Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Brig, danach Einfahrt in den Simplontunnel, hindurch durch zwei getrennte Röhren bis Iselle in Italien.“
Stimmt es, dass der Simplontunnel aus zwei getrennten Röhren besteht?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Ja, der Simplontunnel ist ein zweiröhriger Eisenbahntunnel, bei dem zwei getrennte Einspurröhren nebeneinander durch den Berg führen. Die erste Röhre nahm 1905 den Betrieb auf, die zweite wurde 1921 fertig.
Der Simplontunnel zählt zu den berühmtesten Alpentunneln und verbindet die Schweiz mit Italien.
Immer wieder hört man, er bestehe nicht aus einer, sondern aus zwei Röhren.
Dieser Beitrag prüft, was an der Erzählung von den zwei Tunnelröhren dran ist.

Die Fakten in Zahlen
19,8 km
Länge
je Einspurröhre
1905
erste Röhre
Betrieb aufgenommen
1921
zweite Röhre
fertiggestellt
Bis Ende der 1970er-Jahre galt der Simplontunnel als längster Gebirgstunnel der Welt.
Die kurze Antwort
Der Mythos stimmt, denn der Simplontunnel besteht tatsächlich aus zwei getrennten Röhren.
Es handelt sich um zwei parallele Einspurröhren, die nebeneinander durch das Gebirge führen.
Beide Röhren sind knapp zwanzig Kilometer lang und verbinden die Schweiz mit Italien.
Gebaut wurden sie nicht gleichzeitig, sondern mit einigen Jahren Abstand.
Damit ist aus dem einen Tunnel im Laufe der Zeit ein Tunnelpaar geworden.

Zwei Röhren, ein Gebirge
Viele stellen sich unter einem Tunnel ein einziges Loch im Berg vor.
Beim Simplon trifft das nicht zu, denn dort liegen zwei Röhren dicht nebeneinander.
Jede Röhre trägt ein eigenes Gleis und wird in der Regel in eine Fahrtrichtung genutzt.
Zwischen den beiden Röhren gibt es in Abständen Querverbindungen.
Diese Verbindungsstollen dienen der Sicherheit und der Wartung.
Gut zu wissen
Der Simplonpass trägt seinen Namen vom gleichnamigen Übergang zwischen dem Wallis und dem italienischen Piemont.
Wer heute durchfährt, bemerkt von der Grenze im Berginneren meist nichts, da der Übergang unterirdisch liegt.
Die erste Röhre von 1905
Die erste Röhre entstand in den Jahren von 1898 bis 1905.
Sie war ein technisches Großprojekt ihrer Zeit und forderte den Ingenieuren viel ab.
Beim Vortrieb stießen die Arbeiter auf heißes Gestein und auf starke Wassereinbrüche.
Nach der Eröffnung war der Simplontunnel der längste Eisenbahntunnel der Welt.
Diesen Rang behielt er über viele Jahrzehnte hinweg.
Die zweite Röhre von 1921
Schon beim Bau der ersten Röhre war eine zweite von Anfang an vorgesehen.
Gebaut wurde sie dann zwischen 1912 und 1921.
Der Erste Weltkrieg verzögerte die Arbeiten an der zweiten Röhre.
Mit ihrer Fertigstellung ließ sich der Verkehr auf zwei Gleise verteilen.
Seither bilden die beiden Röhren gemeinsam den heutigen Simplontunnel.
Zwischen Brig und Iselle
Der Tunnel verbindet den Bahnhof Brig im Schweizer Wallis mit dem Ort Iselle in Italien.
Damit führt er unter dem Simplonpass hindurch, der oben über eine Passstraße erschlossen ist.
Die Staatsgrenze zwischen der Schweiz und Italien liegt dabei mitten im Berg.
Für Reisende verläuft die Fahrt durch den Tunnel ohne sichtbaren Grenzübergang.
Oberhalb erhebt sich die Bergwelt, während die Züge tief im Fels verkehren.
Lange Zeit der längste der Welt
Mit rund 19,8 Kilometern war der Simplontunnel ein Rekordhalter.
Bis gegen Ende der 1970er-Jahre war er der längste Gebirgstunnel der Erde.
Erst andere Großtunnel lösten ihn in dieser Rolle ab.
Dennoch bleibt er bis heute eine wichtige Verbindung über die Alpen.
Seine Geschichte zeigt, wie früh schon im großen Maßstab unter den Bergen gebaut wurde.
Flach durch die Alpen
Der Simplontunnel liegt vergleichsweise tief und wird teils als Basistunnel beschrieben.
Das bedeutet, dass die Züge nicht erst mühsam zum Pass hinaufklettern müssen.
Gemeinsam mit dem 2007 eröffneten Lötschberg-Basistunnel bildet er eine durchgehende Achse.
Diese Achse ist Teil der modernen Alpenquerungen der Bahn.
So verbindet ein altes Bauwerk die Gegenwart mit einem neueren Tunnel.
Der Orient-Express durch den Simplon
Durch den Simplontunnel verkehrte lange der berühmte Simplon-Orient-Express.
Dieser Fernzug verband Westeuropa über die Alpen mit dem Südosten des Kontinents.
Bis 1962 trug er den Namen des Tunnels in seiner Bezeichnung.
Damit wurde der Simplon auch zum Sinnbild für das große Reisen mit der Bahn.
Noch heute weckt der Name Simplon Bilder von weiten Zugreisen.
Warum zwei Röhren sinnvoll sind
Zwei getrennte Röhren bringen mehrere Vorteile mit sich.
Fällt eine Röhre für Arbeiten aus, kann der Verkehr über die andere weiterlaufen.
Außerdem erhöht die Trennung der Fahrtrichtungen die Leistungsfähigkeit der Strecke.
Im Notfall dient die jeweils andere Röhre als Fluchtweg.
Dieses Prinzip findet sich heute bei vielen langen Tunneln wieder.
Das Fazit
Die Erzählung von den zwei Röhren des Simplontunnels trifft zu.
Der Tunnel besteht aus zwei getrennten Einspurröhren von 1905 und 1921.
Zusammen sind sie knapp zwanzig Kilometer lang und verbinden Brig mit Iselle.
Lange war der Simplon der längste Gebirgstunnel der Welt.
Der Mythos ist damit bestätigt.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
