Standpunkt
„Nächster Halt: das 21. Jahrhundert – bitte achten Sie auf die noch fehlende Oberleitung.“
Sollte die Strecke München–Mühldorf–Freilassing durchgehend zweigleisig ausgebaut und elektrifiziert werden?
→ Ein Standpunkt zum Ausbau der Bahnstrecke München–Mühldorf–Freilassing.
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Worum es geht
Ja. Die Strecke ist Teil einer europäischen Magistrale und trägt viel Güterverkehr aus dem Chemiedreieck – durchgehend zweigleisig und elektrifiziert würde sie schneller, leiser und zuverlässiger.
Zwischen München, Mühldorf und Freilassing fahren Diesel-Züge über eine Strecke, die abschnittsweise nur ein Gleis hat.
Dabei gehört sie zur Magistrale für Europa und trägt schweren Güterverkehr aus dem bayerischen Chemiedreieck.
Die Frage ist, ob der Bund sie endlich durchgehend zweigleisig ausbaut und elektrifiziert.

Worum es bei der Strecke geht
Die Bahnstrecke Mühldorf–Freilassing ist rund 65 Kilometer lang und bis heute nicht elektrifiziert.
Zwischen Mühldorf und Tüßling verläuft sie zweigleisig, im übrigen Verlauf aber nur eingleisig.
Sie ist Bestandteil der Magistrale für Europa, die als transeuropäisches Verkehrsprojekt geführt wird.
Ausgebaut wird sie im Rahmen des Projekts mit der Bezeichnung ABS 38.

Viel Verkehr, alte Technik
Durch den Güterverkehr des bayerischen Chemiedreiecks hat die Strecke ein bedeutendes Verkehrsaufkommen.
Besonders zwischen Mühldorf und Garching an der Alz gilt die Belastung als hoch.
Auf dem Abschnitt Mühldorf–Tüßling verkehren zudem zahlreiche Züge der Strecke nach Burghausen.
Dieser dichte Verkehr trifft auf eingleisige Abschnitte und reinen Dieselbetrieb.
Teil einer europäischen Achse
Die Magistrale für Europa verbindet als langer Korridor West- und Südosteuropa.
Lücken in einem solchen Korridor bremsen den grenzüberschreitenden Verkehr auf der ganzen Länge.
Ein durchgehend leistungsfähiger Abschnitt in Südostbayern schließt eine dieser Lücken.
Davon profitieren Güterzüge ebenso wie der Reiseverkehr zwischen München und Salzburg.
Eine zweite Achse nach Salzburg
Der klassische Weg von München nach Salzburg führt über Rosenheim.
Schon im Bundesverkehrswegeplan von 1980 wurde über einen Ausbau der Verbindungen in diesem Raum nachgedacht.
Die Strecke über Mühldorf kann als zusätzliche Achse den stark genutzten Weg über Rosenheim entlasten.
Zwei leistungsfähige Wege machen das Netz robuster gegen Störungen und Bauarbeiten.
Warum Oberleitung sinnvoll ist
Ohne Oberleitung fahren hier weiter Dieselloks, die Abgase ausstoßen und vergleichsweise teuer im Betrieb sind.
Eine Elektrifizierung ermöglicht leisere, sauberere und oft stärkere Fahrzeuge.
Gerade auf einer Güterstrecke mit schweren Zügen zahlt sich elektrische Traktion aus.
Zudem passt eine durchgehende Oberleitung zum Ziel, den Dieselbetrieb im Netz Schritt für Schritt zu beenden.
Kosten und Reihenfolge
Ein durchgehender zweigleisiger Ausbau samt Elektrifizierung ist teuer und dauert Jahre.
Jeder Euro, der hier gebunden wird, fehlt zunächst an anderer Stelle im Netz.
Deshalb muss der Ausbau gegen andere dringende Vorhaben abgewogen werden.
Für diese Strecke sprechen allerdings die europäische Bedeutung und das hohe Güteraufkommen.
