Sollten Lokführer im Führerstand technisch gegen Übermüdung überwacht werden?

Standpunkt

„Bitte beachten Sie: Vorn sitzt ein Mensch, der auch nach Stunden hellwach bleiben muss.“

Sollten Lokführer im Führerstand technisch gegen Übermüdung überwacht werden?

→ Ein Standpunkt zu Sicherheit und Überwachung im Führerstand.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja, aber mit klaren Grenzen. Gegen plötzliche Handlungsunfähigkeit gibt es längst die Sifa, für eine Müdigkeitserkennung braucht es Datenschutz und Mitbestimmung.

Ein einzelner Mensch steuert oft einen Zug mit vielen Hundert Reisenden.

Bleibt er wach und aufmerksam, hängt daran die Sicherheit aller.

Deshalb wird gefragt, ob Technik die Lokführer gegen Übermüdung überwachen sollte.

Ruhr Sieg Bahn in Meggen
Foto: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Verantwortung im Führerstand

Der Triebfahrzeugführer trägt eine sehr große Verantwortung.

Er muss Signale beachten, Tempo halten und schnell reagieren.

Lange, eintönige Fahrten können ermüdend wirken.

Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit kann gefährlich werden.

Technische Hilfen sollen genau hier absichern.

Main Spessart Bahn 5086
Foto: Sülzauge, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die Sicherheitsfahrschaltung

Auf Triebfahrzeugen ist die Sicherheitsfahrschaltung, kurz Sifa, eingebaut.

Sie bringt den Zug per Zwangsbremsung zum Stehen, wenn der Führer handlungsunfähig wird.

Der Fahrer muss dazu regelmäßig ein Pedal oder einen Taster bedienen.

Bleibt die Bedienung aus, greift die Bremse automatisch ein.

So ist die einmännige Führung eines Zuges überhaupt erst verantwortbar.

Was die Sifa nicht kann

Die Sifa ergänzt Systeme wie die punktförmige Zugbeeinflussung und ETCS.

Sie erkennt aber erst, wenn jemand gar nicht mehr reagiert.

Schleichende Müdigkeit bemerkt sie nicht von selbst.

Ein übermüdeter Fahrer kann das Pedal weiter mechanisch bedienen.

Genau diese Lücke sollen neue Systeme schließen.

Wie neue Technik arbeitet

Kameras können Lidschlag und Blickrichtung des Fahrers beobachten.

Aus dem Fahrverhalten lassen sich Anzeichen von Müdigkeit ableiten.

Bei Warnzeichen gibt das System ein Signal oder eine Pause vor.

So soll gegengesteuert werden, bevor etwas passiert.

Aus der Autowelt sind ähnliche Warner längst bekannt.

Der mögliche Nutzen

Frühe Warnungen können gefährliche Sekundenschläfe verhindern.

Der Fahrer wird auf seinen Zustand aufmerksam gemacht.

Das schützt Reisende, Personal und die Strecke.

Zusammen mit der Sifa entstünde ein doppeltes Netz.

Für die Sicherheit wäre das ein Gewinn.

Die Kehrseite der Überwachung

Eine Kamera im Führerstand beobachtet ununterbrochen einen Menschen.

Das berührt den Datenschutz und das Gefühl, ständig kontrolliert zu werden.

Die Aufnahmen dürfen nicht zur allgemeinen Leistungskontrolle werden.

Wer Daten wie lange speichert, muss klar geregelt sein.

Ohne Vertrauen der Beschäftigten scheitert jede Technik.

Gute Dienstpläne zuerst

Technik allein löst das Grundproblem nicht.

Wichtiger sind ausreichende Ruhezeiten und faire Schichten.

Ausgeruhte Fahrer sind die beste Vorsorge gegen Müdigkeit.

Pausen und Personal dürfen nicht am Sparzwang scheitern.

Ein Warner ersetzt keinen vernünftigen Dienstplan.

Absicherung mit Augenmaß

Gegen plötzliches Versagen wirkt die bewährte Sifa.

Eine Müdigkeitserkennung kann sinnvoll ergänzen.

Sie braucht aber strengen Datenschutz und die Zustimmung der Vertretungen.

Erste Priorität bleiben Ruhezeiten und genug Personal.

So verbindet man Sicherheit mit dem Schutz der Beschäftigten.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Warum Verlässlichkeit so wichtig ist

Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.

Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.

Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.

Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.

Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.

Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.

Pro und Contra

Dafür

+  Früherkennung kann gefährliche Sekundenschläfe verhindern.

+  Der Fahrer wird auf seinen Zustand aufmerksam gemacht.

+  Zusammen mit der Sifa entsteht ein doppeltes Sicherheitsnetz.

+  Aus der Autowelt sind solche Warner erprobt.

+  Reisende, Personal und Strecke werden besser geschützt.

+  Die Lücke der reinen Handlungskontrolle wird geschlossen.

Dagegen

−  Eine Kamera überwacht den Fahrer ununterbrochen.

−  Der Datenschutz und das Vertrauen der Beschäftigten sind berührt.

−  Aufnahmen dürften zur Leistungskontrolle missbraucht werden.

−  Technik löst das Grundproblem der Ruhezeiten nicht.

−  Fehlalarme könnten von der Fahrt ablenken.

−  Ohne Zustimmung der Vertretungen droht Widerstand.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Unterm Strich

Gegen plötzliches Versagen wirkt die bewährte Sifa.

Eine Müdigkeitserkennung kann sie sinnvoll ergänzen.

Nötig sind strenger Datenschutz und die Mitbestimmung der Beschäftigten.

Vor aller Technik stehen faire Dienstpläne und genug Personal.

Weiterfahrt

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →