Sollte der Zimmerberg-Basistunnel II bei Zürich gebaut werden?

Standpunkt

„Dieser Zug Richtung Gotthard nimmt im Süden von Zürich noch den alten Weg, weil die zweite Tunneletappe seit Jahren auf sich warten lässt.“

Sollte der Zimmerberg-Basistunnel II bei Zürich gebaut werden?

→ Ein Standpunkt zu einem lange aufgeschobenen Schweizer Bahnprojekt.

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Worum es geht

Ja, aber. Der zweite Tunnel würde den Knoten Zürich und die Gotthardachse spürbar stärken, doch er wurde schon mehrfach verschoben und muss sauber finanziert sein.

Im Süden von Zürich gibt es einen Tunnel, der nur zur Hälfte gebaut ist.

Die zweite Etappe des Zimmerberg-Basistunnels wird seit Jahren diskutiert und immer wieder verschoben.

Ob die Schweiz sie nun bauen soll, ist eine Frage von Nutzen, Dringlichkeit und Geld.

Bahnhof Thalwil
Foto: Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Was der Zimmerberg-Basistunnel ist

Der Zimmerberg-Basistunnel ist ein Eisenbahntunnel im Süden der Stadt Zürich.

Im Endausbau soll er die beiden Höhenzüge Zimmerberg und Albis durchstechen.

Insgesamt ist das Bauwerk auf eine Länge von rund 20 Kilometern ausgelegt.

Es soll die wichtige Verbindung von Zürich Richtung Süden entlasten.

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Foto: Bobo11, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Die erste Etappe ist längst fertig

Die erste Etappe wurde im Rahmen des Programms Bahn 2000 verwirklicht.

Zwischen 1997 und April 2003 entstand ein 9,4 Kilometer langer Tunnel zwischen Zürich und Thalwil.

Er verläuft parallel zur alten linksufrigen Zürichseebahn.

Dieser erste Teil ist seit über zwanzig Jahren in Betrieb.

Was die zweite Etappe vorsieht

Die zweite Etappe ist der noch fehlende südliche Teil des Tunnels.

Er soll von Thalwil bis nach Litti nördlich von Baar an der Strecke Richtung Zug führen.

Damit schließt sich die Lücke zwischen dem bestehenden Tunnel und dem weiteren Netz.

Erst mit dieser Etappe entfaltet das Bauwerk seinen vollen Nutzen.

Nutzen für den Knoten Zürich

Die zweite Etappe ist Teil des Ausbaus der Gotthardachse.

Im Norden soll sie für eine bessere Anbindung des Knotens Zürich sorgen.

Schnellere und direktere Fahrten Richtung Zug und Gotthard werden möglich.

Davon profitieren Fernverkehr, Regionalverkehr und Güterzüge gleichermaßen.

Eine lange Geschichte des Verschiebens

Ursprünglich sollte die Etappe im Zuge der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale gebaut werden.

Aus finanziellen Erwägungen wurde sie jedoch 2008 auf später verschoben.

Das Parlament hat 2019 die Aufnahme in den Ausbauschritt 2030/35 beschlossen.

Das Projekt steht damit wieder auf der Liste, bleibt aber zeitlich offen.

Warum der Tunnel hilft

Ein zusätzlicher Tunnel entlastet die bestehende, viel befahrene Strecke.

Er schafft neue Kapazität für Fern-, Regional- und Güterverkehr zugleich.

Getrennte Wege für schnelle und langsame Züge machen den Fahrplan stabiler.

Gerade der stark genutzte Raum südlich von Zürich braucht solche Reserven.

Kosten und Prioritäten

Ein Basistunnel ist ein teures Vorhaben, das Mittel über viele Jahre bindet.

Nicht ohne Grund wurde das Projekt mehrfach zurückgestellt.

Kritiker fragen, ob andere Engpässe im Netz dringender sind.

Die Antwort hängt davon ab, wie schnell der Knoten Zürich an seine Grenzen stößt.

Ein Baustein der Gotthardachse

Mit dem Gotthard- und dem Ceneri-Basistunnel hat die Schweiz die Alpen bereits flach untertunnelt.

Ein leistungsfähiger Nordzulauf ist der logische nächste Schritt.

Ohne starke Zuläufe bleibt die teure Alpenachse unter ihren Möglichkeiten.

Der Zimmerberg-Basistunnel II ist genau ein solcher Zulauf.

Ein Blick in die Zukunft

Die Bahn von morgen soll noch pünktlicher, digitaler und bequemer werden.

Neue Stellwerke steuern den Verkehr aus der Ferne und in Echtzeit.

Moderne Züge fahren leiser, sparsamer und mit mehr Platz für Rad und Gepäck.

Das Netz wird an vielen Stellen ausgebaut, damit mehr Züge fahren können.

Auch die Bahnhöfe werden Schritt für Schritt barrierefrei und freundlicher.

So entsteht nach und nach die Bahn, die sich viele Fahrgäste wünschen.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Pro und Contra

Dafür

+  Die zweite Etappe stärkt den Knoten Zürich und den Nordzulauf zur Gotthardachse.

+  Sie schafft Kapazität für Fern-, Regional- und Güterverkehr zugleich.

+  Getrennte Wege für schnelle und langsame Züge machen die Fahrpläne stabiler.

+  Der erste Tunnelteil ist seit 2003 in Betrieb und wartet auf seine Fortsetzung.

+  Der Raum südlich von Zürich ist stark befahren und braucht Reserven.

+  Die teure Alpenachse entfaltet erst mit guten Zuläufen ihren vollen Nutzen.

Dagegen

−  Ein Basistunnel ist teuer und bindet Mittel über viele Jahre.

−  Das Projekt wurde schon 2008 aus Geldgründen verschoben.

−  Andere Engpässe im Netz könnten dringender sein.

−  Der Zeitplan im Ausbauschritt 2030/35 ist noch offen.

−  Große Tunnelvorhaben tragen das Risiko steigender Kosten.

−  Der Nutzen hängt davon ab, wie rasch der Knoten Zürich überlastet ist.

Was ein Bahnhof für eine Stadt bedeutet

Ein Bahnhof ist für viele Städte weit mehr als nur ein Verkehrsbauwerk.

Er ist oft das Erste, was Reisende von einem Ort zu sehen bekommen.

Rund um den Bahnhof entstehen Geschäfte, Cafés und ein reges Treiben.

Er verbindet die Stadt mit der weiten Welt und die Welt mit der Stadt.

Ein gepflegter Bahnhof ist deshalb auch eine Visitenkarte des Ortes.

So prägt er das Bild einer Stadt weit über die Gleise hinaus.

Unterm Strich

Der Zimmerberg-Basistunnel ist erst zur Hälfte gebaut.

Die zweite Etappe würde den Knoten Zürich und die Gotthardachse klar stärken.

Zugleich wurde sie aus guten Gründen schon mehrfach zurückgestellt.

Richtig ist der Bau, sobald er sauber finanziert und eingeplant ist, deshalb ein Ja mit Vorbehalt.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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