Standpunkt
„Dieser Zug am Hochrhein läuft noch mit Diesel, obwohl auf der anderen Seite der Grenze längst der Fahrdraht gespannt ist.“
Sollte die Hochrheinbahn zwischen Basel und Erzingen elektrifiziert werden?
→ Ein Standpunkt zu einer grenznahen Strecke zwischen Deutschland und der Schweiz.
Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt
Worum es geht
Ja. Eine durchgehend elektrische Hochrheinbahn verbindet Basel ohne Lokwechsel mit der Schweiz, fährt sauberer und ist längst überfällig.
Entlang des Hochrheins fährt die Bahn durch eine Landschaft zwischen Deutschland und der Schweiz.
Ein großer Teil der Strecke läuft bis heute mit Dieselzügen, ohne Oberleitung.
Ob der Abschnitt zwischen Basel und Erzingen elektrifiziert werden soll, ist eine klare Standpunktfrage.

Eine Bahn am Hochrhein
Die Hochrheinbahn führt von Basel über Waldshut, Schaffhausen und Singen nach Konstanz.
Erbaut wurde sie von den badischen Staatsbahnen als Teil der Badischen Hauptbahn.
Diese folgt dem Rhein aufwärts von Mannheim bis zum Bodensee.
Die Strecke ist damit ein altes und wichtiges Stück Eisenbahngeschichte am Oberrhein.

Der letzte Dieselabschnitt
Elektrifiziert ist die Strecke bislang nur zwischen Erzingen und Konstanz.
Zwischen Basel und Erzingen fahren weiterhin Dieselzüge.
Damit gehört dieser Abschnitt zu den wenigen nicht elektrifizierten Hauptstrecken der Region.
Eine Elektrifizierung der Reststrecke wird seit längerem von verschiedenen Seiten gefordert.
Warum Diesel heute ein Nachteil ist
Dieselzüge sind im Betrieb oft teurer, lauter und stoßen Abgase aus.
Moderne Fern- und Güterzüge sind auf eine durchgehende Oberleitung angewiesen.
An der Grenze zwischen Diesel und Fahrdraht muss heute das Fahrzeug gewechselt werden.
Jeder solche Wechsel kostet Zeit und erschwert durchgehende Verbindungen.
Was die Elektrifizierung bringt
Mit durchgehendem Fahrdraht könnten elektrische Züge von Basel ohne Wechsel weiterfahren.
Die Verbindungen in die Schweiz würden schneller und umweltfreundlicher.
Die Strecke ließe sich besser in das deutsche und das schweizerische Netz einbinden.
Auch der Güterverkehr könnte durchgehend elektrisch rollen.
Ein Projekt über die Grenze
Ein Teil der Strecke verläuft über Schweizer Gebiet, deshalb müssen beide Länder zusammenarbeiten.
Schon im Mai 2011 wurde in Schaffhausen eine Planungsvereinbarung für die Elektrifizierung unterzeichnet.
Beteiligt waren Baden-Württemberg und der Kanton Schaffhausen.
Grenzüberschreitende Projekte brauchen solche Vereinbarungen, bevor gebaut werden kann.
Dass es geht, ist bewiesen
Von 2012 bis 2013 wurde der Abschnitt zwischen Erzingen und Schaffhausen ausgebaut.
Auf 18 Kilometern wurde die Strecke zweigleisig gemacht und zugleich elektrifiziert.
Dafür wurden rund 900 Oberleitungsmasten aufgestellt und knapp 50 Kilometer Fahrdraht gespannt.
Den Doppelspurausbau finanzierte die Deutsche Bahn, die Elektrifizierung trugen der Kanton Schaffhausen und die Schweiz.
Zeitplan und offene Punkte
Die Elektrifizierung der Reststrecke soll nach den Planungen bis Ende 2027 abgeschlossen sein.
Die Finanzierung über die Grenze hinweg ist aufwendig und abstimmungsintensiv.
Einzelne Abschnitte wie der zwischen Waldshut und Erzingen sind zudem noch eingleisig.
Solche Engpässe müssen bei einem Ausbau mitgedacht werden.
Mehr als eine Regionalstrecke
Die Hochrheinbahn verbindet zwei Länder und mehrere Zentren am Fluss.
Eine durchgehend elektrische Strecke macht Durchbindungen und modernen Güterverkehr erst möglich.
Der Nutzen reicht damit über die Region hinaus.
Eine Lücke im Fahrdraht passt nicht zu einer vernetzten, klimafreundlichen Schiene.
Warum sich der Blick aufs Detail lohnt
Der Bahnbetrieb steckt voller kleiner Dinge, die kaum jemand bewusst wahrnimmt.
Und doch hängt der reibungslose Ablauf oft genau an diesen Kleinigkeiten.
Ein einziges Bauteil kann darüber entscheiden, ob ein Zug rollt oder steht.
Wer genauer hinschaut, entdeckt hinter dem Alltag eine erstaunlich feine Technik.
Dieses Zusammenspiel unzähliger Teile ist die eigentliche Leistung der Bahn.
Es lohnt sich, dem scheinbar Selbstverständlichen einmal Beachtung zu schenken.
Zwischen Technik und Menschen
Die Bahn ist ein Zusammenspiel aus ausgefeilter Technik und vielen Händen.
Hinter jedem pünktlichen Zug stehen Lokführer, Fahrdienstleiter und Werkstätten.
Sie sorgen dafür, dass Signale stehen, Weichen greifen und Türen schließen.
Die beste Technik nützt wenig ohne die Menschen, die sie bedienen und warten.
Umgekehrt entlastet moderne Technik die Beschäftigten bei ihrer schweren Arbeit.
Erst beide zusammen bringen den Verkehr Tag für Tag sicher ans Ziel.
Die Bahn und der Klimaschutz
Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.
Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.
Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.
Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.
Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.
Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.
Pro und Contra
Dafür
+ Elektrische Züge fahren sauberer, leiser und meist günstiger als Dieselzüge.
+ Durchgehende Fahrten von Basel in die Schweiz ohne Lokwechsel werden möglich.
+ Der Abschnitt Erzingen–Schaffhausen zeigt, dass die Elektrifizierung technisch machbar ist.
+ Moderne Fern- und Güterzüge brauchen eine durchgehende Oberleitung.
+ Die Strecke wird besser in das deutsche und das schweizerische Netz eingebunden.
+ Deutschland und die Schweiz haben schon 2011 eine Planungsvereinbarung getroffen.
Dagegen
− Die Elektrifizierung ist teuer und über die Grenze hinweg aufwendig zu finanzieren.
− Einzelne Abschnitte wie Waldshut–Erzingen sind noch eingleisig.
− Die Planung zieht sich seit vielen Jahren hin.
− Übergangsweise ließe sich Diesel auch durch alternative Antriebe ersetzen.
− Die Mittel könnten an stärker befahrenen Strecken mehr bewirken.
− Grenzüberschreitende Projekte sind anfällig für Verzögerungen.
Warum die Bahn für das ganze Land zählt
Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.
Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.
Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.
Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.
Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.
So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.
Unterm Strich
Die Hochrheinbahn ist zwischen Basel und Erzingen bis heute nicht elektrifiziert.
Das bremst durchgehende Verbindungen und passt nicht zu einer modernen Schiene.
Die Finanzierung über die Grenze ist anspruchsvoll, aber seit Jahren vereinbart.
Weil Nutzen und Umweltvorteile klar überwiegen, ist die Elektrifizierung richtig.
Weiterfahrt
