Stimmt es, dass …?
„Die Fahrkarte bitte: Vor rund 150 Jahren hätte sie oft einer privaten Eisenbahngesellschaft gehört und nicht dem Staat.“
Stimmt es, dass Bahnstrecken früher vielen privaten Gesellschaften gehörten?
→ Ein Mythos auf dem Prüfstand.
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Kurz gesagt
Das stimmt: Die ersten deutschen Bahnstrecken gehörten ab 1835 privaten Aktiengesellschaften. Erst nach und nach kauften die einzelnen Staaten die Strecken auf und machten daraus staatliche Bahnen.
Heute denken viele bei der Eisenbahn zuerst an einen großen staatlichen Konzern.
In der Frühzeit der Bahn sah die Welt jedoch ganz anders aus.
Damals waren es vor allem private Gesellschaften, die die ersten Strecken bauten.

Die Fakten in Zahlen
1835
Nürnberg–Fürth
erste private Bahn mit Fahrgästen
1839
Leipzig–Dresden
erste private Ferneisenbahn
1920
Verstaatlichung
Länderbahnen kommen zum Reich
Erst 1920 kamen die staatlichen Länderbahnen gemeinsam unter das Dach des Reiches.
Die Frage im Überblick
Heute denken viele bei der Eisenbahn zuerst an einen großen staatlichen Konzern.
Das war in der Frühzeit der Bahn jedoch ganz anders.
Damals bauten vor allem private Unternehmen die ersten Strecken.
Erst später gingen die Bahnen nach und nach in staatliche Hand über.

Der Beginn mit privaten Gesellschaften
Der Neubau von Bahnstrecken erfolgte zuerst durch private Gesellschaften.
Diese sammelten das nötige Geld bei vielen Anteilseignern als Aktiengesellschaft ein.
Schon 1828 entstand südlich von Essen eine solche private Eisenbahn.
Risiko und Gewinn lagen in dieser Zeit bei privaten Investoren.
Gut zu wissen
Eine Aktiengesellschaft sammelt Geld bei vielen Anteilseignern, die dafür Anteile am Unternehmen erhalten.
Als Länderbahnen bezeichnet man die Staatsbahnen der einzelnen deutschen Länder vor der Gründung der Reichsbahn.
Die erste Bahn mit Fahrgästen
1835 nahm in Bayern die erste deutsche Eisenbahn den öffentlichen Personenverkehr auf.
Sie fuhr zwischen Nürnberg und Fürth und wurde von einer privaten Gesellschaft betrieben.
Die berühmte Lokomotive dieser Strecke trug den Namen Adler.
Der Erfolg weckte überall im Land den Wunsch nach eigenen Bahnen.
Private Fernbahnen entstehen
Auch die erste deutsche Ferneisenbahn war ein privates Vorhaben.
Für die Strecke von Leipzig nach Dresden wurde eigens eine Aktiengesellschaft gegründet.
1839 rollten dort die ersten Züge über eine längere Entfernung.
In vielen Regionen folgten weitere private Bahngesellschaften.
Warum der Staat eingriff
Bald erkannten die Staaten die große Bedeutung der Eisenbahn.
Bahnen waren wichtig für Wirtschaft, Verwaltung und Militär.
Deshalb begannen die einzelnen Länder, Strecken selbst zu bauen oder aufzukaufen.
So entstanden neben den privaten Bahnen auch staatliche Bahnen.
Von vielen Gesellschaften zu den Länderbahnen
Nach der Reichsgründung 1871 betrieben die deutschen Länder eigene Staatsbahnen.
Diese wurden als Länderbahnen mit eigener Verwaltung geführt.
Viele kleine Privatbahnen blieben daneben für den Regional- und Nahverkehr erhalten.
Das Netz war damit lange eine bunte Mischung aus staatlichen und privaten Linien.
Die Zusammenführung zur Reichsbahn
Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die Länderbahnen 1920 zum Reich.
Daraus entstand 1924 die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft.
Nun war ein großer Teil des Netzes in einer einzigen Hand.
Die Zeit der vielen eigenständigen Staatsbahnen ging damit zu Ende.
Private Bahnen bis heute
Mit der Bahnreform 1994 entstand die Deutsche Bahn als Aktiengesellschaft.
Zugleich wurde das Netz auch für private Bahnunternehmen geöffnet.
So fahren heute wieder viele verschiedene Betreiber auf denselben Gleisen.
Die Idee privater Eisenbahnen ist also keineswegs verschwunden.
Das Fazit
Die Aussage stimmt.
Die ersten deutschen Bahnstrecken gehörten ab 1835 privaten Aktiengesellschaften.
Erst nach und nach übernahmen die Staaten die Strecken und bündelten sie.
Private Bahngesellschaften prägten die Frühzeit der Eisenbahn ganz entscheidend.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Von der Dampflok bis heute
Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.
Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.
Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.
Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.
Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.
Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.
