Sollte die Bahnhofsbeleuchtung nachts zum Stromsparen gedimmt werden?

Standpunkt

„Sehr geehrte Fahrgäste, in den Nachtstunden ist die Beleuchtung reduziert. Die Bahnsteige bleiben ausreichend ausgeleuchtet. Achten Sie bitte auf Ihre Wege.“

Sollte die Bahnhofsbeleuchtung nachts zum Stromsparen gedimmt werden?

→ Ein Standpunkt zum nächtlichen Licht am Bahnhof und zur Frage, ob weniger davon vertretbar ist.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja, aber mit Sicherheit zuerst. Weniger Licht spart Strom und schont den Nachthimmel; dunkel werden darf der Bahnhof aber nicht, deshalb ist ein bedarfsgesteuertes Dimmen besser als pauschales Abschalten.

Nachts sind viele Bahnhöfe hell erleuchtet, auch wenn kaum jemand da ist.

Das kostet Strom und erhellt den Himmel weit über den Bahnsteig hinaus.

Zugleich gibt Licht den wenigen Reisenden ein Gefühl von Sicherheit.

Zwischen Sparsamkeit und Schutz liegt hier ein echter Zielkonflikt.

Mancher fordert, nachts einfach zu dimmen, andere warnen vor dunklen Ecken.

Die Frage ist, ob die Bahnhofsbeleuchtung nachts heruntergefahren werden sollte.

Bahnhof Berlin Alexanderplatz bei Nacht ()
Foto: IngolfBLN, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Was Licht in der Nacht kostet

Große Bahnhöfe und viele kleine Stationen leuchten die ganze Nacht.

Das summiert sich über das Jahr zu einer beachtlichen Menge Strom.

In Zeiten hoher Energiepreise ist jede eingesparte Kilowattstunde spürbar.

Weniger Dauerlicht bedeutet unmittelbar geringere Kosten.

Bahnhof Berlin Alexanderplatz bei Nacht ()
Foto: IngolfBLN, CC BY-SA 2.0, via Wikimedia Commons

Der Blick zum Nachthimmel

Lichtverschmutzung bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Quellen.

Über Städten entstehen so Lichtglocken, die die Sterne verblassen lassen.

Das künstliche Licht kann auch nachtaktive Tiere und Insekten stören.

Weniger unnötiges Leuchten am Bahnhof wäre ein kleiner Beitrag dagegen.

Sicherheit im Dunkeln

Ein gut beleuchteter Bahnhof wirkt sicherer als einer mit dunklen Ecken.

Gerade spät in der Nacht reisen oft Menschen, die sich ungeschützt fühlen.

Licht hilft, den Weg zu finden und Hindernisse rechtzeitig zu erkennen.

Sicherheit und das Gefühl von Sicherheit dürfen beim Sparen nicht verloren gehen.

Kameras brauchen Licht

Viele Bahnhöfe werden nachts von Kameras überwacht.

Ohne ausreichend Licht liefern die Aufnahmen nur unscharfe Bilder.

Zu starkes Dimmen könnte die Überwachung wertlos machen.

Technik und Beleuchtung müssen deshalb zusammengedacht werden.

Dimmen statt abschalten

Zwischen voller Helligkeit und völliger Dunkelheit liegt ein weiter Bereich.

Leuchten lassen sich in schwach genutzten Stunden herunterregeln, ohne ganz auszugehen.

Ein gedämpftes Grundlicht hält den Bahnhof sicher und spart trotzdem.

So wird aus dem harten Entweder-oder ein vernünftiges Maß.

Licht nach Bedarf

Moderne Technik kann das Licht steigern, wenn ein Zug naht oder sich jemand nähert.

In leeren Phasen bleibt es gedämpft, bei Betrieb wird es hell.

So brennt das volle Licht nur dann, wenn es wirklich gebraucht wird.

Bedarfsgesteuerte Beleuchtung verbindet Sparen und Sicherheit am besten.

Nicht jeder Bereich ist gleich

Ein genutzter Bahnsteig braucht mehr Licht als eine gesperrte Halle.

Nebenwege, Lager und geschlossene Zonen lassen sich stärker herunterfahren.

Eine kluge Planung unterscheidet nach Nutzung statt pauschal zu dimmen.

So trifft die Einsparung dort, wo sie niemandem schadet.

Gut erklärt ist halb gewonnen

Wer nachts auf einen gedämpften Bahnhof trifft, sollte wissen, dass das Absicht ist.

Ein Hinweis, dass die Bahnsteige weiter ausreichend ausgeleuchtet sind, schafft Vertrauen.

Ohne Erklärung wirkt gedämpftes Licht schnell wie ein Defekt oder Verwahrlosung.

Transparenz macht aus einer Sparmaßnahme eine nachvollziehbare Entscheidung.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Der Zug als umweltfreundliche Wahl

Wer mit dem Zug fährt, entscheidet sich fast immer für die grünere Variante.

Die Schiene führt viele Menschen gleichzeitig mit wenig Energie ans Ziel.

Sie braucht weniger Fläche als eine Autobahn und zerschneidet die Landschaft weniger.

Auch in der Stadt hält die Bahn die Luft sauberer und die Straßen freier.

Jeder Umstieg vom Auto in den Zug ist ein Gewinn für die Umwelt.

So verbindet die Bahn das Reisen mit einem guten Gewissen.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Pro und Contra

Dafür

+  Weniger Dauerlicht in der Nacht spart spürbar Strom und senkt die Kosten.

+  Gedämpftes Licht verringert die Aufhellung des Nachthimmels und schont nachtaktive Tiere.

+  In leeren Stunden wird das volle Licht ohnehin von kaum jemandem gebraucht.

+  Bedarfsgesteuerte Beleuchtung schaltet nur dann hell, wenn wirklich Betrieb ist.

+  Gesperrte Bereiche lassen sich stärker herunterfahren, ohne jemandem zu schaden.

+  Moderne Technik macht ein kluges Dimmen heute problemlos möglich.

Dagegen

−  Ein dunkler Bahnhof wirkt unsicher und schreckt gerade nachts Reisende ab.

−  Spät in der Nacht sind oft Menschen unterwegs, die auf gutes Licht angewiesen sind.

−  Überwachungskameras liefern ohne ausreichende Beleuchtung nur unscharfe Bilder.

−  Zu starkes Dimmen kann Stolperstellen und Gefahren verdecken.

−  Gedämpftes Licht ohne Erklärung wirkt leicht wie Defekt oder Verwahrlosung.

−  Die Einsparung darf nicht auf Kosten des Sicherheitsgefühls gehen.

Unterm Strich

Nachts sparsamer mit Licht umzugehen, ist sinnvoll und schont zugleich den Nachthimmel.

Völlige Dunkelheit aber gefährdet Sicherheit und Überwachung und ist der falsche Weg.

Bedarfsgesteuertes Dimmen mit gedämpftem Grundlicht verbindet Sparen und Schutz am besten.

Ob der gedämpfte Bahnhof sich sicher anfühlt, entscheiden Sie beim nächsten späten Umstieg selbst.

Weiterfahrt

→ Zurück zum Finder

Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

Zeige alle Beiträge von BahnSlam →