukt hat also weit mehr als hundert Jahre auf dem Buckel.
Es gilt als Meisterwerk der frühen Gebirgsbahn.
Teil des Welterbes
Die Strecke der Rhätischen Bahn ist weltweit bekannt.
Das Kreisviadukt gehört zum UNESCO-Welterbe dieser Bahnlinie.
Über das Viadukt fährt auch der berühmte Bernina Express.
Die Fahrt gilt als eine der schönsten Zugstrecken der Alpen.
Das runde Viadukt ist dabei einer der Höhepunkte.
Ohne Zahnrad den Berg hinauf
Die Berninabahn fährt allein über die Reibung der Räder.
Ein Zahnrad zum Erklimmen der Steigung braucht sie nicht.
Dafür sind clevere Lösungen wie das Kreisviadukt nötig.
Bis zu sieben Prozent Steigung schafft die Bahn auf diese Weise.
Sie zählt damit zu den steilsten reinen Reibungsbahnen.
Ein beliebtes Fotomotiv
Kaum ein Bauwerk der Alpenbahnen ist so oft fotografiert.
Besonders schön ist der Anblick, wenn ein roter Zug die Schleife nimmt.
Von einem kleinen Hügel daneben überblickt man die ganze Runde.
Das Bild vom Zug auf dem Kreis ist ein Wahrzeichen der Region.
Es zeigt, wie Technik und Landschaft zusammenpassen.
Das Fazit
Der Mythos stimmt genau so.
Die Berninabahn fährt bei Brusio über ein offenes Kreisviadukt.
Der Zug dreht sich dabei einmal komplett im Kreis.
Neun Bögen und eine enge Kurve helfen ihm, Höhe zu gewinnen.
Das Bauwerk ist seit 1908 in Betrieb und weltberühmt.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
