Stimmt es, dass die Außerfernbahn mitten durch Österreich führt?

Stimmt es, dass …?

„Willkommen an Bord: Dieser Zug fährt von Bayern nach Bayern und macht dazwischen einen Abstecher nach Tirol.“

Stimmt es, dass die Außerfernbahn mitten durch Österreich führt?

→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.

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Kurz gesagt

Die Außerfernbahn verbindet das bayerische Allgäu mit Garmisch-Partenkirchen und verläuft auf dem Weg durch Tirol. Der Mythos stimmt, denn zwischen den beiden deutschen Abschnitten liegt österreichisches Gebiet, das die Strecke zweimal quert.

Eine Bahnstrecke in Süddeutschland nimmt einen ungewöhnlichen Weg.

Zwischen zwei bayerischen Abschnitten liegt ein Stück Österreich.

Dieser Beitrag prüft, ob die Außerfernbahn wirklich durch Tirol führt.

Außerfernbahn in Vils panoramio
Foto: Richard Mayer, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Die Fakten in Zahlen

93,92 km

Streckenlänge

vom Allgäu bis Garmisch

2 Grenzen

Übergänge

nach Tirol und zurück nach Bayern

1895–1913

erbaut

in mehreren Abschnitten

Den Personenverkehr betreibt DB Regio Bayern; die Gleise im österreichischen Abschnitt gehören den ÖBB.

Eine Bahn mit Abstecher ins Ausland

Die meisten Bahnstrecken bleiben brav innerhalb eines Landes.

Die Außerfernbahn im Süden Bayerns macht da eine Ausnahme.

Sie verbindet zwei deutsche Gegenden, führt dazwischen aber durch Österreich.

Wer sie von einem Ende zum anderen fährt, verlässt also kurz das Land.

Dabei bemerkt man den Grenzübertritt heute kaum noch.

Dieser Beitrag klärt, wie es zu diesem Umweg kommt.

Zugspitzbahn überquert Außerfernbahn, 1
Foto: Renardo la vulpo, CC0, via Wikimedia Commons

Wo die Strecke verläuft

Die Bahn beginnt in Kempten im Allgäu.

Von dort führt sie über Pfronten in Richtung Grenze.

Kurz darauf erreicht sie Reutte in Tirol, mitten in Österreich.

Weiter geht es über Ehrwald in Richtung Zugspitze.

Schließlich überquert die Strecke erneut die Grenze und endet in Garmisch-Partenkirchen.

Zwischen Allgäu und Garmisch liegt somit österreichisches Gebiet.

Gut zu wissen

Der österreichische Abschnitt rund um Reutte ist mit dem übrigen Netz der ÖBB nicht direkt verbunden und gilt daher als Inselbetrieb.

Erst zwischen 2019 und 2021 wurde ein Großteil der Strecke mit Oberleitung ausgerüstet; im Allgäu fahren weiter Dieseltriebwagen.

Zweimal über die Grenze

Auf ihrem Weg quert die Außerfernbahn die Staatsgrenze gleich zweimal.

Zuerst wechselt sie von Bayern nach Tirol.

Am anderen Ende kehrt sie von Tirol wieder nach Bayern zurück.

Dazwischen liegt der österreichische Abschnitt rund um Reutte.

Für die Fahrgäste ist das heute eine Fahrt ohne Halt an einer Schranke.

Seit dem Wegfall fester Grenzkontrollen merkt man den Übergang nur noch an den Ortsschildern.

Eine deutsche Bahn auf Tiroler Gleisen

Den Personenverkehr auf der Strecke betreibt die DB Regio Bayern.

Das gilt auch für den Teil, der in Österreich liegt.

Die Gleise im österreichischen Abschnitt gehören dagegen den Österreichischen Bundesbahnen.

So teilen sich zwei Bahnen die Verantwortung für eine einzige Linie.

Deutsche Züge rollen damit über österreichische Schienen.

Geregelt ist das durch Verträge zwischen beiden Ländern.

Wie die Strecke entstand

Die Außerfernbahn wurde nicht auf einmal gebaut.

Das erste Stück von Kempten nach Pfronten ging 1895 in Betrieb.

Zehn Jahre später, 1905, erreichte die Bahn Reutte in Tirol.

