Sollte der Bund mehr Geld in die Schiene als in die Fernstraßen stecken?

Standpunkt

„Nächster Halt Verkehrswende – beim Haushalt bitte alle umsteigen.“

Sollte der Bund mehr Geld in die Schiene als in die Fernstraßen stecken?

→ Ein Standpunkt zur Verteilung der Verkehrsmilliarden.

Lesezeit: 8 Minuten · Schalter: Standpunkt

Worum es geht

Ja, mit Verstand. Der Erhalt von Straße und Schiene gehört gleichermaßen gesichert, doch beim Neu- und Ausbau verdient die klimafreundliche Schiene den Vorrang – mit verlässlichem Geld über viele Jahre.

Der Bund gibt jedes Jahr viele Milliarden Euro für Verkehrswege aus, verteilt auf Straße, Schiene und Wasserwege.

Die Frage ist, ob die Schiene künftig den größeren Anteil bekommen sollte als die Fernstraßen.

Heute ist die Straße in der Bundesplanung der größte Einzelposten.

Befürworter einer Verschiebung wollen mehr Verkehr auf die klimafreundliche Schiene holen.

Gegner warnen davor, bestehende Straßen und Brücken verfallen zu lassen.

Gleisbau bei Mooshausen
Foto: Wald-Burger8, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Worum es geht

Der Bund finanziert Fernstraßen, das Schienennetz und die Wasserstraßen aus seinem Verkehrshaushalt.

Die Frage ist, ob die Schiene künftig den größeren Anteil erhalten sollte.

Heute ist die Straße in der langfristigen Bundesplanung der größte Einzelposten.

Befürworter wollen mehr Verkehr auf die klimafreundliche Schiene verlagern.

Gegner warnen davor, bestehende Straßen und Brücken verfallen zu lassen.

Gleisbau 2
Foto: Wald-Burger8, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Wie das Geld heute verteilt wird

Das zentrale Planungswerkzeug des Bundes ist der Bundesverkehrswegeplan, zuletzt in der Fassung für das Jahr 2030.

Er listet die geplanten Projekte für Straße, Schiene und Wasserstraße und bewertet ihren Nutzen.

Für den Erhalt des Schienennetzes gibt es zusätzlich eine eigene Finanzierungsvereinbarung zwischen Bund und Bahn.

Über diese Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung zahlt der Bund regelmäßig für Instandhaltung und Ersatz.

Trotzdem floss über viele Jahre der größere Teil der Neubaumittel in die Straße.

Das Argument für die Schiene

Ein voll besetzter Zug ersetzt viele Autos und verursacht je Reisendem deutlich weniger Treibhausgas.

Mehr Geld für die Schiene kann Engpässe beseitigen, auf denen sich Güter- und Personenzüge gegenseitig behindern.

Jeder zusätzliche Kilometer Gleis und jede neue Weiche erhöht die Kapazität des Netzes.

Ein starkes Schienennetz macht Deutschland zugleich unabhängiger vom Öl.

Wer das Klimaziel im Verkehr ernst nimmt, kommt an der Schiene nicht vorbei.

Warum die Straße nicht leer ausgehen darf

Viele Brücken und Fahrbahnen sind in die Jahre gekommen und müssen dringend saniert werden.

Eine gesperrte marode Brücke schadet auch der Wirtschaft, die auf Lieferungen angewiesen ist.

Auf dem Land ersetzt kein Zug den Bus und kein Bus das eigene Auto.

Vernachlässigte Straßen würden am Ende teurer, weil Schäden mit der Zeit wachsen.

Es geht also weniger um Straße gegen Schiene als um die richtige Mischung.

Erhalt vor Neubau

Fachleute raten, zuerst das Bestehende zu erhalten, bevor Neues gebaut wird.

Eine kaputte Brücke oder ein marodes Stellwerk bremst den Verkehr sofort.

Für die Schiene bedeutet das, verschlissene Gleise und Weichen zügig zu ersetzen.

Für die Straße heißt es, Brücken zu sanieren, statt überall neue Spuren zu bauen.

Mehr Geld für die Schiene sollte deshalb vor allem in Erhalt und Engpässe fließen.

Was mehr Schienengeld bewirken kann

Der geplante Deutschlandtakt verlangt an vielen Stellen Aus- und Neubau, damit die Anschlüsse passen.

Nach Angaben aus der Bundesplanung geht es dabei um dutzende Einzelmaßnahmen mit Milliardenvolumen.

Mit mehr Mitteln ließen sich diese Vorhaben schneller umsetzen.

Auch die Elektrifizierung weiterer Strecken und die Beseitigung von Engpässen bräuchten verlässliches Geld.

Jeder Euro wirkt aber nur, wenn die Bahn ihn auch verbauen kann.

