Stimmt es, dass …?
„Nächster Halt Zweisimmen: Hier stellen sich die Räder auf die neue Spurweite um.“
Stimmt es, dass der GoldenPass Express ohne Umsteigen über zwei Spurweiten fährt?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Der GoldenPass Express bringt Reisende seit Dezember 2022 von Montreux bis Interlaken, ohne dass sie den Wagen wechseln müssen. Der Mythos stimmt, denn verstellbare Radsätze überbrücken den Wechsel zwischen Meter- und Normalspur.
Wer von Montreux nach Interlaken reisen will, musste früher unterwegs umsteigen.
Schuld daran waren zwei verschiedene Spurweiten auf der Strecke.
Seit Ende 2022 soll ein besonderer Zug diesen Bruch überwinden.

Die Fakten in Zahlen
2022
seit Dezember
erste Fahrten des Zuges
2 Spurweiten
Meter und Normalspur
auf einer Reise
rund 3 Std.
Fahrzeit
Montreux bis Interlaken
Verstellbare Radsätze machen die durchgehende Fahrt über beide Netze möglich.
Zwei Welten auf einer Strecke
Die Reise beginnt in Montreux am Ufer des Genfersees.
Sie endet in Interlaken Ost am Rand des Berner Oberlands.
Dazwischen liegen zwei ganz unterschiedliche Bahnnetze.
Der erste Teil gehört der Montreux-Berner-Oberland-Bahn auf schmaler Meterspur.
Der zweite Teil gehört der BLS auf der breiteren Normalspur.

Das Problem der Spurweite
Die Spurweite ist der Abstand zwischen den beiden Schienen.
Meterspur und Normalspur unterscheiden sich um mehrere Zentimeter.
Ein normaler Zug passt deshalb immer nur auf eines der beiden Netze.
Früher mussten Reisende in Zweisimmen den Zug wechseln.
Genau an dieser Stelle setzt der GoldenPass Express an.
Gut zu wissen
Die Spurweite ist der Abstand zwischen den Innenkanten der beiden Schienen; Meterspur misst 1000 Millimeter, Normalspur 1435 Millimeter.
Von Montreux bis Zweisimmen fährt die Montreux-Berner-Oberland-Bahn, von Zweisimmen bis Interlaken die BLS.
Ein Zug seit Dezember 2022
Der GoldenPass Express nahm am 11. Dezember 2022 den Betrieb auf.
Zu Beginn fuhr er mit einer Verbindung je Richtung und Tag.
Er verbindet seither Montreux und Interlaken ohne Zugwechsel.
Unterwegs hält er unter anderem in Gstaad und Spiez.
Für die ganze Strecke braucht er im Mittel gut drei Stunden.
Verstellbare Radsätze
Das Herzstück des Zuges steckt unter den Wagen.
Die Wagen stehen auf verstellbaren Radsätzen.
Diese können ihren Abstand zwischen Meter- und Normalspur verändern.
So passt derselbe Wagen auf beide Netze.
Ein fester Umbau der Strecke ist dafür nicht nötig.
Der Halt in Zweisimmen
Der Wechsel geschieht am Bahnhof Zweisimmen.
Dort rollen die Wagen langsam über eine besondere Umspuranlage.
Auf dieser Rampe stellen sich die Räder auf die neue Spurweite um.
Der Vorgang läuft bei langsamer Fahrt und nicht bei voller Geschwindigkeit ab.
Danach kann der Zug auf dem anderen Netz weiterfahren.
Warum die Lok gewechselt wird
Die Wagen überwinden den Spurwechsel, die Lokomotive jedoch nicht.
Beide Netze werden unterschiedlich mit Strom versorgt.
Deshalb wird in Zweisimmen die Lok getauscht.
Eine Lok der einen Bahn übernimmt den Zug von der anderen.
Für die Fahrgäste ist dieser Wechsel kaum zu bemerken.
Auch die Wagenhöhe passt sich an
Nicht nur die Spur unterscheidet sich zwischen den Netzen.
Auch die Höhe der Bahnsteige ist nicht überall gleich.
Beim Umstellen verändert sich deshalb zugleich die Höhe des Wagenkastens.
So passt der Einstieg auf beiden Seiten zur jeweiligen Bahnsteigkante.
Diese doppelte Anpassung macht die Technik besonders aufwendig.
Durchfahren statt Umsteigen
Für die Reisenden ändert sich durch all das wenig.
Sie bleiben während der ganzen Fahrt im selben Wagen sitzen.
Das lästige Umsteigen mit Gepäck in Zweisimmen entfällt.
Gerade das ist der eigentliche Gewinn dieses Zuges.
Eine lange Reise durch zwei Netze fühlt sich so wie eine einzige Fahrt an.
Ein Start mit Hürden
Der Betrieb lief nicht von Anfang an störungsfrei.
Im Frühjahr 2023 wurde die durchgehende Fahrt vorübergehend ausgesetzt.
Grund war ein zu starker Verschleiß an den Gleisen.
Nach einer Anpassung der Technik nahm der Zug den Durchlauf wieder auf.
Seither verkehrt er erneut ohne Zugwechsel zwischen den beiden Netzen.
Das Fazit
Der Mythos stimmt, denn der GoldenPass Express fährt tatsächlich über zwei Spurweiten.
Reisende müssen dabei nicht umsteigen, sondern bleiben im selben Wagen.
Möglich machen das verstellbare Radsätze, die in Zweisimmen umgestellt werden.
Nur die Lokomotive wird dort wegen der anderen Stromversorgung getauscht.
Damit verbindet der Zug seit 2022 Montreux und Interlaken in einem Stück.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Der Zug als umweltfreundliche Wahl
Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.
Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.
Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.
Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.
Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.
So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.