Der Abschnitt zwischen Garmisch und Reutte folgte im Jahr 1913.

Damit war die durchgehende Strecke vollendet.

Seither verbindet sie das Allgäu über Tirol mit dem Werdenfelser Land.

Normalspur und Fahrdraht

Die Außerfernbahn ist eine eingleisige Nebenbahn in Normalspur.

Ihre Spurweite beträgt wie im großen Netz 1435 Millimeter.

Insgesamt ist die Strecke rund 94 Kilometer lang.

Der Abschnitt zwischen Garmisch und Reutte fuhr schon früh elektrisch.

Die übrigen Teile erhielten erst in den Jahren 2019 bis 2021 eine Oberleitung.

Zwischen Kempten und Pfronten fahren bis heute Dieseltriebwagen.

Eine Insel im österreichischen Netz

Der österreichische Teil der Bahn hat eine Besonderheit.

Er ist mit dem übrigen Netz der Österreichischen Bundesbahnen nicht direkt verbunden.

Erreichbar ist er auf der Schiene nur über deutsches Gebiet.

Man spricht deshalb von einem Inselbetrieb.

Das Gebiet um Reutte, das Außerfern, ist durch Berge vom übrigen Tirol getrennt.

Zur bayerischen Seite hin ist es dagegen offen.

Verträge zwischen zwei Ländern

Ein grenzüberschreitender Betrieb braucht klare Regeln.

Schon 1957 schloss man dafür einen Staatsvertrag.

Er sicherte einen bevorzugten Verkehr über die Grenze hinweg.

Eine Übereinkunft von 1959 regelte den Einsatz von Personal und Fahrzeugen.

So dürfen beide Bahnen die Strecke gemeinsam nutzen.

Ein ähnlicher Korridorverkehr besteht auch zwischen Innsbruck und Reutte.

Warum der Umweg sinnvoll ist

Der Weg durch Tirol ist kein Zufall, sondern folgt der Landschaft.

Zwischen Allgäu und Garmisch türmen sich Berge auf.

Die Täler, durch die ein Zug fahren kann, liegen teils auf österreichischer Seite.

So entstand eine Linie, die der Geländeform folgt und dabei die Grenze quert.

Zugleich bindet die Bahn das abgelegene Außerfern an das Netz an.

Für die Region ist sie bis heute eine wichtige Verbindung.

Das Fazit

Der Mythos stimmt, denn die Außerfernbahn führt mitten durch Österreich.

Sie verbindet Kempten im Allgäu mit Garmisch-Partenkirchen.

Dazwischen liegt der Tiroler Abschnitt rund um Reutte.

Die Strecke quert die Grenze dabei gleich zweimal.

Betrieben wird der Personenverkehr von einer deutschen Bahn auf teils österreichischen Gleisen.

Was die Fahrgäste davon haben

Am Ende zählt für den Fahrgast vor allem eines: sicher und pünktlich anzukommen.

Jede kleine Verbesserung im Betrieb macht seine Reise ein wenig angenehmer.

Ein sauberer Zug und eine klare Anzeige nehmen ihm Sorge und Hektik.

Ein freundlicher Halt bleibt oft länger in Erinnerung als die Fahrt selbst.

So entsteht aus vielen Einzelheiten am Ende ein rundes Reiseerlebnis.

Und wer sich gut aufgehoben fühlt, steigt beim nächsten Mal gern wieder ein.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Häufige Fragen

Führt die Außerfernbahn wirklich durch Österreich?
Ja, zwischen dem Allgäu und Garmisch verläuft sie über Reutte in Tirol und quert die Grenze zweimal.
Wie lang ist die Strecke?
Die Außerfernbahn ist rund 94 Kilometer lang und in Normalspur gebaut.
Wer betreibt den Verkehr?
Den Personenverkehr betreibt DB Regio Bayern, die Gleise im österreichischen Teil gehören den ÖBB.
Seit wann gibt es die Bahn?
Sie wurde zwischen 1895 und 1913 in mehreren Abschnitten gebaut.
Was bedeutet Inselbetrieb?
Der österreichische Abschnitt ist mit dem restlichen ÖBB-Netz nicht direkt verbunden und nur über Deutschland erreichbar.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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