Anwohner und Umwelt
Mehr und schnellere Züge bedeuten für Anliegergemeinden zunächst mehr Bahnbetrieb vor der Haustür.
Lärmschutz und ein sorgfältiges Planungsverfahren sind deshalb Teil eines solchen Ausbaus.
Dem stehen die Vorteile einer saubereren, elektrischen Bahn gegenüber.
Verlagert der Ausbau Verkehr von der Straße auf die Schiene, gewinnt die Umwelt insgesamt.
Einordnung des Ausbaus
Die Strecke vereint drei Argumente, die selten so klar zusammenfallen.
Sie trägt viel Güterverkehr, sie gehört zu einer europäischen Magistrale und sie entlastet eine stark genutzte Nachbarachse.
Ein halber Ausbau mit eingleisigen Resten würde das Grundproblem der Engpässe nicht lösen.
Deshalb ist der durchgehende, elektrifizierte Ausbau die konsequente Antwort.
Warum Verlässlichkeit so wichtig ist
Nichts schätzen Fahrgäste an der Bahn so sehr wie Verlässlichkeit.
Wer sich auf seinen Zug verlassen kann, plant seinen Tag mit ruhigem Gewissen.
Schon eine einzige Verspätung kann eine ganze Reisekette stören.
Deshalb arbeitet die Bahn mit großem Aufwand an einem stabilen Betrieb.
Pünktlichkeit entsteht aus dem Zusammenspiel vieler einzelner Schritte.
Am Ende ist Verlässlichkeit das wertvollste Versprechen der Bahn.
Die Bahn als Teil des Alltags
Für Millionen Menschen gehört die Bahn ganz selbstverständlich zum Tag dazu.
Sie bringt Pendler zur Arbeit, Schüler zur Schule und Familien zu Ausflügen.
Am Bahnsteig treffen sich für einen Moment die unterschiedlichsten Lebenswege.
Der eine liest, die andere telefoniert, ein Dritter döst vor sich hin.
So ist der Zug nicht nur ein Fahrzeug, sondern ein Stück gelebter Alltag.
Und genau das macht die Bahn zu einem so besonderen öffentlichen Ort.
Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet
Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.
Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.
Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.
Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.
Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.
So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.
Pro und Contra
Dafür
+ Die Strecke gehört zur Magistrale für Europa, deren Lücken den gesamten Korridor bremsen.
+ Der schwere Güterverkehr aus dem bayerischen Chemiedreieck braucht eine leistungsfähige, elektrische Achse.
+ Eine zweite Verbindung nach Salzburg entlastet den stark genutzten Weg über Rosenheim.
+ Durchgehende Oberleitung macht die Züge leiser, sauberer und im Betrieb günstiger.
+ Zwei Gleise erlauben dichteren Verkehr und machen die Strecke robuster gegen Störungen.
+ Der Ausbau verlagert Verkehr von der Straße auf die Schiene und dient so dem Klimaschutz.
Dagegen
− Ein durchgehender zweigleisiger Ausbau samt Elektrifizierung kostet viel Geld und dauert viele Jahre.
− Die gebundenen Mittel fehlen zunächst für andere dringende Vorhaben im Netz.
− Anliegergemeinden müssen mit mehr Bahnbetrieb und entsprechendem Lärm rechnen.
− Lange Planungs- und Bauzeiten bergen das Risiko steigender Kosten.
− Ein Teil des Güterverkehrs könnte auch über bestehende Umwege abgewickelt werden.
− Ob der Reiseverkehr die neue Achse wirklich annimmt, hängt von Fahrplan und Nachfrage ab.
Unterm Strich
Bei dieser Strecke fallen europäische Bedeutung, hoher Güterverkehr und die Entlastung einer Nachbarachse zusammen.
Ein durchgehender, elektrifizierter Ausbau beantwortet alle drei Punkte auf einmal.
Die hohen Kosten sind real, aber ein halber Ausbau würde die Engpässe nur verschieben.
Unterm Strich spricht mehr für den vollen Ausbau als dagegen.
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