Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Ende der Welt: Weiter südlich fährt keine Eisenbahn mehr.“
Stimmt es, dass der südlichste Zug der Welt in Feuerland fährt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Bei Ushuaia an der Südspitze Südamerikas fährt eine schmale Touristenbahn, die als südlichste Eisenbahn der Welt gilt. Der Mythos stimmt, denn der Tren del Fin del Mundo in Feuerland fährt weiter südlich als jede andere Bahn.
Am äußersten Süden Südamerikas liegt die Stadt Ushuaia.
Dort fährt eine kleine Bahn mit einem großen Namen.
Dieser Beitrag prüft, ob dort wirklich der südlichste Zug der Welt rollt.

Die Fakten in Zahlen
500 mm
Spurweite heute
eine sehr schmale Spur
1909
erste Bahn
als Bahn eines Gefängnisses
1994
wieder eröffnet
nun als Touristenbahn
Die heutige Strecke führt von einem Bahnhof westlich von Ushuaia in den Nationalpark Feuerland.
Eine Bahn am Ende der Welt
Ushuaia gilt als eine der südlichsten Städte der Erde.
Sie liegt auf der Insel Feuerland, ganz im Süden Argentiniens.
Von dort aus ist es nicht mehr weit bis zur Antarktis.
Genau hier fährt eine Bahn mit dem Namen Zug am Ende der Welt.
Auf Spanisch heißt sie Tren del Fin del Mundo.
Ihr Name klingt nach einem Rekord, und darum geht es in diesem Beitrag.

Wo Feuerland liegt
Feuerland ist eine große Insel an der Südspitze Südamerikas.
Sie gehört teils zu Argentinien und teils zu Chile.
Vom Festland ist sie durch eine Meerenge getrennt.
Das Klima ist rau, mit viel Wind und kühlen Sommern.
Ushuaia ist die wichtigste Stadt der argentinischen Seite.
Weiter südlich gibt es kaum noch bewohnte Orte.
Gut zu wissen
Die ursprüngliche Gefängnisbahn hatte eine Spurweite von 600 Millimetern, die heutige Touristenbahn fährt auf 500 Millimetern.
Die alten Baumstümpfe entlang der Strecke stammen aus der Zeit, als Häftlinge hier Holz schlugen.
Die südlichste Eisenbahn
Der Tren del Fin del Mundo gilt als südlichste Eisenbahn der Welt.
Keine andere regelmäßig verkehrende Bahn liegt weiter südlich.
Das verdankt sie allein ihrer Lage auf Feuerland.
Die Strecke selbst ist kurz und schmal.
Trotzdem macht ihr Standort sie zu etwas Besonderem.
Für viele Besucher ist die Fahrt ein Höhepunkt ihrer Reise.
Ihr Ursprung als Gefängnisbahn
Die Bahn hat eine ernste Vorgeschichte.
Ab 1909 diente eine Strecke dem Gefängnis von Ushuaia.
Häftlinge schlugen in den Wäldern Holz für die Stadt.
Die Bahn brachte dieses Holz und Material in den Ort.
Die Strecke war damals rund 25 Kilometer lang.
Ihre Spurweite betrug 600 Millimeter.
Vom Erdbeben getroffen
Das Gefängnis wurde 1947 durch einen Marinestützpunkt ersetzt.
Kurz darauf machte ein schweres Erdbeben Teile der Strecke unpassierbar.
Die Bahn wurde zwar wieder aufgebaut.
Doch sie rechnete sich nicht mehr.
Im Jahr 1952 wurde der Betrieb schließlich eingestellt.
Für Jahrzehnte verschwand die Bahn danach aus dem Alltag.
Die Rückkehr als Touristenbahn
Erst 1994 kehrte der Zug am Ende der Welt zurück.
Nun fuhr er nicht mehr für ein Gefängnis, sondern für Besucher.
Die neue Strecke erhielt eine Spurweite von 500 Millimetern.
Ihr Bahnhof liegt einige Kilometer westlich von Ushuaia.
Von dort führt die Bahn in den Nationalpark Feuerland.
Unterwegs hält sie an mehreren Punkten für den Ausblick.
Dampf und schmale Spur
Die Touristenbahn fährt mit kleinen Dampflokomotiven.
Diese Loks wurden seit 1994 neu gebaut.
Dazu kommen Dieselloks für Arbeits- und Nebenfahrten.
Die Wagen sind in verschiedene Klassen aufgeteilt.
Alles ist auf die sehr schmale Spur abgestimmt.
So entsteht das Bild einer Bahn wie aus einer früheren Zeit.
Die Fahrt durch den Nationalpark
Die Reise führt durch eine raue und stille Landschaft.
Zu sehen sind Wälder, Flüsse und die Reste alter Baumstümpfe.
Diese Stümpfe erinnern an die Zeit der Häftlingsarbeit.
Der Zug endet an einer Straße mitten im Nationalpark.
Viele Gäste fahren von dort mit dem Bus zurück.
Eine Verlängerung der Strecke bis Ushuaia ist geplant.
Warum es der südlichste Zug bleibt
Südlicher als Feuerland liegt kaum noch bewohntes Land.
Jenseits davon beginnt der Ozean in Richtung Antarktis.
Auf dem antarktischen Kontinent gibt es keine öffentliche Eisenbahn.
Damit bleibt der Tren del Fin del Mundo ohne Konkurrenz im Süden.
Sein Titel als südlichste Bahn der Welt ist daher gut begründet.
Er trägt diesen Namen zu Recht.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn in Feuerland fährt der südlichste Zug der Welt.
Der Tren del Fin del Mundo startet nahe Ushuaia.
Ursprünglich war die Bahn eine Gefängnisbahn ab 1909.
Seit 1994 fährt sie als schmalspurige Touristenbahn.
Weiter südlich verkehrt keine andere Eisenbahn.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
