Stimmt es, dass …?
„Bitte beachten Sie: Dieser Tunnel brauchte von der ersten Bohrung bis zur Eröffnung gut zwei Jahrzehnte.“
Stimmt es, dass der Hallandsås-Tunnel in Schweden jahrzehntelang im Bau war?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Weitgehend ja: Der Hallandsås-Tunnel war von 1992 bis 2015 im Bau, also gut zwei Jahrzehnte. Dazwischen ruhten die Arbeiten allerdings viele Jahre lang.
Manche Bauwerke geraten zu wahren Dauerbaustellen.
Der Hallandsås-Tunnel in Schweden ist ein berühmtes Beispiel.
Von der ersten Bohrung bis zur Eröffnung vergingen gut zwanzig Jahre.

Die Fakten in Zahlen
1992–2015
Bauzeit
rund 23 Jahre mit Pause
8,7 km
Länge
je Tunnelröhre
rund 8 Jahre
Stillstand
von 1997 bis 2005
Zwischen Baubeginn und Eröffnung lagen gut zwei Jahrzehnte.
Die kurze Antwort
Ja, der Bau zog sich über gut zwei Jahrzehnte hin.
Die Arbeiten begannen 1992.
Eröffnet wurde der Tunnel erst Ende 2015.
Dazwischen lag jedoch eine lange Pause.
Von einer durchgehenden Baustelle kann man also nicht sprechen.

Wo der Tunnel liegt
Der Tunnel durchquert den Höhenrücken Hallandsås im Süden Schwedens.
Er gehört zur Bahnstrecke an der schwedischen Westküste.
Diese verbindet unter anderem Ängelholm und Halmstad.
Vorher mussten die Züge langsam über den Höhenzug fahren.
Der Tunnel sollte die Strecke schneller und leistungsfähiger machen.
Gut zu wissen
Der Giftskandal von 1997 führte zu einem Verkaufsstopp für landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der Region und zu Ermittlungen gegen die Beteiligten.
Reine Bauzeit und Gesamtdauer sind nicht dasselbe, denn die lange Pause verlängerte den Zeitraum bis zur Eröffnung erheblich.
Was gebaut wurde
Es entstanden zwei parallele Tunnelröhren.
Jede ist rund 8,7 Kilometer lang.
Durch sie fahren die Züge getrennt in beide Richtungen.
Damit ist der Tunnel ein bedeutendes Bauwerk des Landes.
Seine Fertigstellung war lange nicht sicher.
Ein Bau mit Hindernissen
Geplant war die Eröffnung schon für 1995.
Doch aus dem Berg drang viel mehr Wasser als erwartet.
Das machte die Arbeiten extrem schwierig.
Der erste Baukonzern ging darüber in die Pleite.
Später übernahm ein großes Bauunternehmen die Fortsetzung.
Der Giftskandal von 1997
Zum Abdichten wurde das Mittel Rhoca-Gil verwendet.
Es enthielt das giftige Acrylamid.
Der Stoff gelangte in die Umwelt rund um die Baustelle.
In der Umgebung verendeten Rinder und Fische, und Arbeiter erkrankten.
Das Gebiet wurde zur Gefahrenzone erklärt und Verkäufe von Erzeugnissen wurden gestoppt.
Die lange Pause
Ende 1997 wurden die Arbeiten gestoppt.
Erst 2005 ging es wieder weiter.
So lag die Baustelle rund acht Jahre still.
In dieser Zeit wurde nach sicheren Methoden gesucht.
Das erklärt einen großen Teil der langen Gesamtdauer.
Mit neuer Technik ans Ziel
Für den zweiten Anlauf kam eine große Tunnelbohrmaschine zum Einsatz.
Sie trug den Namen Åsa.
Hinter ihr wurden gleich fertige Betonteile als Wand eingebaut.
In einem besonders schwierigen Abschnitt wurde der Boden sogar tief gefroren.
2015 war der Tunnel endlich fertig.
Was es gekostet hat
Zu Beginn rechnete man mit rund einer Milliarde Kronen.
Am Ende lagen die Kosten bei über zehn Milliarden Kronen.
Das entspricht grob über einer Milliarde Euro.
Der Tunnel wurde damit viel teurer als geplant.
Zeit und Geld gerieten weit aus dem Rahmen.
Das Fazit
Die Behauptung stimmt weitgehend.
Zwischen Baubeginn 1992 und Eröffnung 2015 lagen gut 23 Jahre.
Allerdings ruhten die Arbeiten rund acht Jahre lang.
Wassereinbrüche und ein Giftskandal waren die Hauptgründe.
Der Hallandsås-Tunnel gilt als eines der schwierigsten Tunnelprojekte Europas.
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