Stimmt es, dass …?
„Willkommen an Bord: Dieser Zug fährt von Bayern nach Bayern und macht dazwischen einen Abstecher nach Tirol.“
Stimmt es, dass die Außerfernbahn mitten durch Österreich führt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Die Außerfernbahn verbindet das bayerische Allgäu mit Garmisch-Partenkirchen und verläuft auf dem Weg durch Tirol. Der Mythos stimmt, denn zwischen den beiden deutschen Abschnitten liegt österreichisches Gebiet, das die Strecke zweimal quert.
Eine Bahnstrecke in Süddeutschland nimmt einen ungewöhnlichen Weg.
Zwischen zwei bayerischen Abschnitten liegt ein Stück Österreich.
Dieser Beitrag prüft, ob die Außerfernbahn wirklich durch Tirol führt.

Die Fakten in Zahlen
93,92 km
Streckenlänge
vom Allgäu bis Garmisch
2 Grenzen
Übergänge
nach Tirol und zurück nach Bayern
1895–1913
erbaut
in mehreren Abschnitten
Den Personenverkehr betreibt DB Regio Bayern; die Gleise im österreichischen Abschnitt gehören den ÖBB.
Eine Bahn mit Abstecher ins Ausland
Die meisten Bahnstrecken bleiben brav innerhalb eines Landes.
Die Außerfernbahn im Süden Bayerns macht da eine Ausnahme.
Sie verbindet zwei deutsche Gegenden, führt dazwischen aber durch Österreich.
Wer sie von einem Ende zum anderen fährt, verlässt also kurz das Land.
Dabei bemerkt man den Grenzübertritt heute kaum noch.
Dieser Beitrag klärt, wie es zu diesem Umweg kommt.

Wo die Strecke verläuft
Die Bahn beginnt in Kempten im Allgäu.
Von dort führt sie über Pfronten in Richtung Grenze.
Kurz darauf erreicht sie Reutte in Tirol, mitten in Österreich.
Weiter geht es über Ehrwald in Richtung Zugspitze.
Schließlich überquert die Strecke erneut die Grenze und endet in Garmisch-Partenkirchen.
Zwischen Allgäu und Garmisch liegt somit österreichisches Gebiet.
Gut zu wissen
Der österreichische Abschnitt rund um Reutte ist mit dem übrigen Netz der ÖBB nicht direkt verbunden und gilt daher als Inselbetrieb.
Erst zwischen 2019 und 2021 wurde ein Großteil der Strecke mit Oberleitung ausgerüstet; im Allgäu fahren weiter Dieseltriebwagen.
Zweimal über die Grenze
Auf ihrem Weg quert die Außerfernbahn die Staatsgrenze gleich zweimal.
Zuerst wechselt sie von Bayern nach Tirol.
Am anderen Ende kehrt sie von Tirol wieder nach Bayern zurück.
Dazwischen liegt der österreichische Abschnitt rund um Reutte.
Für die Fahrgäste ist das heute eine Fahrt ohne Halt an einer Schranke.
Seit dem Wegfall fester Grenzkontrollen merkt man den Übergang nur noch an den Ortsschildern.
Eine deutsche Bahn auf Tiroler Gleisen
Den Personenverkehr auf der Strecke betreibt die DB Regio Bayern.
Das gilt auch für den Teil, der in Österreich liegt.
Die Gleise im österreichischen Abschnitt gehören dagegen den Österreichischen Bundesbahnen.
So teilen sich zwei Bahnen die Verantwortung für eine einzige Linie.
Deutsche Züge rollen damit über österreichische Schienen.
Geregelt ist das durch Verträge zwischen beiden Ländern.
Wie die Strecke entstand
Die Außerfernbahn wurde nicht auf einmal gebaut.
Das erste Stück von Kempten nach Pfronten ging 1895 in Betrieb.
Zehn Jahre später, 1905, erreichte die Bahn Reutte in Tirol.
Der Abschnitt zwischen Garmisch und Reutte folgte im Jahr 1913.
Damit war die durchgehende Strecke vollendet.
Seither verbindet sie das Allgäu über Tirol mit dem Werdenfelser Land.
Normalspur und Fahrdraht
Die Außerfernbahn ist eine eingleisige Nebenbahn in Normalspur.
Ihre Spurweite beträgt wie im großen Netz 1435 Millimeter.
Insgesamt ist die Strecke rund 94 Kilometer lang.
Der Abschnitt zwischen Garmisch und Reutte fuhr schon früh elektrisch.
Die übrigen Teile erhielten erst in den Jahren 2019 bis 2021 eine Oberleitung.
Zwischen Kempten und Pfronten fahren bis heute Dieseltriebwagen.
Eine Insel im österreichischen Netz
Der österreichische Teil der Bahn hat eine Besonderheit.
Er ist mit dem übrigen Netz der Österreichischen Bundesbahnen nicht direkt verbunden.
Erreichbar ist er auf der Schiene nur über deutsches Gebiet.
Man spricht deshalb von einem Inselbetrieb.
Das Gebiet um Reutte, das Außerfern, ist durch Berge vom übrigen Tirol getrennt.
Zur bayerischen Seite hin ist es dagegen offen.
Verträge zwischen zwei Ländern
Ein grenzüberschreitender Betrieb braucht klare Regeln.
Schon 1957 schloss man dafür einen Staatsvertrag.
Er sicherte einen bevorzugten Verkehr über die Grenze hinweg.
Eine Übereinkunft von 1959 regelte den Einsatz von Personal und Fahrzeugen.
So dürfen beide Bahnen die Strecke gemeinsam nutzen.
Ein ähnlicher Korridorverkehr besteht auch zwischen Innsbruck und Reutte.
Warum der Umweg sinnvoll ist
Der Weg durch Tirol ist kein Zufall, sondern folgt der Landschaft.
Zwischen Allgäu und Garmisch türmen sich Berge auf.
Die Täler, durch die ein Zug fahren kann, liegen teils auf österreichischer Seite.
So entstand eine Linie, die der Geländeform folgt und dabei die Grenze quert.
Zugleich bindet die Bahn das abgelegene Außerfern an das Netz an.
Für die Region ist sie bis heute eine wichtige Verbindung.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn die Außerfernbahn führt mitten durch Österreich.
Sie verbindet Kempten im Allgäu mit Garmisch-Partenkirchen.
Dazwischen liegt der Tiroler Abschnitt rund um Reutte.
Die Strecke quert die Grenze dabei gleich zweimal.
Betrieben wird der Personenverkehr von einer deutschen Bahn auf teils österreichischen Gleisen.
Was die Fahrgäste davon haben
Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.
Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.
Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.
Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.
So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.
Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
