Stimmt es, dass im Gotthard-Basistunnel ein unterirdischer Bahnhof geplant war?

Stimmt es, dass …?

„Information für Reisende: Der unterirdische Halt bei Sedrun bleibt vorerst geschlossen – er wurde nie eröffnet.“

Stimmt es, dass im Gotthard-Basistunnel ein unterirdischer Bahnhof geplant war?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Mitten im Gotthard-Basistunnel war tatsächlich ein unterirdischer Bahnhof geplant. Das Projekt hieß Porta Alpina, wurde aber nie fertig gebaut.

Im längsten Eisenbahntunnel der Welt sollte es einmal einen Bahnhof geben.

Er hätte rund 800 Meter tief unter den Bergen gelegen.

Das Projekt trug den Namen Porta Alpina und blieb am Ende ein Traum.

Portal des Gotthard-Basistunnels mit einfahrender Bahnstrecke
Foto: Kecko, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

≈800 m

Tiefe

unter der Erdoberfläche

≈70 Sek.

Aufzugsfahrt

von oben bis zum Gleis

2012

gestoppt

Bund verzichtet vorläufig

Vier Wartehallen für je rund 240 Menschen wurden schon in den Fels gegraben.

Ein Bahnhof tief im Berg

Der Gotthard-Basistunnel führt mitten durch die Schweizer Alpen.

Er ist mit rund 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt.

Im Jahr 2016 ging er in Betrieb.

Mitten in diesem Tunnel sollte einmal ein Bahnhof entstehen.

Die Idee klingt wie aus einem Science-Fiction-Film, war aber ernst gemeint.

Baustelle und Zugang des Gotthard-Basistunnels bei Sedrun
Foto: Kecko, CC BY 2.0, via Wikimedia Commons

Was die Porta Alpina sein sollte

Das Projekt trug den Arbeitstitel Porta Alpina.

Der Name bedeutet so viel wie Tor in die Alpen.

Geplant war eine unterirdische Haltestelle bei Sedrun im Kanton Graubünden.

Sie sollte die abgelegene Region Surselva an das schnelle Bahnnetz anbinden.

Reisende hätten dort mitten im Berg ein- und aussteigen können.

Gut zu wissen

Die vier Wartehallen im Fels sind als Rohbau vorhanden, aber nie zu einem Bahnhof ausgebaut worden.

Der Name Porta Alpina bedeutet sinngemäß „Tor in die Alpen“ und stand für die Anbindung einer abgelegenen Region.

Beleg: Wikipedia-Artikel „Porta Alpina“ (deutsch), abgerufen am 10.10.2026.

Rund 800 Meter unter der Erde

Der geplante Bahnhof hätte etwa 800 Meter unter der Oberfläche gelegen.

Zwei senkrechte Schächte führen von oben bis hinab auf die Höhe der Gleise.

Diese Schächte wurden ursprünglich für den Bau des Tunnels gegraben.

Sie sollten später den Weg für die Fahrgäste bilden.

So wäre ein Bahnhof entstanden, der komplett im Fels liegt.

Mit dem Aufzug in die Tiefe

Die Fahrgäste hätten den Bahnhof über einen Aufzug erreicht.

Dieser sollte die rund 800 Meter in etwa 70 Sekunden überwinden.

Ein Gutachten empfahl, die Geschwindigkeit nach unten zu begrenzen.

Oben am Schacht hätten Busse die Reisenden ins Dorf gebracht.

Der Weg aus dem Berg wäre also eine kleine Reise für sich gewesen.

Schon halb vorbereitet

Ein Teil der Anlage wurde sogar schon gebaut.

Zwischen 2006 und 2007 entstanden vier Wartehallen tief im Fels.

Jede war für rund 240 Menschen gedacht.

Diese Rohbauten stehen bis heute ungenutzt im Berg.

Technisch war der Bahnhof damit zum Greifen nah.

Die Abstimmungen über das Geld

Für das Vorprojekt sprach das Parlament im Jahr 2005 Geld frei.

Es ging um einen Kredit von 7,5 Millionen Franken.

Im Jahr 2006 stimmten auch die Bürger des Kantons Graubünden zu.

Rund 71 Prozent sagten Ja zu einem Kredit von 20 Millionen Franken.

Die Begeisterung in der Region war also groß.

Warum das Projekt stoppte

Die erwarteten Gesamtkosten lagen bei etwa 50 Millionen Franken.

Im Mai 2007 verschob der Bundesrat die Entscheidung auf das Jahr 2012.

Unklar war, ob der Betrieb sich jemals selbst tragen würde.

Im Mai 2012 beschloss der Bundesrat, vorläufig auf den Bahnhof zu verzichten.

Damit war die Porta Alpina fürs Erste gestorben.

Die Idee lebt weiter

Ganz aufgegeben ist die Idee bis heute nicht.

Der Verzicht von 2012 war ausdrücklich nur vorläufig.

Im Jahr 2020 nahm das Kantonsparlament einen Vorstoß an, neu zu verhandeln.

Die fertigen Rohbauten im Fels warten weiter auf eine Nutzung.

Vielleicht gibt es den tiefsten Bahnhof der Alpen also doch noch einmal.

Der Tunnel ringsum

Sedrun liegt ungefähr in der Mitte des langen Tunnels.

Von hier aus wurde der Berg in mehrere Richtungen aufgefahren.

Ein etwa einen Kilometer langer Zugangsstollen führt zu den Schächten.

Diese Bauweise half, den Tunnel schneller fertigzustellen.

Der Haltepunkt wäre eine Zugabe zu diesem Jahrhundertbauwerk gewesen.

Das Fazit

Der Mythos stimmt im Kern.

Ein unterirdischer Bahnhof im Gotthard-Basistunnel war wirklich geplant.

Teile davon wurden sogar schon in den Fels gegraben.

Gebaut und eröffnet wurde er jedoch nie.

Die Porta Alpina bleibt damit ein spannendes Was-wäre-wenn.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Häufige Fragen

Wo sollte der Bahnhof liegen?
Bei Sedrun im Kanton Graubünden, ungefähr in der Mitte des Gotthard-Basistunnels.
Wie tief hätte er gelegen?
Etwa 800 Meter unter der Erdoberfläche, erreichbar über senkrechte Schächte.
Wie wären die Fahrgäste hinaufgekommen?
Über einen Aufzug, der die rund 800 Meter in etwa 70 Sekunden geschafft hätte.
Warum wurde er nicht gebaut?
Der Bund verzichtete 2012 vorläufig, vor allem wegen der Kosten und der unsicheren Nachfrage.
Könnte er noch kommen?
Der Verzicht war nur vorläufig, und 2020 wurde über neue Verhandlungen entschieden.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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