Die Grenzen des Geldes

Geld allein baut keine Strecke, wenn Planung und Baukapazitäten fehlen.

Lange Genehmigungsverfahren und zu wenige Fachleute bremsen den Ausbau.

Ein plötzlicher Geldregen könnte Preise treiben, ohne dass mehr entsteht.

Deshalb braucht die Schiene nicht nur mehr, sondern vor allem verlässliches Geld über viele Jahre.

Planbarkeit ist für große Projekte oft wichtiger als ein einmaliger Rekordhaushalt.

Ein Vorschlag zur Balance

Sinnvoll wäre, den Erhalt von Straße und Schiene gleichermaßen zu sichern.

Beim Neu- und Ausbau könnte die Schiene dann den Vorrang bekommen.

So verfällt nichts Bestehendes, und das zusätzliche Geld fließt in die Verkehrswende.

Wichtig ist, die Mittel über mehrere Jahre festzuschreiben.

Dann lohnt sich jede zusätzliche Milliarde wirklich.

Die Bahn und der Klimaschutz

Kaum ein Verkehrsmittel ist so klimafreundlich wie die Bahn.

Sie fährt in Deutschland zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Quellen.

Ein voll besetzter Zug verbraucht je Reisenden viel weniger Energie als das Auto.

Wer von der Straße auf die Schiene wechselt, spart spürbar Treibhausgase.

Deshalb gilt die Bahn als ein wichtiger Baustein der Verkehrswende.

Jede zusätzliche Fahrt mit dem Zug ist damit auch ein kleiner Beitrag fürs Klima.

Kleine Dinge, große Wirkung

Im Bahnbetrieb entscheiden oft die kleinen Dinge über den großen Ablauf.

Eine klare Ansage, ein sauberer Bahnsteig, ein pünktlicher Anschluss.

Für sich genommen wirken diese Dinge unscheinbar und beinahe nebensächlich.

In der Summe machen sie den Unterschied zwischen Ärger und Freude.

Wer sie beachtet, macht das Reisen für alle ein Stück angenehmer.

So zeigt sich Qualität bei der Bahn gerade im scheinbar Nebensächlichen.

Warum die Bahn für das ganze Land zählt

Die Bahn bringt Tag für Tag sehr viele Menschen sicher ans Ziel.

Sie verbindet große Städte mit kleinen Dörfern und hält so das Land zusammen.

Bei Wind und Wetter fährt sie, wenn andere Verkehrsmittel längst stehen.

Ein gut gefüllter Zug ersetzt viele Autos und entlastet damit die Straßen.

Zugleich schont die Schiene die Umwelt, weil sie je Reisenden wenig Energie braucht.

So ist die Bahn weit mehr als ein Verkehrsmittel, sie ist ein Stück Daseinsvorsorge.

Pro und Contra

Dafür

+  Ein voll besetzter Zug ersetzt viele Autos und spart je Reisendem viel Treibhausgas.

+  Mehr Geld kann Engpässe beseitigen, auf denen sich Züge gegenseitig behindern.

+  Ein starkes Schienennetz macht Deutschland unabhängiger vom Öl.

+  Die Straße war über Jahre der größere Posten, ein Ausgleich ist überfällig.

+  Der Deutschlandtakt braucht verlässliche Mittel für Aus- und Neubau.

+  Jeder Euro für die Schiene zahlt auf das Klimaziel im Verkehr ein.

Dagegen

−  Viele Brücken und Fahrbahnen sind marode und müssen dringend saniert werden.

−  Auf dem Land ersetzt kein Zug das eigene Auto.

−  Vernachlässigte Straßen werden am Ende teurer, weil Schäden wachsen.

−  Geld allein baut keine Strecke, wenn Planung und Baukapazitäten fehlen.

−  Ein plötzlicher Geldregen könnte vor allem die Preise treiben.

−  Eine gesperrte Brücke schadet auch der Wirtschaft und den Lieferketten.

Unterm Strich

Der Erhalt von Straße und Schiene sollte gleichermaßen gesichert sein.

Beim Neu- und Ausbau aber verdient die Schiene den Vorrang.

Entscheidend ist verlässliches Geld über viele Jahre statt eines einmaligen Rekords.

So bekommt die Verkehrswende Mittel, ohne das Bestehende verfallen zu lassen.

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Über BahnSlam

Stephan Pinkwart verkörpert einzigartig die Welt der Poetry Slams und der Bahn. Mit fesselnden Auftritten verbindet er die Kraft der Worte mit seiner Liebe zu Zügen. Seine Poesie ist tiefgründig und emotional, und seine Leidenschaft für die Bahn symbolisiert Freiheit und Verbindung. Pinkwarts Kunst begeistert Poetry Slam-Fans und Eisenbahnliebhaber gleichermaßen.

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