Sollten Signalkabel und Oberleitungen besser gegen Metalldiebstahl gesichert werden?

Standpunkt

„Wegen eines Kabeldiebstahls fällt der Zugverkehr auf diesem Abschnitt vorübergehend aus.“

Sollten Signalkabel und Oberleitungen besser gegen Metalldiebstahl gesichert werden?

→ Ein Standpunkt zum Schutz der Bahnanlagen vor Metalldieben.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja. Jeder gestohlene Meter Kupfer kann Tausende Reisende aufhalten, deshalb lohnt sich der Schutz der Anlagen fast immer.

Kupfer ist wertvoll, und die Bahn hat viel davon in Kabeln und Leitungen verbaut.

Für Diebe ist das eine Verlockung, für den Betrieb ist es ein Risiko.

Deshalb stellt sich die Frage, wie gut die Anlagen der Bahn gegen Metalldiebstahl geschützt sein sollten.

Oberleitung A 5
Foto: Sciencia58, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Was Metalldiebstahl anrichtet

Als Metalldiebstahl bezeichnet man den Diebstahl von Buntmetall oder Eisen, das die Täter an Schrotthändler verkaufen.

Bei der Bahn treffen sie damit oft empfindliche Signal- und Steuerkabel.

Fehlt ein solches Kabel, stehen Signale und Weichen still.

Ein kurzer Griff nach Kupfer kann so einen ganzen Streckenabschnitt lahmlegen.

Stellwerk Am Bahnhof Lebach 01
Foto: Flocci Nivis, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Ein Fall mit großer Wirkung

Am 8. Oktober 2022 fiel in Norddeutschland der Zugfunk GSM-R aus.

Zwei Lichtleiterkabel bei Herne und Berlin-Karow waren durchtrennt worden.

Als Ursache stellten sich am Ende zwei versuchte Kupferkabel-Diebstähle heraus.

Der Verkehr in vier Bundesländern stand rund drei Stunden still.

Warum Kupfer so begehrt ist

Der Preis für Kupfer ist über die Jahre stark gestiegen.

Damit wächst der Anreiz, es aus schlecht gesicherten Anlagen zu stehlen.

Bahnanlagen liegen oft abgelegen und über lange Strecken frei zugänglich.

Das macht sie zu einem leichten Ziel für organisierte Banden.

Wie man Kabel schützt

Ein Weg ist, Kabel in Beton- oder Stahlkanälen zu verlegen, die sich schwer öffnen lassen.

Ein anderer ist, Kupfer dort, wo es geht, durch weniger begehrte Materialien wie Aluminium zu ersetzen.

Auch eine unsichtbare Markierung des Metalls hilft, gestohlenes Material später zuzuordnen.

So sinkt der Wert der Beute und mit ihm der Anreiz zum Diebstahl.

Technik als Wächter

Sensoren können Erschütterungen oder das Öffnen eines Kabelkanals sofort melden.

Kameras an bekannten Brennpunkten schrecken Täter ab und sichern Beweise.

Alarme, die direkt bei der Bundespolizei auflaufen, verkürzen die Reaktionszeit.

Je höher das Risiko für die Täter, desto seltener der Versuch.

Der Handel mit Schrott

Gestohlenes Metall landet fast immer beim Ankauf von Altmetall.

Strengere Regeln für den Ankauf, etwa ein Ausweiszwang und ein Verzicht auf Bargeld, trocknen den Absatz aus.

Wer die Beute nicht mehr leicht zu Geld macht, stiehlt sie seltener.

Schutz beginnt also nicht nur am Gleis, sondern auch beim Handel.

Was der Schutz kostet

Kanäle, Sensoren und Kameras kosten Geld und lassen sich nicht überall einbauen.

Sinnvoll ist deshalb, zuerst die wichtigsten und meistbetroffenen Strecken zu sichern.

Ein einziger verhinderter Großausfall kann die Kosten schon rechtfertigen.

Der Schutz muss dort am dichtesten sein, wo ein Diebstahl am meisten anrichtet.

Ein Netz, das Diebe abschreckt

Kein Schutz hält jeden Dieb ganz ab, das ist die ehrliche Wahrheit.

Aber je schwerer der Zugriff und je geringer der Erlös, desto weniger Versuche gibt es.

Aus vielen kleinen Maßnahmen wird so ein Netz, das sich für Täter nicht mehr lohnt.

Für die Reisenden bedeutet das schlicht weniger Ausfälle.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Die Bahn als Teil des Alltags

Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.

Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.

Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.

Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.

So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.

Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Pro und Contra

Dafür

+  Ein gestohlenes Kabel kann eine ganze Strecke stundenlang lahmlegen.

+  Der Ausfall von 2022 zeigt, wie groß der Schaden schon durch versuchten Diebstahl ist.

+  Geschützte Kanäle und Sensoren erschweren den Zugriff spürbar.

+  Aluminium und Markierungen senken den Wert der Beute.

+  Strengere Regeln für den Schrotthandel trocknen den Absatz aus.

+  Jeder verhinderte Diebstahl spart Verspätungen und Reparaturkosten.

Dagegen

−  Das Bahnnetz ist zu lang, um jeden Meter zu sichern.

−  Umfassender Schutz kostet Geld, das anderswo fehlt.

−  Ganz verhindern lässt sich Diebstahl nie.

−  Manche Maßnahmen wie Aluminiumkabel sind technisch nicht überall möglich.

−  Strengere Handelsregeln treffen auch ehrliche Schrotthändler.

−  Der Nutzen zeigt sich erst, wenn ein Diebstahl ausbleibt, und ist schwer zu messen.

Unterm Strich

Metalldiebstahl ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Gefahr für den ganzen Betrieb.

Ein Bündel aus Bauweise, Technik und Handelsregeln wirkt besser als jede Einzelmaßnahme.

Der Schutz muss dort beginnen, wo ein Diebstahl am meisten Schaden anrichtet.

Wer die Anlagen sichert, sichert am Ende den Fahrplan.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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