Sollten überlange Lang-Lkw zugunsten der Güterbahn eingeschränkt werden?

Standpunkt

„Auf der Schiene wird ein Güterzug bereitgestellt, der die Ladung vieler Lastwagen ersetzt.“

Sollten überlange Lang-Lkw zugunsten der Güterbahn eingeschränkt werden?

→ Ein Standpunkt zum Wettbewerb zwischen Straße und Schiene.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Nein, aber. Die Sorge um die Güterbahn ist berechtigt, doch ein Verbot verschiebt Verkehr nur auf mehr Lastwagen, statt ihn auf die Schiene zu holen.

Auf deutschen Autobahnen rollen immer mehr besonders lange Lastwagen.

Kritiker fürchten, dass sie der Güterbahn Verkehr wegnehmen.

Also stellt sich die Frage, ob man diese Riesen einschränken sollte, um die Schiene zu stärken.

Zentralbibliothek Zürich Wettingerbrücke mit Güterzug
Foto: Robert Breitinger, Public domain, via Wikimedia Commons

Was ein Lang-Lkw ist

Ein Lang-Lkw, auch EuroCombi oder Megaliner genannt, ist eine überlange Lkw-Kombination.

Er kann bis zu 25,25 Meter lang werden, während die übliche Grenze bei 18,75 Metern liegt.

Sein Gewicht liegt europaweit bei bis zu 60 Tonnen, im deutschen Feldversuch bei 44 Tonnen.

In Finnland und Schweden fahren solche Fahrzeuge schon seit 1970.

Re 482 mit Containerzug bei Oberrüti 2
Foto: Kabelleger / David Gubler, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Das Versprechen der langen Lastwagen

Zwei Lang-Lkw können die Ladung von drei normalen Lastwagen aufnehmen.

Das spart Fahrten, Kraftstoff und Fahrpersonal.

Ihre Befürworter sehen darin einen Gewinn für Umwelt und Wirtschaft.

Weniger Fahrten bedeuten auf den ersten Blick auch weniger Abgase.

Die Sorge der Bahnfreunde

Der Gewinn der Straße kann zum Verlust der Schiene werden.

Was ein günstiger Lang-Lkw transportiert, fährt nicht mehr im Güterzug.

Gerade auf mittleren Strecken konkurrieren beide um dieselbe Ladung.

Wer die Bahn stärken will, sieht die langen Lastwagen deshalb kritisch.

Warum ein Verbot der falsche Hebel ist

Ein Verbot macht die Schiene nicht schneller, pünktlicher oder billiger.

Die Ware wandert dann eher auf mehr normale Lastwagen als in den Güterzug.

Das Ergebnis wären mehr Fahrten auf der Straße statt mehr Verkehr auf der Bahn.

Man würde ein Problem bekämpfen und ein größeres schaffen.

Was die Schiene wirklich braucht

Güter fahren dann Bahn, wenn sie dort günstig, schnell und zuverlässig ankommen.

Dafür braucht es freie Trassen, moderne Terminals und pünktliche Züge.

Ein gut ausgebautes Netz zieht Verkehr an, ganz ohne Verbot.

Der Wettbewerb sollte über Qualität entschieden werden, nicht über Fesseln für die Konkurrenz.

Gleiche Regeln für beide

Fair ist, wenn Straße und Schiene ihre echten Kosten tragen.

Wer die Straße stark abnutzt, sollte dafür auch angemessen zahlen.

Über eine ehrliche Maut lässt sich der Wettbewerb besser lenken als über ein Verbot.

So entsteht Lenkung ohne Bevormundung.

Die Grenzen der langen Lastwagen

Lang-Lkw dürfen nur auf freigegebenen Strecken fahren, dem sogenannten Positivnetz.

Enge Kreisverkehre, kurze Rampen und alte Brücken setzen ihnen Grenzen.

Ihr Einsatz ist damit ohnehin nicht überall möglich.

Ein Teil der Sorge relativiert sich schon durch diese natürlichen Hürden.

Stärken statt verbieten

Die Schiene gewinnt nicht, wenn die Straße schwächer wird, sondern wenn die Bahn besser wird.

Verbote verschieben Verkehr, sie verlagern ihn nicht auf die Schiene.

Kluge Verkehrspolitik macht die Bahn attraktiv und lässt Kunden freiwillig wechseln.

Das ist mühsamer als ein Verbot, aber es wirkt.

Von der Dampflok bis heute

Die Eisenbahn hat sich in fast zwei Jahrhunderten enorm verändert.

Am Anfang stand die schnaubende Dampflok, langsam und rußig, aber revolutionär.

Später kamen der elektrische Antrieb und immer schnellere Züge hinzu.

Aus einfachen Holzbänken wurden bequeme Sitze mit Steckdose und Klimaanlage.

Vieles, was heute selbstverständlich wirkt, war früher undenkbarer Luxus.

Dieser lange Weg zeigt, wie sehr die Bahn mit der Zeit gegangen ist.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Pro und Contra

Dafür

+  Günstige Lang-Lkw nehmen der Güterbahn Ladung weg.

+  Auf mittleren Strecken konkurrieren sie direkt mit dem Güterzug.

+  Ihr niedriger Preis erschwert die Verlagerung auf die Schiene.

+  Wer die Schiene politisch will, muss ihre Konkurrenz begrenzen dürfen.

+  Schwere Lastwagen nutzen Straßen und Brücken stärker ab.

+  Ein Vorrang der Schiene ließe sich mit einer Grenze klarer durchsetzen.

Dagegen

−  Ein Verbot macht die Schiene weder schneller noch billiger.

−  Ohne Lang-Lkw wächst eher die Zahl normaler Lastwagen als der Bahnverkehr.

−  Zwei Lang-Lkw ersetzen die Ladung von drei üblichen Fahrzeugen.

−  Lang-Lkw dürfen ohnehin nur auf freigegebenen Strecken fahren.

−  Eine ehrliche Maut lenkt den Verkehr besser als ein Verbot.

−  Verkehr verlagert sich nur, wenn die Bahn attraktiver wird.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Unterm Strich

Die Sorge um die Güterbahn ist berechtigt, das Verbot ist die falsche Antwort.

Ein Verbot verschiebt Verkehr auf mehr Lastwagen, statt ihn auf die Schiene zu holen.

Freie Trassen, gute Terminals und pünktliche Züge gewinnen den Wettbewerb.

Man sollte die Bahn stärken, nicht ihre Konkurrenz fesseln.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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